Berlin muss Elektro-Busse wegen Materialfehlern vorerst aus dem Verkehr ziehen

Die Stadt Berlin muss 70 ihrer 90 Elektro-Busse vorerst aus dem Verkehr ziehen. Das bestätigte ein BVG-Sprecher gegenüber FOCUS online. Zuerst hatte die Zeitung "Neues Deutschland" darüber berichtet. Bei den Bussen, die ab 2022 in die Flotte der BVG kamen, wurden demnach kleine Risse im Fahrzeugrahmen entdeckt. Die Fahrzeuge des niederländischen Herstellers Ebusco sind zwölf Meter lang und bieten Platz für rund 70 Fahrgäste mit 35 festen Sitzplätzen.

Risse entdeckt: E-Busse können vorerst nicht eingesetzt werden

"Obwohl damit etwa ein Viertel der aktuellen E-Bus-Flotte der BVG mit insgesamt 277 Fahrzeugen betroffen ist, rechnet das Landesunternehmen nicht mit spürbaren Folgen für Fahrgäste", berichtet das "Neue Deutschland". Der BVG-Sprecher kündigte für den Nachmittag ein weiteres Statement an, sagte aber, dass es sich um einen "ganz normalen Garantiefall" handle. Bis der geklärt sei, blieben die Busse im Depot. Mit Verzögerungen im Fahrplan rechne man nicht.

Berlin investiert seit Jahren wegen der Klimaziele der Stadt hohe Summen, um alle seine Diesel-Busse schrittweise durch Elektro-Busse zu ersetzen. Wie bei ihren Vorgängern handelt es sich bei den neuen E-Bussen um sogenannte "Depotlader". Das heißt, dass die Reichweite von rund 290 Kilometern für den täglichen Einsatz genügt und die Fahrzeuge nicht unterwegs, sondern nach der Rückkehr ins Busdepot wieder aufgeladen werden.

Daten-Risiken bei China-Bussen in Skandinavien 

Während in Berlin Busse des niederländischen Herstellers Ebusco betroffen sind, der laut Medienberichten zuletzt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte, machten bislang vor allem Elektro-Busse aus China Schlagzeilen - allerdings aus anderen Gründen als in Berlin. So wurde etwa in Norwegen festgestellt, dass sich die Fahrzeuge von China aus kontrollieren lassen. Laut einem Bericht des österreichischen "Standard" werden in Schweden seit dem Frühjahr 2025 keine E-Busse mehr aus China eingesetzt. Ein Grund dafür seien Befürchtungen gewesen, dass China sensible Daten sammle. Auch in Deutschland sind immer mehr chinesische Busse unterwegs, meistens mit Elektroantrieb. Zuletzt sorgte der Staatsbetrieb Deutsche Bahn für Verwunderung, weil er ebenfalls Busse aus chinesischer Produktion geordert hat.