Die Bergwacht rückte am in den Ferien Brauneck zu 81 Einsätzen aus. An manchen Tagen kam eine Alarmierung nach der nächsten rein. Auch am Blomberg gab es Unfälle. Eine Rodlerin verletzte sich schwer.
Lenggries/Wackersberg – Keine Frage, das Wetter spielte diesmal in den Weihnachtsferien dem Tourismus im Isarwinkel vollends in die Karten. Ob beim Skifahren, Rodeln oder Wandern: Zahlreiche Urlauber und Tagesausflügler waren in den Bergen unterwegs. Das bedeutete allerdings auch sehr viel Arbeit für Skiwacht und die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwachten.
81 Skiunfälle auf den Brauneck-Pisten
Vor allem am Brauneck galt es etliche gestürzte Skifahrer zu versorgen. Auf den Pisten rückten die Retter zu insgesamt 81 Einsätzen aus. Im Blomberggebiet waren es 10 Alarmierungen. Besonders zum Ferienende hin hatten die zuständigen Bergwachten aus Lenggries, Bad Tölz, München und Wolfratshausen hier nochmal alle Hände voll zu tun. Am Sonntag beispielsweise waren die Retter pausenlos im Einsatz. „So krass wie an diesem Tag habe ich es wirklich selten erlebt“, sagt der erfahrene Bergwacht- und Kindernotarzt Dr. Tobias Reploh.
Während der Samstag mit drei Einsätzen im Skigebiet noch „überschaubar“ war, hatten die Bergwachten am Folgetag gleich 13 – teils schwere – Einsätze zu meistern. „Es ging um 11 Uhr los, und innerhalb von zehn Minuten kamen schon fünf Alarmierungen bei uns rein“, berichtet der Medizinier.
Einsatzkräfte pausenlos unterwegs
Im ersten Fall hatte sich eine 55-jährige Frau bei einem Skisturz den Oberarm gebrochen. Sie wurde nach der notärztlichen Erstversorgung mit dem Akia ins Tal gebracht und von dort mit dem Rettungswagen in die Tölzer Stadtklinik. Einen schwereren Unfall hatte ein 45-jähriger Skifahrer. Er zog sich eine Fraktur am Oberschenkel zu und musste vom Berg mit dem Helikopter in die Klinik nach Murnau geflogen werden. Wenige Minuten später kam der nächste Alarm: Die Bergwacht musste eine 30-jährige Skifahrerin mit gebrochenen Handgelenk versorgen. Sie kam ebenfalls mit dem Rettungshubschrauber nach Murnau.
„Fünf weitere Patienten hatten wir mit Unterschenkel- und Knieverletzungen sowie zwei mit einer Schulterverletzung. Sie wurden jeweils nach der notärztlichen Erstversorgung mit dem Akia ins Tal transportiert und von dort mit dem Rettungswagen nach Tölz in die Klinik gefahren“, berichtet Reploh weiter. Besonders schmerzhaft traf es einen 48-Jährigen, der sich die Kniescheibe ausgekugelt hat. „Wir konnten aber noch am Berg die Kniescheibe wieder einkugeln und den Mann anschließend im Tal an den Sanka übergeben.“ Eine Frau (45) verletzte sich schwer, als sie mit den Skiern ungebremst in das Drehkreuz einer Liftanlage fuhr. Sie erlitt laut dem Bergwacht-Notarzt Verletzungen an Handgelenk und Unterschenkel.
Kindernotarzt mit Hubschrauber zu schwerem Unfall in Nachbarlandkreis geflogen
Am Sonntagnachmittag gab es für Reploh noch einen weiteren Einsatz im Nachbarlandkreis am Sudelfeld. „Ein Junge wurde von einem mannsgroßen herunterfallenden Eiszapfen am Arzmooser Wasserfall getroffen“, berichtet der Kindernotarzt, der für die Versorgung des sechsjährigen Patienten mit dem Hubschrauber vom Brauneck zur Einsatzstelle gebracht wurde. Der Zapfen habe sich vermutlich aufgrund seines hohen Eigengewichts gelöst und das Kind unmittelbar getroffen und unter sich begraben. „Es waren über 20 Einsatzkräfte vor Ort, wir konnten den Buben erst versorgen und er wurde dann mit dem Hubschrauber zur weiteren Behandlung nach Murnau geflogen“, schildert Reploh.
Wirbelsäule beim Rodel schwer verletzt
Auch am Blomberg kam es in den Ferien zu einigen Alarmierungen für die Retter der Bergwacht. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Montag. „Eine 45-jährige Frau hat mit ihrem Schlitten den Absperrungszaun durchbrochen und ist heftig gestürzt.“ Dabei zog sich die Rodlerin eine schwere Wirbelsäulenverletzung zu. „Aufgrund des Verletzungsbildes musste sie vom Helikopter aus der Rodelstrecke gewinscht werden.“ Das bedeutet, per Seil in den Hubschrauber aufgenommen. „Die Rettung war technisch sehr anspruchsvoll, und auch die Bergbahn musste dafür circa 45 Minuten ihren Betrieb einstellen“, so der Medizinier. Dieser Unfall sei der schwerste in den gesamten Weihnachtsferien gewesen, bilanziert Reploh.
Insgesamt seien es fordernde Wochen gewesen. „Durch das meist sehr schöne Wetter und die guten Skibedingungen war am Brauneck sehr viel los. Ich meine sogar, etwas mehr als sonst in den Ferien bei gutem Wetter üblich ist“, sagt der Bergretter. Er lobt die gute Zusammenarbeit mit den Hubschrauberbesatzungen und verschiedenen Bergwachten.