Ein Mann aus Polen, der nicht glaubte, dass Russland einen Krieg gegen die Ukraine führte, wurde von den Russen zu Tode gefoltert. Krzysztof Galos reiste im April 2023 selbst in die Ukraine und schaffte es bis in die besetzten Gebiete, wie die russische Menschenrechtsorganisation Memorial berichtet. Freiwillige der Organisation waren Anfang 2025 in den besetzten Gebieten der Ukraine auf einer Mission unterwegs und veröffentlichten Ende Dezember einen Bericht.
Mann reist in Ukraine - weil er an Krieg zweifelt
Daraus geht hervor, dass Galos, der aus der polnischen Stadt Krakau stammt, im April 2023 über die polnische Grenze in die Ukraine eingereist sein soll. Laut einem Bericht der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza" soll er skeptisch gegenüber Nachrichten zum Krieg gewesen sein.
Daher habe er selbst sehen wollen, was dort passierte und schaffte es bis in die Nähe der von Russland besetzten Gebiete der Ukraine. Laut dem Report sei er falsch abgebogen. Demnach sei sein Fahrzeug laut Bildern von Überwachungskameras das letzte Mal in der Nähe des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja gesichtet worden. In der Nähe sollen russische Soldaten Galos an einem Checkpoint festgenommen haben.
Russen nehmen Krzysztof Galos in besetzten Gebieten fest
Laut dem Bericht der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial soll Galos in das Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Taganrog in der angrenzenden russischen Region Rostow gebracht worden sein. Dort sei er unter anderem mit ukrainischen Kriegsgefangenen gefangen gehalten worden.
Die Familie des Polen hatte ihn zunächst bei der polnischen Polizei als vermisst gemeldet. Lange Zeit wusste die Angehörigen nicht, was mit ihm passiert war. Dessen Sohn wandte sich gar an die Behörden in Russland — ohne Erfolg.
Pole wird zu Tode gefoltert
Durch die Mission der Menschenrechtler von Memorial wurde aber nun klar, dass der Pole wohl in dem russischen Gefängnis starb. So ein Mann aus Polen mit dem Namen Krzysztof gefoltert worden sein - unter anderem, weil er kein Russische gesprochen habe und die Wärter ihn wegen der polnischen Unterstützung für die Ukraine bestrafen wollten. Sie sollen ihn geschlagen haben, bis seine Beine blau und er bewusstlos wurde.
Er starb demnach an den Folgen im Juni 2023. Die "Gazeta Wyborcza" konnte dies über Gespräche mit einem weiteren Gefangenen verifizieren. Das Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in Taganrog gilt zudem als eines der brutalsten Foltergefängnisse in denen die Russen Gefangene aus den besetzten Gebieten der Ukraine einsperren, hungern lassen und mit Gewalt foltern. Auch die von Russland gefolterte ukrainische Journalistin Viktorija Roschtschina wurde hier inhaftiert.
Die Angehörigen von Krzysztof Galos wollen weiter Antworten über das Schicksal des Mannes. Dessen Sohn Pawel hofft weiter auf eine Auskunft durch Russlands Behörden. Bisher ohne Erfolg, wie "Gazeta Wyborcza" berichtet.