Weniger als 1 Prozent freigegeben: Vollständige Epstein-Akten könnten Jahre auf sich warten lassen

Die Veröffentlichung der Akten rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sorgt weiterhin für große Kontroversen. Das US-Justizministerium (DOJ) hat bisher nur 12.285 Dokumente freigegeben – weniger als ein Prozent der insgesamt über zwei Millionen Akten, die unter das Epstein Files Transparency Act fallen. Dieses Gesetz verpflichtet die Regierung, alle unklassifizierten Unterlagen bis zum 19. Dezember offenzulegen. Doch die Realität sieht anders aus: Die vollständige Veröffentlichung könnte Jahre dauern.

Überlastete Justiz und Millionen Dokumente

Das DOJ erklärte in einer Gerichtsakte am Montag, dass mehr als 400 Anwälte an der Überprüfung der Akten arbeiten. Dennoch sei der Prozess aufgrund der schieren Menge an Materialien extrem zeitaufwendig. „Diese Arbeit erfordert erhebliche Ressourcen des Ministeriums“, schrieb das DOJ laut „Newsweek“. Viele der Dokumente befinden sich noch in verschiedenen Phasen der Überprüfung, und einige könnten aufgrund laufender Ermittlungen oder Sicherheitsbedenken zurückgehalten werden.

Die Verzögerungen haben nicht nur bei Opfern, sondern auch bei Politikern für Empörung gesorgt. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna, Mitinitiator des Epstein Files Transparency Act, kritisierte die selektive Veröffentlichung scharf: „Wenn sie in gutem Glauben handeln würden, hätten sie längst die Aussagen der Überlebenden und wichtige Ermittlungsdokumente veröffentlicht“, sagte Khanna gegenüber CNN.

Epstein-Akten setzen Trump unter Druck
Epstein-Akten setzen Trump unter Druck Davidoff Studios/Getty Images

Opfer und Politiker fordern Konsequenzen

Die schleppende Veröffentlichung hat Forderungen nach Konsequenzen für das Justizministerium laut werden lassen. Laut „Forbes“ erwägen Khanna und sein republikanischer Kollege Thomas Massie, die zuständige Generalstaatsanwältin Pam Bondi wegen Missachtung des Gesetzes zur Verantwortung zu ziehen. Dies könnte eine tägliche Geldstrafe für jede weitere Verzögerung bedeuten – allerdings müsste eine Mehrheit im Kongress dafür stimmen, was angesichts der republikanischen Kontrolle des Hauses ungewiss ist.

Darüber hinaus fordern einige Politiker die Ernennung eines „Special Masters“, eines neutralen Dritten, der die Überprüfung und Veröffentlichung der Akten überwachen soll. Diese Maßnahme könnte jedoch den Prozess weiter verzögern, da sie zusätzliche rechtliche Schritte erfordert.

Warum die Akten wichtig sind

Die Epstein-Dokumente sind von großem öffentlichen Interesse, da sie potenziell hochrangige Persönlichkeiten betreffen, darunter Präsidenten wie Donald Trump und Bill Clinton. Beide wurden in den bisher veröffentlichten Akten erwähnt, jedoch ohne Vorwürfe gegen sie. Es bleibt unklar, wie viele weitere Namen in den verbleibenden Dokumenten auftauchen könnten und welche politischen Auswirkungen dies haben könnte.