CSU-Politiker fordert: Wir müssen Trump bei Grönland entgegenkommen

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Die Angst in Europa und insbesondere Dänemark ist groß: Donald Trump droht, Grönland militärisch einzunehmen. In jedem Fall aber will der US-Präsident Zugriff auf die Arktis-Insel bekommen

In der deutschen Politik wird nun diskutiert, wie man den möglichen Angriff und ein damit wahrscheinlich verbundenes Nato-Ende umgehen soll. Aus der Union gibt es nun die Forderung nach einem Entgegenkommen in Richtung USA. 

Im Video: Politik-Experte warnt wegen Grönland: "Müssen Trump endlich ernst nehmen"

CSU-Politiker will für Trump "unausgesprochene Gegenleistung"

Ralph Edelhäußer, CSU-Verteidigungspolitiker und in der Bundestagsfraktion für Nato-Themen zuständig, erklärte FOCUS online: "Da wir nicht wissen, wie die weiteren Schritte des US-Präsidenten aussehen werden, ist es meines Erachtens dringend geboten, hier in gewisser Weise proaktiv auf die bis dato kommunizierten Äußerungen aus den USA zu reagieren."

Edelhäußer sieht in Europa derzeit noch Defizite in der eigenen Verteidigungsfähigkeit. Daher sei man weiterhin auf die USA als kompetenten Nato-Partner angewiesen, um sich gegen mögliche Aggressoren zu verteidigen. "Und daher muss man als verantwortliches Dänemark und Europa als Ganzes etwas als unausgesprochene Gegenleistung anbieten beziehungsweise in die Gespräche einbringen. Dies beinhaltet für mich jede Art, Größe und Anzahl von Nato- oder US-Stützpunkten."

US- oder Nato-Basis und Zugriff auf Bodenschätze in Grönland

Der Bundestagsabgeordnete begrüßt damit einen Vorschlag, den Klemens Fischer bei FOCUS online gemacht hat: Der Ex-Diplomat und Politikwissenschaftler hält es für die "schonendste Lösung" im Grönland-Konflikt, in der Arktis "einen Nato-Stützpunkt unter US-amerikanischer Führung einzurichten". Von dieser verstärkten Militärpräsenz im Norden könnten dann auch die Europäer profitieren, zum Beispiel als Abschreckung gegenüber Russland und China.

CSU-Politiker Edelhäußer geht noch weiter. Ein "Deal" mit Trump könnte sogar beinhalten, "dass den USA gewisse Rechte für die Exploration von Bodenschätzen, die sich auf Grönland befinden, eingeräumt werden". Das vorzuschlagen, obliege allerdings allein Dänemark, dessen autonomes Territorium die Arktis-Insel ist.

Edelhäußer argumentiert aus der Sorge um ein Ende des Verteidigungsbündnisses mit den USA: "Ein militärischer Angriff der USA auf Grönland würde das Ende der Nato bedeuten." Gewisse Kreise in den Vereinigten Staaten würden das vielleicht begrüßen, letztendlich sei die Nato aber eine Erfolgsstory, die untrennbar mit den USA verbunden sei.

Grüne: Mit Entgegenkommen vergreift man sich an Europa

Bei den Grünen kommen Gedankenspiele wie von Edelhäußer nicht gut an. Die sicherheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Sara Nanni, sagte FOCUS online: „Wer jetzt darüber spekuliert, wie man dem gierigen US-Präsidenten entgegenkommen kann, vergreift sich an Europa.“

Trump wolle Europa spalten und habe einen Schwachpunkt entdeckt. „Jetzt gilt es, Stärke und Geschlossenheit zu zeigen, nicht die nächste Geste der Unterwerfung zu üben“, so Nanni. „Trump sollte erfahren, dass solche Versuche die europäische Einheit nur stärken, damit er davon Abstand nimmt in Zukunft.“