Venezuelas Ex-Präsident Nicolás Maduro wird in den USA der Prozess gemacht. Ihm werden Drogen-Terrorismus, Einfuhr von Kokain in die Vereinigten Staaten und Waffenbesitz vorgeworfen.
Der Richter, der die Verhandlung in New York gegen Maduro leitet, ist der 92-Jährige Alvin Hellerstein. Wie Politico schreibt, handelt es sich nach der Darstellung von Weggefährten offenbar um ein echtes Urgestein. Hellerstein verlas am Montag bereits die Anklage.
Hellerstein verhandelte schon den Fall Stormy Daniels
"Er ist einfach altmodisch und geht seinen eigenen Weg und schert sich einen Dreck darum, was irgendjemand von ihm denkt", sagte ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt, dem Anonymität zugesichert wurde.
Hellerstein hat in anderen aufsehenerregenden Fällen gegen Präsident Donald Trump und seine Regierung entschieden, darunter auch in dem Fall um die mutmaßlichen Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Hellerstein wies Trumps Anträge auf Verlegung des Verfahrens vor ein Bundesgericht zweimal zurück. Erst vor zwei Monaten hob ein Berufungsgericht eines dieser Urteile auf.
Einige merkten jedoch an, er habe schon lange eine Unabhängigkeit an den Tag gelegt, die an Sturheit grenze. Hellerstein weicht mitunter vom üblichen Gerichtsprotokoll ab.
"Er liebt Gerichtsverhandlungen. Bei Zeugenaussagen kann er ungeduldig werden", sagte Carrie Cohen, eine ehemalige Bundesstaatsanwältin in Manhattan. "Er möchte die Dinge voranbringen. Er ist sich sehr bewusst, dass die Jury sich langweilen könnte."
Hellerstein verhandelte die Klagen von Opfern des 11. September
Ein Urteil im Verfahren gegen Maduro könnte sich lange hinziehen. Hellerstein hat Erfahrung mit aufsehenerregenden Fällen, die sich über Jahre hinziehen können. Er führte schließlich den Vorsitz bei über 10.000 Klagen, die von Einsatzkräften und deren Angehörigen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center eingereicht wurden.
Wie der Standard aus Wien schreibt, sorgte der 1933 in eine orthodox-jüdische Familie in New York Geborene auch als Richter in einem Verfahren der MeToo-Bewegung gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein für Schlagzeilen. Ebenso sorgte sein Urteil gegen den vielfachen Millionenbetrüger David Hu für Aufsehen.
Sein Privatleben hält der Jurist am liebsten privat. Dass er drei Kinder und mehrere Enkelkinder hat, erfuhr die Öffentlichkeit erst 2017, als seine Ehefrau Mildred, eine Mathematikerin und Computerpionierin, verstarb und in Zeitungen ein Nachruf erschien.
Am Montag, den 5. Januar 2026, fand die erste Anhörung statt. Maduro plädierte vor Richter Alvin Hellerstein auf „nicht schuldig“ und bezeichnete seine Festnahme als „Entführung“. Der nächste wichtige Gerichtstermin wurde für den 17. März 2026 angesetzt.