Hunderte Touristen stranden auf Wüsteninsel – Botschaften können kaum Hilfe leisten

Hunderte Touristen sollen auf der Insel Sokotra im Jemen festsitzen. Wie die Nachrichtenagentur AFP von einem lokalen Beamten erfahren hat, soll es sich um 416 ausländische Staatsangehörige handeln. Die Flüge der Reisenden wurden annulliert. 

Außergewöhnliche Tieren und Drachenblutbäume: Touristen stecken auf Sokotra fest

Laut der AFP ziehen unter anderem die Drachenblutbäume und die türkisfarbenen Gewässer mit Delfinen abenteuerlustige Reisende und Influencer an. Nun sind die Touristen, darunter Menschen aus den USA und Europa, jedoch von dem Konflikt im Jemen betroffen. 

Die Gewalt zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppierungen flammte kürzlich wieder auf. Ende letzten Monats wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und alle Flüge auf der Insel eingestellt. 

Auf der Insel gibt es Drachenblutbäume
Auf der Insel gibt es Drachenblutbäume Getty Images/AscentXmedia

"Viele Flugzeuge kamen, aber es fliegen keine mehr ab"

Gerrit van Wijngaarden ist einer der Touristen, die sich aktuell auf der Sokotra befinden. Er sagt gegenüber CNN: "Viele Flugzeuge kamen, aber es fliegen keine mehr ab. Im Moment befinden sich viele Menschen auf dieser Insel." Eigentlich wollte er, seine Frau und die drei Kinder eine Woche auf Sokotra bleiben. Mittlerweile sind es jedoch elf Tage. 

"Wir hoffen, dass jemand etwas unternimmt", so der niederländisch-polnische Staatsangehörige. An Lebensmitteln und anderen Gütern soll es jedoch nicht mangeln. Er will erfahren haben, dass es eine Möglichkeit gebe, mit dem Schiff von der Insel in den Oman zu gelangen. 

Laut CNN kamen 14 Personen mit dem Berliner Reisebüro Rocky Road Travel nach Sokotra. Das Reisebüro soll auf der Suche nach Unterstützung mehrere US-Botschaften und europäische Vertretungen kontaktiert haben. 

Kontaktieren die Botschaften: Touristen wollen Hilfe bei der Evakuierung

Ein westlicher Diplomat teilte der AFP mit: "Die Menschen sitzen auf der Insel fest und wenden sich an ihre Botschaften, um Hilfe bei der Evakuierung zu erhalten. Ihre jeweiligen Botschaften haben sich an die saudische und jemenitische Regierung gewandt, um die Evakuierung zu erwirken."

Nach dem Bericht des CNN sollen die Betroffenen bisher jedoch kaum Hilfe von den Botschaften bekommen haben. Nur wenige Nationen haben eine diplomatische Vertretung im Jemen. Sie sind meist in den nahegelegenen Hauptstädten zu finden. 

Polnischer Außenminister äußert sich zur Situation

Der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Maciej Wewior, hat bestätigt, dass sich auch polnische Touristen auf Sokotra befinden. Er schreibt auf X: "Nach unseren Informationen sind die Bedingungen, unter denen sich unsere Staatsbürger derzeit befinden, gut." Weiter heißt es: "Die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat ihre Flüge bis einschließlich 6. Januar dieses Jahres ausgesetzt."

Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Jemen. "Alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, werden zur Ausreise aus Jemen aufgefordert", heißt es auf der Website