Großbritannien entdeckt, dass China ihre Elektrobusse fernsteuern und stoppen kann

Hunderte Elektrobusse aus chinesischer Produktion verkehren derzeit im öffentlichen Nahverkehr in Großbritannien. Laut der britischen Online-Plattform "The Standard" warnen Sicherheitsdienste vor Risiken durch die in den Fahrzeugen integrierten SIM-Karten. Betroffen sind rund 700 Yutong-Busse, die in zahlreichen Städten eingesetzt werden.

Technische Risiken durch Elektrobusse von Yutong

Die SIM-Karten dienen offiziell der Wartung und für Software-Updates. Experten sehen jedoch ein technisches Risiko für externe Eingriffe in die Systeme. Eine vollständige Kontrolle durch den Hersteller gilt als grundsätzlich möglich. Heißt: Im Extremfall könnten Busse außer Betrieb gesetzt oder in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Das britische Verkehrsministerium und die staatliche Cyber­sicherheitsbehörde National Cyber Security Centre prüfen den Sachverhalt seit November. Konkrete Hinweise auf eine tatsächliche Manipulation liegen bisher nicht vor. Britische Minister können den Verkauf der Busse nicht blockieren, da ein solches Vorgehen ohne Beweise als Risiko für zusätzliche Spannungen mit China gilt, wie "The Standard" berichtet.

Yutong-Busse
Der chinesische Hersteller Yutong produziert Busse für viele Länder auf der ganzen Welt. IMAGO / CFOTO

Britische Behörden betonen Sicherheitsvorkehrungen

Mehrere große Betreiber, darunter Stagecoach und First Bus, setzen die Fahrzeuge täglich auf ihren Linien in England ein. Auch britische Kommunen setzen verstärkt auf die Modelle im Zuge der Klimaziele

Ein Sprecher des britischen Verkehrsministeriums erklärte laut "The Standard": "Wir nehmen Sicherheit äußerst ernst und arbeiten innerhalb der Regierung sowie mit dem Verkehrssektor eng zusammen, um dieses Thema zu verstehen und potenzielle Risiken zu minimieren."

Norwegen reagiert auf Sicherheitsrisiken bei Yutong-Bussen

Norwegische Verkehrsbetriebe stellten 2025 ebenfalls fest, dass die E-Busse des Herstellers Yutong aus der Ferne manipuliert und sogar vollständig gestoppt werden können. Die SIM-Karten in den Bussen wurden entfernt, um einen möglichen Fernzugriff zu verhindern. 

Dadurch waren die Fahrzeuge zwar vor externer Steuerung geschützt, verloren jedoch gleichzeitig GPS, Fahrgastinformationen und andere Kommunikationsfunktionen. Norwegische Behörden sehen die Busse als Sicherheitsrisiko, das langfristig nur durch strengere technische Auflagen kontrolliert werden könne.