In der Nacht auf Samstag war Nicolás Maduro von US-Soldaten aus dem Schlag gerissen und gefangen genommen worden, am Abend wurde der venezolanische Autokrat bereits in eine New Yorker Gefängnis gesteckt. Zusammen mit seiner Frau Cilia Flores wartet Maduro im Metropolitan Detention Center in Brooklyn nun auf seinen Prozess.
Das Gefängnis ist für seine schwierigen Haftbedingungen berüchtigt. Wie die US-Nachrichtenseite "Axios" schreibt, ist die Anstalt "notorisch baufällig, unhygienisch und unsicher". Insassen würden über unmenschliche Bedingungen berichten, die in den vergangenen Jahren bereits zu Todesfällen geführt hätten. Das ist auch der Justiz bekannt. Bundesrichter hätten in manchen Fällen sogar die Haftstrafen reduziert, um den "barbarischen" Bedingungen Rechnung zu tragen.
Gefängnis in Brooklyn: Maden im Essen und tödliche Polizeigewalt
Konkret geht es unter anderem offenbar um Essen für die Häftlinge, in dem sich Maden befinden würden. Zudem komme es im Brooklyn Metropolitan Detention Center zu Polizeigewalt. So soll ein psychisch kranker Häftling mit Pfefferspray besprüht und gefesselt worden sein, woraufhin er starb. Schließlich gibt es Berichte über "medizinische Misshandlungen".
Die für die Verwaltung von Bundesgefängnissen zuständige Behörde schreibt auf ihrer Webseite, dass sich derzeit rund 1330 Häftlinge in der Anstalt befinden. Das Gefängnis ist für männliche und weibliche Verdächtige ausgelegt. Wie "Axios" schreibt, gibt es für die große Zahl an Häftlingen aber chronisch zu wenig Personal.
Maduro reiht sich in Liste prominenter Insassen ein
Im Brooklyn Metropolitan Detention Center sitzt der venezolanische Autokrat Maduro mit anderen bekannten Häftlingen. Derzeit ist dort beispielsweise Luigi Mangione untergebracht. Ihm wird vorgeworfen, den Chef einer Krankenversicherung erschossen zu haben. Auch Krypto-Betrüger Sam Bankman-Fried sitzt in dem Gefängnis.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Prominenz in dem berüchtigten Knast. Die Musiker P. Diddy und R. Kelly wurden dort untergebracht, zudem die Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell. Auch Terroristen und Mafia-Angehörige waren Insassen.
Maduro gönnte sich Luxus-Restaurant und teure Sneaker
Für Maduro sind die Bedingungen im Gefängnis ein besonders harter Einschnitt. Während der Großteil der venezolanischen Bevölkerung bitterarm ist, gönnte er sich den Luxus. Zwar beteuerte der am Samstag von den USA festgenommene Staatschef stets, nur von einem bescheidenen Präsidentengehalt zu leben. Doch in den vergangenen Jahren gewährte Maduro vereinzelte Einblicke in seinen Reichtum.
Im Jahr 2018 sorgte ein bei Instagram veröffentlichtes Video für Aufregung in Venezuela, auf dem Maduro in einem Luxus-Restaurant zu sehen ist. In Istanbul besuchte er die Gaststätte des Internet-Stars Nusret Gökçe, der als Salt Bae bekannt ist. Die extravaganten Gerichte in dem Restaurant sind sehr teuer.
Im vergangenen November machten dann Aufnahmen von Maduros Schuhen die Runde. Bei einer Veranstaltung trug er offenbar Sneaker der italienischen Luxusmarke Loro Piana. Laut des Herstellers kosten sie umgerechnet mehr als 900 Euro. Wer in Venezuela den Mindestlohn erhält, müsste dafür mehrere Jahrzehnte lang arbeiten.