"Die Souveränität der Länder ist zu achten - von jedem!"

Ein Machtwort aus den USA sorgt für Diskussionen: Nachdem US-Präsident Trump den US-Anspruch auf Grönland bekräftigt, beziehen europäische Spitzenpolitiker klar Stellung. In den Kommentaren dazu zeichnen sich zwei Hauptlager ab: Viele Leser prangern die Machtlosigkeit Europas gegenüber den USA an und zweifeln an der Wirksamkeit politischer Stellungnahmen. Andere wiederum richten ihren Blick kritisch auf die US-amerikanische Außenpolitik insgesamt, werfen den USA Eigeninteresse und Missachtung internationalen Rechts vor. Zugleich werden die Debatte um Ressourceninteressen, Fragen der Selbstbestimmung Grönlands und ordnungspolitische Grundsatzfragen lebhaft erörtert.

Kritik an europäischer Ohnmacht

Mit 36 Prozent bildet diese Perspektive das deutlich größte Meinungsbild. Viele Leser äußern Zweifel daran, dass Europa oder Deutschland den USA bei Ansprüchen wie auf Grönland etwas entgegensetzen können. Kritik richtet sich an die im Artikel dargestellte politische Solidarität – viele sehen darin reine Symbolpolitik ohne reale Handlungsoptionen. Häufig genannte Argumente sind militärische und wirtschaftliche Schwächen, die Abhängigkeit von den USA und ein Mangel an glaubwürdigen Alternativen. Besonders kritisiert werden politische Stellungnahmen als wirkungslos gegenüber echten Drohungen oder Machtansprüchen der US-Regierung. Prinzipielle Fragen zur Souveränität, zu internationalen Bündnissen und dem tatsächlichen Entscheidungsraum europäischer Politik stehen im Fokus.

"Natürlich kann man Trump von Seiten Europas nicht drohen, wenn er sich Grönland nimmt, dann fragt er bestimmt nicht die Europäer. Man könnte deutlich machen, dass bei weiteren Drohungen oder gar der Besetzung Grönlands keine europäische Mannschaft an der Fußball-WM in den USA teilnimmt."  Zum Originalkommentar

"Wenn er es will, wird er es tun. Wir hängen dann aus Solidarität ein weiteres Fähnchen neben die der Ukraine. Traurig, aber wahr."  Zum Originalkommentar

"Es wird also wieder versucht, moralisch richtig zu stehen. Okay. Wird das Trump aufhalten? Nein. Wenn er will, macht er. Wer sollte ihn denn aufhalten aus dem EU-Raum?"  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber europäischer Souveränität

Einige Leser (17 Prozent) diskutieren, wie souverän Europa oder einzelne Länder tatsächlich handeln können. Sie stellen infrage, ob Europa oder Dänemark im Fall Grönland selbstbestimmt agieren, oder ob die Abhängigkeit von den USA und die Bünde wie die NATO die Spielräume stark einschränken. Die Kommentare beleuchten historisch-politische Zugehörigkeiten, die Zukunft internationaler Verteidigungsbündnisse sowie Fragen nach einem selbstbestimmten Weg für Europa. Auch die Rolle Dänemarks sowie die Möglichkeit einer europäischen Eigenständigkeit werden kritisch reflektiert.

"Richtig, was die deutsche Regierung und die europäischen Partner da gemacht haben. Die Souveränität der Länder ist zu achten. Von jedem! Wer das anders sieht, ist ein wahrer Kriegstreiber."  Zum Originalkommentar

"Auch im Besitz der USA ändert sich nichts daran, dass Grönland zur NATO gehört."  Zum Originalkommentar

"So wie früher in Europa üblich, hatte Dänemark Grönland einst kolonisiert und begründet darauf seinen heutigen Anspruch. Im Völkerrecht gilt das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wenn es uns damit ernst ist, sollte Grönland eine ordentliche Abstimmung machen. Vielleicht gibt es ja gute Gründe, Teil der USA zu werden oder lieber bei Dänemark zu bleiben. Das wäre jedenfalls allemal besser, als wegen dieser Angelegenheit das westliche Bündnis zu gefährden. In erster Linie für Europa, die USA kämen auch alleine klar."  Zum Originalkommentar

Kritik an US-amerikanischer Außenpolitik

Rund zwölf Prozent der Leser nehmen die US-Politik ins Visier. In ihren Kommentaren werfen sie der US-Regierung, insbesondere unter Präsident Trump, eine aggressive, eigeninteressierte und völkerrechtswidrige Außenpolitik vor. Die USA werden als Akteur dargestellt, der internationale Regeln missachtet, andere Staaten übergeht oder bedroht und sich global nach eigenen Interessen richtet. Aktuelle und historische Beispiele – von Venezuela bis zur umfangreichen Territorialpolitik – führen zur Grundsatzfrage, welche Folgen solches Verhalten für die internationale Ordnung und das Völkerrecht hat.

"Trump hat alle Asse in der Hand. Es geht um Bodenschätze, um sich von der Abhängigkeit der Chinesen zu befreien. Ob Europa und China das wollen oder nicht, sie werden es akzeptieren müssen."  Zum Originalkommentar

"Nachdem niemand wegen Venezuela Kritiken an die USA wagt, braucht auch niemand mit Souveränität, UN-Charta etc. zu kommen, ist nicht glaubwürdig."  Zum Originalkommentar

"USA rücken von ihrem Anspruch nicht ab, Grönland einzukassieren? Den USA muss nach langer Zeit mal wieder kräftig auf die Finger geklopft werden. Mit Angst kommt man bei dem selbstgefälligsten Land der Erde nicht weiter."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur internationalen Machtpolitik

Etwa elf Prozent der Kommentierenden setzen auf Sarkasmus, um ihre Kritik an geopolitischen Entwicklungen und der vermeintlichen Ohnmacht Europas zu formulieren. Anspielungen auf die Aufteilung der Welt durch Großmächte, absurde Austausch-Szenarien oder augenzwinkernde Ideen zu politischen Strategien bestimmen den Ton. Mit Humor wird so auf die aus ihrer Sicht realen Machtverschiebungen und auf Europas Rolle als Statist eingegangen.

"Trump, Putin und Xi Jinping teilen sich nach Gutdünken die Welt auf. Der Rest darf kommentieren."  Zum Originalkommentar

"Vielleicht kann man die USA etwas beruhigen, wenn jedes Land etwas abgibt. Deutschland könnte vielleicht Berlin angeben?"  Zum Originalkommentar

"Könnten wir nicht als Ausgleich die Nordsee zum Deutschen Meer umbenennen? Natürlich inklusive einiger Rechte."  Zum Originalkommentar

Unterstützung für Selbstbestimmung Grönlands

Etwa fünf Prozent der Leser setzen den Fokus auf das Selbstbestimmungsrecht der grönländischen Bevölkerung. Sie fordern, dass nicht Großmächte oder Bündnisse, sondern die Einwohner Grönlands selbst über ihre politische Zugehörigkeit entscheiden sollten. In den Kommentaren wird ein Volksentscheid als Weg genannt, der sowohl die bestehenden Bindungen als auch mögliche Neuorientierungen legitimieren könnte. Auch die kolonialen Hintergründe Dänemarks und die Rolle der Bevölkerung stehen zur Debatte.

"Entscheidend ist der Wille der Grönländer. Und die sind so wenige, dass ein ordentliches Geldgeschenk pro Person insgesamt nicht so viel kostet. Das könnte sie schon noch zu den USA ziehen. Und davon abgesehen: Sie würden kostenlos US-Bürger, das schafft mancher nur für viel Geld oder gar nicht. Also abwarten, Trump könnte sein Ziel ohne Militär erreichen."  Zum Originalkommentar

"So wie früher in Europa üblich, hatte Dänemark Grönland einst kolonisiert und begründet darauf seinen heutigen Anspruch. Im Völkerrecht gilt das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wenn es uns damit ernst ist, sollte Grönland eine ordentliche Abstimmung machen. Vielleicht gibt es ja gute Gründe, Teil der USA zu werden oder lieber bei Dänemark zu bleiben. Das wäre jedenfalls allemal besser, als wegen dieser Angelegenheit das westliche Bündnis zu gefährden. In erster Linie für Europa, die USA kämen auch alleine klar."  Zum Originalkommentar

"Die Grönländer mögen die Dänen offenbar nicht und verursachen denen nur Kosten und Ärger. Eigentlich wollen sie unabhängig sein, was bei der geringen Einwohnerzahl nicht sinnvoll möglich ist. Da ist der Anschluss an die USA eine denkbare Alternative."  Zum Originalkommentar

Kritik an Ressourcen- und Rohstoffpolitik

Mit vier Prozent Anteil machen viele Kommentierende wirtschaftliche und strategische Interessen an Rohstoffen als entscheidend für das US-Engagement aus. Sie sehen in der Politik hinsichtlich Grönland einen Kampf um die Sicherung wertvoller Ressourcen, etwa seltener Erden, der bislang vor allem von Großmächten wie USA und China geführt wird. Auch die Abhängigkeit Europas von externen Rohstofflieferanten und die Auswirkungen auf das geopolitische Gleichgewicht werden kritisch angesprochen.

"Es geht wohl nur um den Raub von Bodenschätzen...."  Zum Originalkommentar

"Im Prinzip ist dies ein Interessenskampf um Rohstoffe, der von Trump derzeit konsequent vorangetrieben wird, national, international. Grönland besitzt sehr große Vorkommen an Seltenen Erden, Vorkommen in Kvanefjeld oder Tanbreez, diese zählen zu den bedeutendsten weltweit. Weiter Neodym und Praseodym. Dazu enorme Vorkommen an Graphit für die Akkuproduktion sowie auch Niob und Tantal. Parallel investiert die US-Regierung in US-Unternehmen im Bereich Uran/Urananreicherung, wie bei Centrus Energy, was die Kurse treibt. Dagegen ist Europa bei den aktuell für die Innovation wichtigen strategischen Rohstoffen zu über 90% abhängig, sei es meist von China, sei es von den USA. Trump agiert kühl, aber rational, Europa moralisch-gefühlig auf Metaebene und irrational."  Zum Originalkommentar

"Jetzt will Europa es sich komplett mit den USA verscherzen. Länder ohne Rohstoffe, die von altem Ruhm zehren, alles auf Verschleiß fahren, die eigene Kultur verraten, im Fall von Deutschland zusätzlich die eigene Wirtschaft kaputtmachen. Auf was für eine nicht vorhandene Stärke stützen sich diese hocharroganten europäischen Regierungschefs eigentlich? Wir sind echt verloren. Was will Europa machen? Gegen die USA Krieg führen? Keine Waren mehr in die USA exportieren? Das bedeutet im Fall meines Arbeitgebers die sofortige Insolvenz und 550 Arbeitslose."  Zum Originalkommentar

Sonstig Stimmen

Rund 15 Prozent der Kommentare sind nicht eindeutig zuordenbar oder greifen mehrere Themen parallel auf. In dieser Gruppe finden sich unter anderem allgemeine politische Beobachtungen, Vergleiche unterschiedlicher geopolitischer Akteure, spontane Meinungsäußerungen und Kommentare mit unklarem Bezug zum Hauptthema. Sie spiegeln die Vielstimmigkeit und die Breite der Community wider.

"Deutschland verhängt Sanktionen gegen die USA. Kein LNG-Gas mehr abnehmen und die Gelder von Coca-Cola und McDonald's einfrieren."  Zum Originalkommentar

Diskutieren Sie mit: Bleibt Europas Solidarität für Grönland wirkungslos oder sind politische Zeichen heute wichtiger denn je? Wie sollte Europa künftig mit machtpolitischen Ansprüchen umgehen? Teilen Sie Ihre Sicht in den Kommentaren!

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