Crans-Montana im Ticker: Wirt soll bei Umbau Treppe, die zur Falle wurde, verschmälert haben

Betreiber der Bar ist in Frankreich bereits polizeibekannt

07.20 Uhr: Jacque und Jessica Moretti, die Betreiber des  "Le Constellation" wurden am Freitag von der Polizei befragt. Laut der französischen Zeitung "Le Parisien" ist Jaques Moretti in Frnakreich bereits wegen früheren Fällen von Freiheitsberaubung und Zuhälterei polizeibekannt. 

Die Fälle von Zuhälterei gehen etwa 30 Jahre zurück. Zudem saß der Betreiber wegen Freiheitsberaubung, Entführung und Betrugs vor rund 20 Jahren bereits im Gefängnis. Eine Quelle aus der Polizei sagt, dass Moretti seitdem aber nichts mehr zum "Spektrum der organisierten Kriminalität" gehöre.

Fotos zeigen mögliche Verschmälerung der Treppe beim Umbau

07.00 Uhr: Als die Menschen aus der "Le Constellation"-Bar fliehen wollten, kam es auf einer engen Treppe, die vom Untergeschoss zum Erdgeschoss führt, zu einem großen Gedränge. Wie nun Bilder auf der Facebook-Seite des Betreibers zeigen, wurde diese offenbar bei einem Umbau im Jahr 2015 verschmälert. Darüber berichtet das Schweizer Medium "Blick".

Außerdem ist auf den Bildern zu sehen, wie die Deckenpaneele aus Schaumstoff installiert werden. Auch dieses Foto wirft mehrere Fragen auf. Die ganze Geschichte finden Sie hier.

Fotos zeigen mögliche Verschmälerung der Treppe beim Umbau.
Fotos zeigen mögliche Verschmälerung der Treppe beim Umbau. Facebook

Nach dem Drama in Crans-Montana: Deutschland hilft

Samstag, 3. Januar, 06.25 Uhr: Die Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen aus dem Flammendrama in Crans Montana in der Schweiz wird zu einer europäischen Mammutaufgabe. Deutschland ist mit seinen zahlreichen auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt. 

Vier Patienten wurden innerhalb kurzer Zeit nach der Katastrophe in der Silvesternacht aufgenommen und die Versorgung weiterer sieben in die Wege geleitet, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mitteilte. Die deutschen Kliniken böten darüber hinaus weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten an.

Decke brennt bereits lichterloh - doch viele Gäste feiern weiter

23.57 Uhr: In den sozialen Medien kursiert am Freitag ein neues Video aus der "Le Constellation"-Bar. Darauf ist zu sehen, wie die Decke bereits lichterloh brennt, Funken sprühen und etwas tropft von der Decke. Die Partygäste drumherum animiert das augenscheinlich allerdings nicht dazu, die Flucht anzutreten. Im Gegenteil - gleich mehrere Gäste filmen die Situation und singen und tanzen weiter. Die ganze rund 15 Sekunden lange Aufnahme sehen Sie im Video oben.

Umbau-Foto rückt in den Blickpunkt

23.14 Uhr: In den sozialen Medien kursiert ein Foto, das beim Umbau der Bar "Le Constellation" aufgenommen worden sein soll. Darauf ist zu sehen, wie die Deckenpaneele aus Schaumstoff installiert werden. Das Foto wirft mehrere Fragen auf. Die ganze Geschichte finden Sie hier.

Überlebender versuchte Scheiben einzuschlagen: "Doch es war Plexiglas"

22.37 Uhr: Der junge Axel hat das Feuerinferno von Crans-Montana überlebt. Gegenüber Reuters erzählte er: "Ich war genau da, wo es ausbrach." Er nahm einen Tisch, kippte ihn um, um sich und andere vor den Flammen zu schützen. Er schaffte es nach oben - und versuchte dort, ebenfalls mit einem Tisch, die Scheiben einzuschlagen. "Doch es war Plexiglas. Sie brachen nicht", so der junge Mann. Er fing an, die Scheiben einzutreten - was ihm dann auch gelang.

Brandschutzexperten sprechen über Deckenmaterial

21.59 Uhr: Die beiden Brandschutzexperten Peter Wilkinson und Edwin Galea haben mit der britischen BBC über das im Fokus stehende Deckenmaterial gesprochen, das sich bei der Feuerkatastrophe in Crans-Montana entzündete und zu dem "Flashover" führte, der dafür sorgte, dass so viele Menschen in der Bar starben. 

Ihren Erkenntnissen zufolge wurde schallabsorbierendes Material aus Polyurethan verwendet, auch als "Eierkarton-Schaumstoff" bekannt. Der Polyurethan-Schaum werde häufig mit einem Flammschutzmittel behandelt und dann in Fabriken oder Unterhaltungsstätten eingesetzt. Ob in diesem Fall Flammschutzmittel verwendet wurde, ist noch nicht klar. Klar ist laut der Experten: Das Mittel kann sich über die Zeit abnutzen. 

Unbehandelt oder abgenutzt sei der Polyurethan-Schaum sehr leicht entflammbar. Wilkinson erklärt: „Einmal entzündet, kann sich Polyurethan-Akustikschaum aufgrund seiner großen Oberfläche schnell ausbreiten und dichten, giftigen Rauch entwickeln, wodurch das Feuer erheblich beschleunigt und die verfügbare Fluchtzeit verkürzt wird.“

Schweizer Ort zieht Feuerwerk durch und erntet scharfe Kritik

21.12 Uhr: Während mehrere Schweizer Orte aus Solidarität ihr Neujahrsfeuerwerk absagten, hat sich Interlaken anders entschieden. Der Ort zog seinen Plan durch - und erntete dafür scharfe Kritik. Mehr dazu lesen Sie hier.

Student (19) rettete sich aus der Bar - und kehrte sofort zurück

20.48 Uhr: Ein 19-jähriger Student hat in einem bemerkenswerten Statement vor der Presse die dramatischen Sekunden geschildert. Ferdinand Du Beaudiez feierte mit seinem Bruder und seiner Freundin im "Le Constellation", als das Feuer ausbrach. Du Beaudiez, der aus Paris stammt und in München studiert, sah, wie die Decke Feuer fing. Er versuchte, mit Wasser aus dem Kühlschrank dagegen anzukämpfen. Doch es war schon zu spät. 

Er versuchte seine Freundin mit rauszuziehen, doch verlor sie. Oben an der Treppe ging die Tür auf - und Luft strömte herein: „Dadurch gelangte viel Luft ins Innere, was das Feuer weiter anfachte. Und das Feuer verwandelte sich in einen Feuerball. Ich spürte diesen Feuerball über meinem Kopf und verbrannte mir leicht den Hals. In diesem Moment verbrauchte das Feuer die gesamte Atemluft und ich konnte nicht mehr atmen“, schilderte der junge Mann.

Er schaffte es raus - und kehrte sofort zurück in die Bar, zog ein bewusstloses Opfer aus den Flammen. Auch seine Liebsten schafften es raus - alle standen am Tag danach noch komplett unter Schock.

Jetzt spricht ein weiterer Bar-Betreiber aus Crans-Montana

20.14 Uhr: Gegenüber FOCUS online hat sich ein anderer Bar-Betreiber aus Crans-Montana anonym zu dem Feuertragödie geäußert. Dabei kommt vor allem die Gemeinde nicht gut weg. Die Story lesen Sie hier.

Sieben Brandopfer werden in Deutschland behandelt

19.55 Uhr: Sieben Opfer der Brandkatastrophe sollen in Deutschland behandelt werden. Das sagte eine Sprecherin des Klinikums St. Georg in Leipzig. Die Klinik nimmt eines der schwer verletzten Opfer auf. Es handele sich um einen Schwerverletzten mit großflächigen Verbrennungen, der beatmet werden müsse.

Die anderen Opfer werden nach Angaben der Sprecherin in Stuttgart, Tübingen und Halle (Saale) untergebracht. Insgesamt 40 der Verletzten sollen außerhalb der Schweiz in Europa behandelt werden.

Wie konnte das passieren? Schweizer Behörden mauern, Experten rechnen ab

19.39 Uhr: Nach der Katastrophe sind entscheidende Fragen noch unbeantwortet. Und die Behörden tragen derzeit kaum etwas zu ihrer Aufklärung bei, halten sich gerade bei der Frage nach Brandschutzabnahmen und Kontrollen bedeckt. Experten rechnen dagegen mit dem Sicherheitssystem in der Schweiz ab. Unseren ausführlichen Bericht dazu lesen Sie hier. 

Bild zeigt zwei Menschen mit Champagnerflaschen kurz vor Katastrophe

18.59 Uhr: Ein Bild, das französische Medien zeigen, soll den Moment unmittelbar vor der Katastrophe in der Bar "Le Constellation" abbilden. Darauf sind zwei Personen zu sehen. Eine Person mit einem Helm auf dem Kopf, bei der es sich vermutlich um eine Frau handelt, sitzt auf den Schultern einer zweiten Person, die eine Guy-Fawkes-Maske trägt

Die Person mit dem Helm hält Champagnerflaschen in den Händen. Aus seitlich angebrachten Sprühkerzen zischen Funken. Auch die Person unten hält eine solche Flasche in der Hand. Die Funken aus den Flaschen der Person mit dem Helm könnten das Feuer ausgelöst haben.

Bislang ist nicht bekannt, um wen es sich bei diesen Personen handelt und ob sie bei dem Feuer verletzt wurden oder sogar ums Leben kamen. Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud stellte aber auf der Pressekonferenz klar: "Wenn diese Personen noch leben, wird gegen sie ermittelt werden."

Diese Aufnahme soll den Moment kurz vor der Feuer-Katastrophe in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz, zeigen.
Diese Aufnahme soll den Moment kurz vor der Feuer-Katastrophe in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz, zeigen. X

Wirt der abgebrannten Bar äußert sich: "Wir können weder schlafen noch essen"

18.30 Uhr: Der Betreiber des "Le Constellation" hat sein Schweigen gebrochen. Am Tag nach der Feuer-Katastrophe in seiner Bar hat er mit dem Schweizer Portal "20Minuten" gesprochen. "Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht", sagte Jacques Moretti.

Der Wirt, der die Bar gemeinsam mit seiner Ehefrau Jessica, die eine Brandwunde am Arm erlitt, führt, kündigte eine vollumfängliche Kooperation mit den Behörden an. "Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären. Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert." 

Gegenüber der „Tribune de Genève“ lehnte der Wirt ein längeres Interview ab und erklärte lediglich, er sei nach dem Drama „nicht gut beieinander“. Dennoch wies er Vorwürfe um mangelhaften Brandschutz zurück: Der Betrieb sei in den letzten zehn Jahren „dreimal kontrolliert“ worden, wobei „alles vorschriftsgemäß“ gewesen sei. Während die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, wurden die Morettis laut „20 Minuten“ bisher lediglich als Auskunftspersonen befragt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bars in Crans-Montana bleiben bis Sonntag zu

18.07 Uhr: Laut einem Bar-Betreiber aus Crans-Montana, der anonym bleiben will, bleiben alle Bars in der Gemeinde bis Sonntag geschlossen. FOCUS-online-Reporter Niklas Golitschek vor Ort in Crans-Montana hat auch die dritte Bar der Morettis besucht. Hier ist allerdings am Freitagabend nichts los. Die Frage steht im Raum, ob auch die anderen Lokalitäten des Besitzer-Paares die im Fokus stehenden Schaumstoff-Decken verbaut hat. Zumindest bei der Bar "Le Vieux Chalet" ist davon von außen nichts zu sehen.

Die Bar "Le Vieux Chalet", die vom gleichen Ehepaar betrieben wird wie "Le Constellation".
Die Bar "Le Vieux Chalet", die vom gleichen Ehepaar betrieben wird wie "Le Constellation". FOCUS online

Weitere Bar der Morettis ist zu - Frau weist Reporter mit Zeigefinger zurück

17.46 Uhr: Vor der Bar "Le Senso" steht ein Schild, dass das Geschäft heute außerplanmäßig geschlossen hat. Die Schiebetür ist verriegelt, die Vorhänge geschlossen. Es wird vom gleichen Ehepaar betrieben wie das "Le Constellation", den Morettis. Doch im Gebäude halten sich mehrere Menschen auf, wie sich durch Lücken zwischen den Vorhängen erkennen lässt. FOCUS online hat versucht, mit den Personen im Raum Kontakt aufzunehmen - vergeblich. An der Tür wedelt eine Frau abweisend mit dem Zeigefinger.

Die Bar "Le Senso" in Crans-Montana gehört ebenfalls dem Ehepaar Moretti.
Die Bar "Le Senso" in Crans-Montana gehört ebenfalls dem Ehepaar Moretti. Golitschek

Zeitung fragt bei Gemeinde nach - Präsident pampt zurück

17.19 Uhr: Eine der großen offenen Fragen in Bezug auf die Feuerkatastrophe in Crans-Montana ist, inwiefern Brandschutzbestimmungen und feuerpolizeiliche Vorschriften eingehalten wurden - oder eben nicht. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag hatten sich Gemeinde und Behörden zurückhaltend gezeigt, was diese Fragen angeht. Der Gemeindepräsident Nicolas Feraud hatte auf Prüfungen verwiesen, die "jährlich oder zweijährlich" stattfinden. Er gab keine Auskunft darüber, wann genau die letzte stattgefunden habe.

Der "Spiegel" fragte nochmal bei der Gemeinde und bei Feraud nach. Die Antwort? Aggressiv. "Wer sind Sie, so etwas zu verlangen!", attackiert Feraud die Zeitung. Und weiter: "Ich habe den Anstand, Sie nicht so zu behandeln, wie Sie es verdienen, und zwinge mich dazu, Sie darüber zu informieren, dass die Kantonspolizei für die Information der Presse zuständig ist." Allerdings ist die Gemeinde für die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen verantwortlich.

Bestürzung in Crans-Montana nach Katastrophe groß

16.50 Uhr: Am Unglücksort ist die Bestürzung groß. Im Minutentakt legen Menschen Blumen ab und entzünden Kerzen, halten inne und trauern. Ob Tourist oder Anwohner: Fast jeder in Crans-Montana hat einen Bezug zur Bar "Le Constellation" und kennt mindestens über Bekannte Personen, die in der Brandnacht im Lokal waren. "Ich war letztes Jahr dort", erzählt eine schwangere Frau, als sie gerade eine Kerze anzündet. Mit ihrem Partner besuchte sie dieses Jahr Freunde nur 100 Meter entfernt. "Wir waren gegen 1.20 Uhr dort und es war alles normal", erzählt der. "Wir hätten nie gedacht, dass es so tragisch wird." Der Geruch von Plastik in der Luft und die Einsatzkräfte vor Ort hätten zwar ein Unglück schließen lassen. Für Außenstehende allerdings nicht in dem Ausmaß.

Weiter keine Infos zum Brandschutz: Medienkonferenz im Tickerprotokoll

16.26 Uhr: Ob es kurzfristige Bestrebungen gebe, die Sicherheit in anderen Bars und Chalets zu erhöhen, fragt ein Reporter. "Das Wichtigste ist die Untersuchung", antwortet Generalstaatsanwältin Pilloud. Bevor man beispielsweise Wunderkerzen verbiete, müssten die Verantwortlichkeiten geklärt werden. Damit endet die Pressekonferenz.

16.22 Uhr: "Wenn jemand als Zeuge vernommen wird, nehmen wir den nicht in Haft", sagt Pilloud auf Nachfrage und will sich explizit nicht auf das Betreiberpaar beziehen. Bislang gebe es keinen strafrechtlichen Verdacht.

16.20 Uhr: Ob sie nicht präzise sagen könne, wann die letzte Brandschutzkontrolle stattgefunden habe und wer die Decke genehmigt habe. "Ich kann Ihnen das zurzeit nicht sagen", antwortet Pilloud auf beide Fragen. "Die Untersuchung wird auch darauf gehen." Die Reporterin hakt zu Gaffern nach, die gefilmt haben, während in der Bar Menschen starben. "Wir haben ziemlich viele Videos gesehen", sagt sie. "Das ist aber die Verantwortlichkeit von den Menschen, die da filmen", antwortet Pilloud knapp.

16.18 Uhr: Ein Reporter fragt, ob es nicht leicht wäre, die Brandschutzbeauftragten zu befragen. "Das Ganze wird untersucht, aber es ist noch zu früh, um eine korrekte und sichere Antwort zu geben", sagt Pilloud.

16.16 Uhr: Nächste Fragen: Ob man eine Genehmigung brauche, um Wunderkerzen einsetzen zu dürfen? Und ob die Berichte korrekt sind, dass der Notausgang im Untergeschoss blockiert war? "Diese Wunderkerzen kann man ganz normal in einem Supermarkt kaufen", sagt Pilloud. "Ob man sie benutzen darf, wird die Ermittlung zeigen." Die andere Frage beantwortet sie nicht, die Fragestellerin hakt aber auch nicht nach.

16.14 Uhr: Bonvin ergänzt, dass Informationen zu identifizierten Personen laufend weitergegeben worden seien und noch immer werden. Aber viele Menschen seien eben noch nicht identifiziert. "Aber es ging vorrangig darum, die Menschen zu retten."

16.12 Uhr: Eine Reporterin fragt nach Informationen für die Angehörigen - manche beschweren sich, dass sie keine oder zu wenige erhalten würden. "Wenn Sie die drei Medienkonferenzen gesehen haben, haben sie gesehen, dass systematisch vorgegangen wurde. Jede Kommunikation wurde so herausgegeben, dass sie sicher ist. Wir wollen nicht einfach, dass Hypothesen in Umlauf gebracht werden."

"Es gab Notausgänge, es gab mehr als einen Ausgang"

16.10 Uhr: "Es gab Notausgänge, es gab mehr als einen Ausgang", so Ganzer. Die meisten Menschen seien auch durch den Hauptausgang geflohen. Durch die schnelle Rauchentwicklung hätten aber nicht alle Menschen den Notausgang finden können.

16.08 Uhr: Ganzer spricht zu Kontrollen der Feuerschutzvorgaben. Diese liegen im Wallis bei Gemeinden, in diesem Fall bei der in Crans-Monata. Feuerschutzkontrollen werden normal jährlich durchgeführt. Wenn es Mängel gibt, werden diese an den Kanton weitergeleitet - der Kanton unterstützt dann bei einem möglichen Verfahren gegen das Lokal, dem dann die Schließung droht. Er wisse nicht, ob es Mängel gegeben habe, gehe aber davon aus, dass es Kontrollen gegeben habe.

16.05 Uhr: "Die Decke war anscheinend aus Schaumstoff", sagt eine Medienvertreterin und fragt sowohl danach als auch nach der Konformität der Notausgänge. "Gab es nur diese eine Treppe und diese eine Tür?" Pilloud verweist wieder auf die Ermittlungen und betont, sie sei "nicht in der Lage, zu beurteilen, ob es sich um konformen oder nicht konformen Schaumstoff handelt. Ich bitte Sie: Spekulieren Sie nicht!"

16.02 Uhr: Nun übernimmt Pilloud wieder. "Verschiedene Zahlen wurden präsentiert - sie sind nicht abschließend, weil die Lage nach wie vor dynamisch ist." Sie bedankt sich noch einmal bei allen Beteiligten, die mit ihr in dieser Pressekonferenz sind.

15.56 Uhr: Bonvin betont, warum er verhinderte, dass Medienvertreter ins Krankenhaus kommen. "Die Patienten stehen für uns im Vordergrund, wir wollten sie schützen." Danach nennt er Zahlen zu den einzelnen Kliniken im Wallis.

15.53 Uhr: Nun spricht Eric Bonvin, Direktor der Walliser Krankenhäuser. Er betont, dass die Klinik in Sion auf Opfer wie die der Brandkatastrophe spezialisiert sei. Es gab aber auch "normale Verletzte", deren Verteilung koordiniert werden musste.

15.51 Uhr: "Wir haben eine sehr hohe Anzahl an Verletzten, aber nicht so viele Plätze in Spezialkliniken", sagt Roten und meint solche für Brandopfer. Erst nach und nach seien die Verletzten dann in spezielle Kliniken gebracht worden, in der Schweiz und im Ausland. Bis Samstag seien weitere 50 Überführungen ins europäische Ausland geplant.

15.49 Uhr: Die Retter hätten viele Menschen intubieren und in ein künstliches Koma versetzen müssen und waren darauf angewiesen, dass die Kliniken ihre Kapazitäten kurzfristig erhöhen können. Das gelang. "Wir haben für jeden Patienten ein Krankenhaus gefunden", sagt er.

15.47 Uhr: Fredy-Michel Roten, Direktor der Walliser Rettungsorganisationen, nimmt das Mikrofon und geht genauer auf den Einsatz der Retter rund um die Katastrophe ein. "Das war ein größerer Einsatz als normalerweise", sagt er.

15.45 Uhr: Beeindruckend ist vor allem, wie lange die verschiedenen Ermittler und Beteiligten sprechen, ohne konkrete, neue Informationen zu nennen. 

15.43 Uhr: Der Fokus liege derzeit auf der Identifizierung der Opfer, der Unterstützung der Angehörigen und den Ermittlungen zum Hergang der Feuerkatastrophe, so Ganzer. Er erläutert, wie viele Menschen, sich mit welchen Themen beschäftigen, bei der Polizei, bei diversen Instituten sowie auch in der Identifizierung der Opfer. Auch hier: Keine Neuigkeiten, nur die detaillierte Darstellung des Prozesses.

15.41 Uhr: Stéphane Ganzer, Staatsrat des Kantons Wallis, spricht nun. Er betont, dass die Familien der Angehörigen nicht nur bis zur Identifizierung, sondern auch darüber hinaus unterstützt werden sollen. 

15.39 Uhr: Es ist sehr technisch, was Lengen hier erzählt. Er spricht von Finger- und Zahnabdrücken, DNA-Proben, post-mortem und ante-mortem. "Das ist komplex, man muss sehr sorgfältig arbeiten und darf keine Fehler begehen." Das ist nachvollziehbar, liefert aber keine neuen Erkenntnisse.

15.37 Uhr: Nun spricht der Chef der Kriminalpolizei, Pierre-Antoine Lengen. Er erklärt genau, wie bei der Identifizierung von Opfern vorgegangen wird. "Während ich hier spreche, finden die Untersuchungen statt."

15.35 Uhr: "In Bezug auf die Identifizierung arbeiten derzeit über 30 Menschen daran, diese durchzuführen und den Menschen Gewissheit zu geben", so Pilloud. Darauf liege die Priorität. Konkreter wird sie nicht.

15.33 Uhr: Auch Fluchtwege, Feuerlöscher, Anzahl der Personen vor Ort und maximal zulässige Zahl der Gäste sowie Zugangswege - all das werde derzeit untersucht. Außerdem wurden Zeugen befragt. 

15.31 Uhr: Nun übernimmt wieder Generalstaatsanwältin Pilloud - und sagt erstmals etwas konkretes zur Brandursache: "Es kann davon ausgegangen werden, dass die Sprühkerzen oder Bengalos ursächlich für das Feuer gewesen sind. Von da kam es dann zu einem Brand an der Decke."

Ermittler nennen Feuer-Ursache und Details zu Verletzten - keine Infos zu den Toten

15.29 Uhr: "Ich habe veranlasst, dass alle Familien Tag und Nacht psychologisch unterstützt werden, bis die Identifizierung abgeschlossen ist", sagt Gisler und dankt außerdem allen Polizeikräften und weiteren Einsatzkräften, die seit der Katastrophe im Einsatz sind.

15.27 Uhr: Nun übernimmt Polizeikommandant Frédéric Gisler. Er erklärt, dass es noch immer 119 Verletzte seien, 113 davon seien bereits identifiziert. Nur sechs seien noch nicht identifiziert. 71 Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener sowie einige vereinzelte Personen aus diversen Ländern wie Serbien, Belgien und Portugal. 14 Personen seien noch keiner Nationalität zugeordnet. Es ist also bislang kein Deutscher unter den Verletzten. Zur Identifizierung der Todesopfer sagt er nur, dass daran gearbeitet werde.

15.26 Uhr: Ein Satz lässt auf wenig Neuigkeiten schließen: "Unsere Teams geben ihr Bestes, um die Opfer möglichst schnell zu identifizieren", sagt Reynard. Offenbar sind immer noch viele Opfer, Tote und verletzte nicht identifiziert. Auch die Zahl der Toten liege noch immer bei mindestens 40.

15.25 Uhr: Der Staatsratspräsident spricht über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit, zum Beispiel mit Italien. Wirklich konkret wird er dabei nicht, sondern bleibt an der Oberfläche. "Heute zeigt sich die Professionalität unserer Teams, heute zeigt sich Menschlichkeit", sagt er zum Beispiel und drückt "die Anteilsnahme des Wallis" aus.

15.22 Uhr: Reynard lobt die Krankenhäuser im Wallis und auch in den Nachbarländern, die ebenfalls zahlreiche Verletzte aufnahmen. "Unsere Teams leisten seit dem Beginn das Maximum."

15.20 Uhr: Pilloud eröffnet und nennt eine Agenda. Dann übergibt sie das Wort an Staatsratspräsident Reynard. "Wir wissen, dass das schwierige Stunden sind und jede Sekunde ohne Antworten sie schwieriger macht", sagt er an die Familien und Angehörigen der Opfer gewandt.

15.18 Uhr: Jetzt beginnt die Medienkonferenz, die Sprecher sitzen auf ihren Plätzen. Folgende Personen sitzen auf dem Podium:

  • Eric Bonvin, Direktor der Spitäler Wallis
  • Staatsratspräsident Mathias Reynard
  • Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud
  • Polizeikommandant Frédéric Gisler
  • Chefinspektor Pierre-Antoine Lengen
  • Staatsrat und Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer
  • Fredy-Michel Roten, Direktor der Walliser Rettungsorganisationen

 

15.07 Uhr: Noch sind die Ermittler nicht da - der Beginn der Medienkonferenz verzögert sich.

Medienkonferenz um 15 Uhr: Ermittler nennen neue Details

14.55 Uhr: Um 15 Uhr findet in Sion eine weitere Medienkonferenz der Walliser Behörden statt. Es bleibt abzuwarten, ob es neue Erkenntnisse zu Opferzahlen, den Identitäten der Menschen, dem Brand, dessen Ursache und dem versperrten Fluchtweg gibt. FOCUS online berichtet im Ticker.

Mindestens 22 Verletzte aus Crans-Montana identifiziert

14.42 Uhr: Die 22 Brandopfer aus Crans-Montana, die in einer Schweizer Spezialklinik in Lausanne behandelt werden, sind identifiziert. Das sagte die Direktorin des Universitätsklinikums Waadt (CHUV), Claire Charmet, dem Schweizer Sender RTS. Viele Familien hatten in sozialen Medien verzweifelte Aufrufe gepostet, weil sie nicht wussten, ob ihre Kinder unter den Verletzten oder Toten waren. In den ersten Stunden nach dem Unglück war aber die höchste Priorität der Kliniken, das Leben der Patienten zu retten, nicht die Identifizierung. 

Alle 22 seien schwerstens verletzt, sagte Charmet: "Die Prognosen sind für jeden dieser Verletzten, die alle schwere Verbrennungen erlitten haben, sehr ernst." Viele dürften sehr lange Behandlungen benötigen. Familienangehörige seien teils vor Ort. Die Klinik sei mit Material und Personal ausreichend ausgestattet. Dennoch sollten einige Patientinnen und Patienten verlegt werden, teils auch ins Ausland. 

Sicherheitsdirektor: "Opferbilanz ist katastrophal und könnte sich noch verschlimmern"

14.01 Uhr: Nach der Brandkatastrophe in der Bar in Crans-Montana befinden sich 80 bis 100 Verletzte in kritischem Zustand. Der französische Radiosender RTL sprach am Freitag mit dem Schweizer Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer. 
Es bestehe die Gefahr, dass noch viele weitere Opfer sterben könnten. "Die schreckliche Opferbilanz ist katastrophal und sie könnte sich noch verschlimmern", so Ganzer. Menschen mit Verbrennungen dritten Grades auf etwa 15 Prozent der Körperoberfläche hätten ein erhöhtes Risiko, in den Stunden und Tagen nach dem Unfall zu sterben.

Experte zu fataler Party-Pyrotechnik: "Kombination war höchst fahrlässig"

13.32 Uhr: Laut dem Schweizer Feuerwerksexperten Erich Frey handelte es sich bei der in der Unglücks-Bar "Le Constellation" verwendeten Pyrotechnik nicht um Wunderkerzen: "Das sind Traumsterne – sogenannte Partyfontänen", so Frey gegenüber "Blick". Diese würden nur in eine Richtung gehen — "nach oben". Laut Frey solle man diese immer mindestens einen Meter von Oberflächen entfernt halten. "Das war hier klar nicht der Fall", so Frey. Besonders alter oder spröder Kunststoff entzünde sich durch Berührung mit Feuer extrem schnell. "Die Kombination aus den Partyfontänen und flammbarem Material war höchst fahrlässig", so der Experte.

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Dieses Bild soll den Moment zeigen, an dem das Flammen-Inferno in der Bar in Crans-Montana begann. X/Twitter

Paolo rettete Gäste aus der Flammenhölle - jetzt liegt er selbst im Krankenhaus

12.41 Uhr: Als ihn die Tochter seiner Partnerin kurz nach 1.30 Uhr in der Neujahrsnacht anruft und von dem Unglück berichtet, zögert Paolo Campolo keine Sekunde. "Wir sind sofort losgegangen", sagt er dem Portal "20Minuten". Er wohnt nur rund 100 Meter von der Bar "Le Constellation" entfernt.

Vor Ort angekommen beginnt er sofort, Menschen aus dem verstopften Eingang zu ziehen. "Man konnte nicht sehr weit hinein, vielleicht etwa einen oder zwei Meter, um Leute zu greifen und sie nach draußen zu ziehen", berichtet der 55-Jährige. 15 bis 20 Personen habe er zusammen mit anderen Ersthelfern herausholen können, darunter den Verlobten der Tochter seiner Partnerin. 

Dabei erlitt er eine Rauchvergiftung und liegt nun im Krankenhaus. Das Risiko war ihm aber bewusst, sagt er. "Man denkt nicht nach, weder vorher noch nachher. Man tut einfach, was man tun muss."

Kritisch beurteilt er das Vorgehen der Feuerwehr vor Ort. Als er durch die Scheibe einer Tür hinter der Bar Menschen sah, die nicht herauskonnten, habe er einen Feuerwehrmann darauf aufmerksam gemacht. Der habe aber nur ganz ruhig gesagt, sie würden sich darum kümmern und sei dann gegangen. Paolo und sein Helfer reagierten indes sofort. "Mit jemandem, der zufällig vorbeikam, haben wir die Tür aufgebrochen und die Menschen herausgeholt", berichtet er.

Keine Hinweise auf deutsche Opfer

12.34 Uhr: Nach dem verheerenden Brand bei einer Silvesterfeier im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana gibt es offenbar weiter keine Hinweise auf mögliche deutsche Opfer. Die deutsche Botschaft stehe mit den Schweizer Behörden "in engem Kontakt", teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu möglichen deutschen Betroffenen mit.

Besucher über schlechten Brandschutz der Unglücks-Bar: "Bin überrascht, dass es so lange ging"

12.21 Uhr: Ein früher Besucher der Unglücks-Bar "Le Constellation" hat gegenüber der Schweizer Zeitung "Blick" angegeben, dass die Sicherheitsvorkehrungen schon immer sehr lasch gehandhabt worden seien. 

"Ich bin überrascht, dass es so lange ging, bis etwas passierte", so der Mann mit dem Namen Laurent. "Menschen rauchten im Innern, du konntest tun, was du willst. Es kam mir vor, als würden die Betreiber immer wieder ein Auge zudrücken." 

Der Brandschutz sei mies gewesen. Der 30-Jährige sei schon als Schüler einer internationalen Schule vor Ort gewesen. Auch in den vergangenen Jahren seien viele der Gäste Schüler dieser Schule gewesen.

Augenzeuge Marco vermisst seine Freunde

12.16 Uhr: "Das war das Schlimmste, was ich in meinem Leben gesehen habe", sagt Augenzeuge Marco am Freitagmittag zu Journalisten. Eigentlich wollte er auch im Le Constellation Silvester feiern, wurde jedoch von den Türstehern abgewiesen, weil der Club überfüllt war. 

Während Marco den Bus nach Montana nahm, feierten 20 Freunde dort weiter. Am Vorabend hatte er noch mit ihnen im Restaurant gegessen, jetzt weiß er nichts über ihr Schicksal. "Die Hälfte von ihnen ist verletzt, manche sind in Sicherheit, manche werden immer noch vermisst", sagt Marco.

Er selbst sei sofort zum Unglücksort geeilt, als er von dem Brand hörte: "Ich habe wirklich schlimme Dinge gesehen." Je mehr Zeit vergehe, desto mehr realisiere er die Situation und leide darunter. Er habe zwar Glück gehabt, durch einen Zufall überlebt zu haben. Marco weiß allerdings, dass das nicht der ursprüngliche Plan war. "Ich hätte mit ihnen dort sein sollen", sagt er. Jetzt vermisse er seine Freunde.

Marco eilte sofort zum Unglücksort um zu helfen. Einige seiner Freunde gelten als vermisst.
Marco eilte sofort zum Unglücksort um zu helfen. Einige seiner Freunde gelten als vermisst. Niklas Golitschek

Freund der Familie: Betreiberpaar überlebt Feuerinferno

12.08 Uhr: Ein Freund des Betreiberpaares hat bestätigt, dass Jacques und Jessica Moretti das Inferno überlebt haben. "Ich habe die ganze Nacht versucht, meine Freunde zu erreichen. Gegen 5 Uhr morgens meldete sich schließlich die Frau und sagte mir, dass sie leben und dass es eine Katastrophe sei", so der Musiker Jean-Thomas Filippini. Laut "Blick" habe eine weitere Quelle bestätigt, dass das Paar "unter Schock" steht. 

Lange Warteschlange rettete Emma (18) das Leben

11.30 Uhr: Die 18-jährige Emma feierte Silvester in Crans-Montana. Sie berichtet, dass sie kurz vor dem Unglück mit Freunden beinahe in die Bar "Le Constellation" gegangen wäre. Nur eine Sache hielt die Gruppe davon ab: Die lange Warteschlange am Eingang. "Wir sagten 'Nein, die Warteschlange ist zu groß. Also gingen wir zurück ins Hotel", sagt die junge Frau dem Schweizer "Blick". "Wir hatten wirklich sehr großes Glück."

Reporter über Stimmung in Crans-Montana am Tag nach dem Unglück: "Die Leute laufen mit gesenktem Kopf umher"

10.53 Uhr: Die Stimmung in Crans-Montana ist auch am Tag nach dem schlimmen Feuer-Unglück "ganz komisch". Das berichtet ein Reporter des Schweizer "Blick". "Die Leute laufen mit gesenktem Kopf umher, die Stimmung ist gedrückt. Die Leute flüstern nur noch miteinander." 

Rund 50 Meter vom Unglücksort entfernt sei an einem Kreisel ein Lichtermeer mit Kerzen und Blumen zu sehen, das bereits am Donnerstagabend aufgestellt wurde. Zudem seien mittlerweile extrem viele Journalisten aus dem Ausland vor Ort, um aus Crans-Montana zu berichten.

Gelöschte Bilder aus Unglücks-Bar nähren schlimmen Verdacht gegen Betreiber

10.20 Uhr: Die Besitzer der Unglücks-Bar "Le Constellation" haben nach der Brandkatastrophe Bilder von den Instagram- und Facebookseiten der Bars gelöscht. Wie die Schweizer Finanznewsseite "Inside Paradeplatz" berichtet, verschwanden mehrere Bilder von den Seiten, die die Decke zeigten. Diese war laut Videos und Augenzeugenberichten mit einer Schallisolierung verkleidet. In einem Interview mit FOCUS online hatte der Brandschutzexperte Markus Knorr angegeben, dass die brennend von der Decke tropfende Verkleidung einer der Hauptgründe für das Flammeninferno war. 

Die Löschaktion wirft daher den brisanten Verdacht auf, dass die Bilder vor allem entfernt wurden, um die Bilder der leicht entflammbaren Deckenverkleidung zu verbergen. Das Material soll in großen Teilen des Untergeschosses der Bar verwendet worden sein. Wie "Inside Paradeplatz" angibt, ist die Verwendung aber auch in der Schweiz "entsprechend verboten".

Auf den gelöschten Bildern war die leicht entflammbare Decke der Bar "Le Constellation" zu sehen.
Auf den gelöschten Bildern war die leicht entflammbare Decke der Bar "Le Constellation" zu sehen. Auf dem Bild sind zwei Angestellte zu sehen. Bar "Le Constellation"

Foto soll den Moment zeigen, als das Feuer startete

07.59 Uhr: Ein Foto, das einer der Überlebenden dem französischen Sender BFMTV zur Verfügung gestellt hat, zeigt einen Moment vor der Brandkatastrophe. Darauf zu sehen ist, wie eine Frau mit einem schwarzen Helm zwei Champagnerflaschen in der Hand hält. An diesen sind Wunderkerzen befestigt, die Funken sprühen. Die Frau sitzt auf den Schultern einer weiteren Person, die eine Guy-Fawkes-Maske trägt. Die Wunderkerzen sind dabei sehr nah an der Decke. Das Foto stützt Berichte von weiteren Augenzeugen, die angaben, dass das Feuer von an Champagnerflaschen befestigten Wunderkerzen auf die Decke übergegriffen hatten (FOCUS online berichtete).

Ein weiteres Foto, das der Sender ebenfalls erhalten hat, zeigt, wie die Funken der Wunderkerzen auf die Decke übergreifen, an der vermutlich eine Art Schallisolierung aus Kunststoff angebracht ist.

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Dieses Bild soll den Moment zeigen, an dem das Flammen-Inferno in der Bar in Crans-Montana begann. X/Twitter

Ersthelfer berichtet vom Horror im Unglücks-Klub: "Menschen lagen am Boden, oberkörperfrei, entstellt, verbrannt"

06.58 Uhr: Gegenüber "20Min" berichtet der 19-jährige Gianni, wie er das Flammen-Inferno erlebte. Er war kein Gast in dem Klub, sondern eilte den Feuerwehrleuten bei den Rettungsarbeiten zu Hilfe. Was Gianni erzählt:

  • "Ich hätte mir nie etwas Schlimmeres vorstellen können als diese Nacht"
  • "Die Rettungskräfte trafen zwar recht schnell ein, kamen aber von weit her. Die Krankenwagen ließen extrem lange auf sich warten. Menschen lagen am Boden, oberkörperfrei, entstellt, verbrannt. Jeder konnte es sehen"
  • "Je weiter wir vordrangen, desto schlimmer wurden die Fälle. Schwerste Verbrennungen. Gesichter waren völlig entstellt, Haare abgefallen. Die Menschen waren schwarz verbrannt, ihre Kleidung mit der Haut verschmolzen"
  • "Manchmal mussten wir Opfer auf den Boden legen und sie quasi zurücklassen, um die anderen aus dem Inneren zu bergen"
  • "Menschen, fast zerstückelt, bewusstlos. Reanimation. Ich habe viele Menschen vor meinen Augen sterben sehen. Man konnte Kinder nicht von Erwachsenen, Frauen nicht von Männern unterscheiden, so schwer verbrannt waren die Menschen. Es war unmöglich, sie zu identifizieren"
  • "Ich bin sicher, ich habe Menschen geholfen. Nur wenige Zivilisten kamen, um zu helfen"
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar)
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar) Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa
  • zu helfen: nur drei oder vier. Die Feuerwehrleute weinten. Es war schlimmer als in einem Horrorfilm."

Überlebende: "Sogar die brennenden Leute haben nicht verstanden, was passierte"

06.28 Uhr: Im TV-Sender BFMTV hat die 17-jährige Laetitia über den verheerenden Brand gesprochen. Sie ist Überlebende des Brandes. Was Laetitita über den Abend erzählt:

  • "Ich bin in die Bar hinuntergegangen, die im Keller war. Und dann hat sich eine Freundin zu mir gesellt, und danach habe ich Feuer gehört. Die Leute haben angefangen zu rennen, also sind wir einfach weggerannt"
  • "Weil es nur eine Tür gab, um hinauszukommen, also ein einfaches Tor für 100 Leute. Alle haben wie verrückt gezittert und ich hab mich unter drei oder vier Leuten wiedergefunden, die gebrannt haben. Überall waren Tote um uns herum"
  • "Ich habe einfach meine Hände hochgehoben und geschrien. Es gab einen Jungen, den ich überhaupt nicht kenne, dem ich von ganzem Herzen danke. Er hat an mir gezogen. Also dank ihm hab ich es geschafft, hinauszukommen. Und dann hat er anderen Leuten geholfen."
  • "Es war furchtbar. Alle waren unter Schock, niemand hat etwas verstanden. Sogar die brennenden Leute haben nicht verstanden, was passierte"

Chefarzt: Viele Verletzte, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist"

06.13 Uhr: Nach dem verheerenden Feuer in Crans-Montana weisen zahlreiche der mehr als 110 Verletzten lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagt. 
Es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde, so Raffoul. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein.

Theorie "Flashover" bei Brandtragödie in Crans-Montana

06.00 Uhr: Über die Brandursache bei der Silvesterparty-Tragödie in Crans-Montana in der Schweiz gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Es kursiert aber eine Theorie, wieso so viele Menschen starben und nicht flüchten konnten. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar, nannte aber keine Quelle für diese These. 

Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte im ARD-"Brennpunkt" das Phänomen "Flashover" als ein "kleines Brandereignis", das die Hitze an die Umgebungstemperatur abgebe - dann sammele sich unter der Decke die Hitze. Dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. 

"Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird."

Im Zuge eines "Flashovers" erfolgt nach Darstellung von Barz ein Temperaturanstieg innerhalb von geringer Zeit, auf etwa .000 bis 1200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Sie betonte: "Das heißt, unser menschlicher Körper ist dafür nicht gemacht." Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben.

crans montana trauer
Menschen trauern um die Opfer des Brandes in einem Schweizer Klub. IMAGO / MAXPPP

Abgebrannte Bar warb mit Video für Champagner-Feuerwerk

19.48 Uhr: Die offizielle Ursache für den Brand in der Bar "Le Constellation" ist noch nicht bekannt. Vermutet wird, dass brennende Wunderkerzen, die dort in Champagnerflaschen steckend serviert wurden, das Feuer auslösten.

Ein Werbevideo auf Youtube zeigt, wie in der Bar gefeiert wurde. Dabei sind unter anderem Frauen zu sehen, die Champagner-Flaschen tragen, aus denen brennende Feuerwerkskörper ragen. Teilweise sind auch ganze Eimer zu sehen, aus denen Feuerwerk ragt. Ebensolche sollen bei einer Berührung der Decke der Bar das Inferno ausgelöst haben.

Zweite Pressekonferenz im Ticker

Journalist fragt, ob Champagnerflasche den verheerenden Brand auslöste

17.47 Uhr: Jetzt fragen die Journalisten. Der erste will wissen, ob wirklich eine Wunderkerze in einer Champagnerflasche den Brand auslöste. Außerdem will er wissen, ob die Treppe nach oben womöglich zugestellt war. Die Generalstaatsanwältin sagt: "Das Drama liegt erst wenige Stunden zurück. Ich kann noch nichts bestätigen. Wir wollen die genauen Umstände noch ermitteln." Ein Dementi klingt allerdings anders, denn danach hatte der Journalist auch explizit gefragt.

Die Treppe nach oben aus der Keller-Bar sei "in der Tat eine enge Treppe" gewesen. Man werde "genau prüfen, ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden sind". Ob die Ausgänge frei waren oder nicht, werde auch Gegenstand der Ermittlungen sein.

"Die Lage ist sehr angespannt. Lassen Sie die Fachleute ihre Arbeit machen"

17.43 Uhr: Staatsratspräsident Mathias Reynard ergreift nochmal das Wort, um eine Aktualisierungen im Vergleich zur Vormittags-PK vorzutragen. Er spricht jetzt von 400 Personen, die betreut wurden. Ob dies alles Verletzte aus der Bar sind, sagt Reynard nicht. Wahrscheinlich sind darunter auch andere Beteiligte.

60 Patienten sind im Krankenhaus von Sitten. Andere Opfer seien nach Lausanne, Zürich und weitere andere Kliniken gebracht worden. "Die Lage ist sehr angespannt", sagt Reynard. "Lassen Sie die Fachleute ihre Arbeit machen."

Club in Crans-Montana
"Le Constellation" ist laut Berichten von schweizerischen Medien ein Nachtclub sowie tagsüber ein Café. Die Loungebar war demnach als beliebter "Hotspot" in der Region. Laut einer Bewertungsplattform wird der Bar nur eine sehr schlechte Bewertung beim Thema Sicherheit gegeben, berichtet "20min.ch". dpa

17.40 Uhr: Staatsrat Stéphane Ganzer spricht davon, dass es noch Tage, vielleicht Wochen dauern werde, bis der Sachverhalt komplett aufgeklärt sein werde. Er selbst habe heute Dinge sehen müssen, von denen er dachte, er müsse sie niemals sehen. Ganzer dankt vor allem den Einsatzkräften "unter diesen schwierigen Umständen". "So eine schlimme Katastrophe ist sehr selten und deshalb ist der Einsatz besonders zu loben."

Generalstaatsanwältin: "Heute ist vor allem die Gerichtsmedizin gefordert"

17.38 Uhr: Die Generalstaatsanwältin übernimmt. Sie spricht weiterhin von einer "Verpuffung". "Wir haben mehrere Zeugen angehört und müssen nun die Details vor Ort klären." Heute sei vor allem die Gerichtsmedizin gefordert, damit man den Angehörigen Nachrichten überbringen könne. Die traurige Wahrheit: Es ist noch immer nicht klar, wer die Toten sind und wer schwer verletzt in den Krankenhäusern liegt.

Polizeikommandant: 40 Tote und mehr als 50 schwer verbrannte Verletzte

17.36 Uhr: "Wir gehen davon aus, dass mindestens 40 Personen verstorben sind und mehr als 50 Menschen schwer verbrannt sind", sagt Polizeikommandant Frédéric Gisler.

17.33 Uhr: Der Bürgermeister übergibt an den Polizeikommandanten Frédéric Gisler. "Eine Tragödie ohne Beispiel", sagt er. "Wir haben den Ablauf rekonstruiert." Er beginnt noch einmal, dass es um 1.30 Uhr den ersten Notruf gab. Sofort seien alle Einsatzkräfte mobilisiert worden. Die Feuerwehr habe den Brand "relativ schnell" unter Kontrolle gebracht.

17.31 Uhr: Als nächster ist der Bürgermeister der Gemeinde an der Reihe, Nicolas Féraud. "Sowas haben wir noch nicht erlebt. Wir sind von Angst erfüllt", sagt der Politiker. 

Tote bei Silvesterparty in Crans-Montana
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (l-r), Mathias Reynard, Staatsrat und Präsident des Staatsrates des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis und Frederic Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei, sprechen während einer Pressekonferenz über den Brand in der Bar und Lounge «Le Constellation», bei dem es Tote und Verletzte gab. Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Staatsratspräsident: "Die Identifizierung wird noch schreklich lange dauern"

17.27 Uhr: Nun spricht der Staatsratspräsident Mathias Reynard. "Viele Menschen haben ihr Leben verloren." Wie am Vormittag bringt er seine Solidarität für die Opfer und Angehörigen zum Ausdruck. Wie am Vormittag werden vermutlich die neuen Details durch den Polizeikommandanten und die Generalstaatsanwältin verkündet. "Wir haben noch einiges an Ungewissheit aufzuarbeiten", sagt Reynard. "Die Identifizierung der Toten und Verwundeten wird noch schrecklich lange dauern." Von "schwer verbrannten Menschen" spricht Reynard. Und weiter: "Es sind schreckliche Dinge geschehen, die man sich gar nicht vorstellen kann."

Bundespräsident: "Die größte Tragödie, die die Schweiz je erlebt hat"

17.23 Uhr: "Das Außenministerium hat bereits Kontakt aufgenommen, um mitzuteilen, welche Familien im Ausland betroffen sind", sagt Bundespräsident Parmelin. Er dankt allen Ländern, die Hilfe von Fachleute angeboten haben. Er nennt konkret Deutschland, Frankreich und Italien.

17.20 Uhr: Wie schon am Vormittag gibt es erst einmal einleitende Worte zum Ablauf der Pressekonferenz. Dann übernimmt Guy Parmelin, der erst seit heute Morgen Bundespräsident ist. Auch er spricht von "wirklich dramatischen" Ereignissen. "Wahrscheinlich die größte Tragödie, die unser Land je erlebt hat", sagt Parmelin.

17.15 Uhr: Die zweite Pressekonferenz dieses Tages startet. Nun ist auch der Bundespräsident Guy Parmelin auf dem Podium. Dazu kommen wie heute morgen bereits der Kommandant der Kantonspolizei, Frédéric Gisler, der Staatsratspräsident und die Generalstaatsanwältin.

Unglück in Crans-Montana
Rettungskräfte bei den Aufräumarbeiten nach der Katastrophe in Crans-Montana dpa

Italienischer Außenminister: Gehen von 47 Toten aus

17.04 Uhr: Laut Angaben von Antonio Tajani, Außenminister Italiens wird derzeit von 47 Todesopfern in Crans Montana ausgegangen. Das berichtet "Blick". Tajani will den ganzen Tag mit Schweizer Behörden in Kontakt gewesen sein.

Bislang gibt es keine offiziellen Zahlen zu Toten und verletzten. Um 17.15 Uhr wird es eine weitere Medienkonferenz geben. FOCUS online berichtet live. Folgende Sprecher sind bestätigt:

  • Guy Parmelin, Bundespräsident
  • Mathias Reynard, Staatsratspräsident
  • Stéphane Ganzer, Staatsrat und Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport
  • Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin
  • Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei Wallis
  • Nicolas Féraud, Präsident der Gemeinde Crans-Montana

Viele junge Menschen unter den Opfern

16.23 Uhr: Nach dem tödlichen Feuer im Schweizer Skiort Crans-Montana gehören junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung "24 Heures". 

Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. "Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt." Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. "Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation." 

"Flashover" verursachte laut Behörden Explosionen

14.50 Uhr: Am Nachmittag haben die Behörden in der Schweiz informiert, dass es infolge des Brandes zu einem "Flashover" gekommen sei. Dieser habe mehrere Explosionen zur Folge gehabt, wie "20min" berichtet. Bei dem "Flashover" geht der Entstehungsbrand blitzartig zu einem Vollbrand über und alle brennbaren Oberflächen stehen innerhalb kürzester Zeit in Flammen. 

Video soll Beginn der Brandkatastrophe zeigen

14.15 Uhr: Auf einem Video, das in den sozialen Medien aufgetaucht ist, ist zu sehen, wie die Decke der Bar in Crans Montana Feuer fängt. Auf dem Video, das aus der Bar stammen soll, geht der Deckenbereich direkt über der Bar in Flammen auf. Einige der Besucher realisieren anscheinend die Gefahr und flüchten. Andere scheinen nicht zu verstehen, welche Gefahr ihnen droht und trinken zunächst weiter. 

Dutzende Opfer in Kliniken - teilweise mit "Brandverletzungen am ganzen Körper"

13.26 Uhr: Noch immer werden Brandopfer vom Krankenhaus im Wallis in die größeren Kliniken von Lausanne und Zürich geflogen. Die Opfer weisen größtenteils Rauchgasvergiftungen und schwere Brandverletzungen auf. Ein Verletzter soll ins Klinikum nach Stuttgart geflogen werden. 

Der Leiter der Helikopter-Einsätze der Schweizer Rettungsflugwacht Rega, sagte dem Fernsehsender SRF: "Es zeichnet sich ab, dass junge Patienten unter den Verletzten sind." Auch ein Kinderkrankenhaus sei angeflogen worden.

Augenzeugen: Feuerwerkskerzen an Flaschen setzten Decken in Brand

12.30 Uhr: Mehrere Augenzeugen haben mit dem Portal "24 Heures" über den Moment gesprochen, in dem das Feuer ausbrach. Einer von ihnen, der 19-Jährige Melko, berichtet, dass Feuerwerkskörper an Flaschen die Decke in Brand gesetzt hätten. Dann sei Panik ausgebrochen und die Menschen seien zur einzigen Treppe geströmt, die aus der Keller-Bar führt. 

Die Beschreibung deckt sich mit den Ausführungen einer Zeugin bei "BFM TV". Demnach handelte es sich um Champagner-Flaschen, von denen eine der Decke zu nahe kam. "In nicht mal einer Minute stand die gesamte Decke in Flammen." Die ganze Verkleidung sei aus Holz gewesen. Offenbar hatte Bedienstete die Flaschen aufgetragen, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren.

Augenzeugin sagte Reservierung kurzfristig ab

12.25 Uhr: Eine Augenzeugin erzählt, dass sie eigentlich am Abend in die Bar wollte. Mit 15 Freunden wollten sie feiern, hätten die Reservierung dann aber doch abgesagt. "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte da drin sein können", sagt sie. Das Publikum in der Bar sei oft sehr jung. Sie habe die ganze Nacht nicht schlafen können.

Eine andere Frau sucht ihren Sohn und fühlt sich hilflos: "Er ist unauffindbar. Niemand weiß, wo er ist", sagt sie unter Tränen laut "24 Heures".

Erste Bilder aus dem Inneren der Bar

12.15 Uhr: Erste Bilder zeigen das Innere der Bar nach der Katastrophe. Hierbei wichtig: Die Fotos zeigen das Erdgeschoss des "Le Constellation". Das Feuer war im Keller-Bereich der Bar ausgebrochen und griff dann auf den oberen Bereich über.

Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar)
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar) Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa
Das Feuer griff auf den oberen Bereich der Bar vom Keller aus über
Das Feuer griff auf den oberen Bereich der Bar vom Keller aus über Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

Bundespräsident Parmelin: "Tiefe Bestürzung"

11.49 Uhr: Der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat seine Neujahrsansprache verschoben. Stattdessen schrieb er auf X: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft."

Anwohnerin: "Wir stehen unter Schock"

11.16 Uhr: Eine Anwohnerin der Bar hat mit dem Schweizer Radiosender "RhôneFM" gesprochen. "Wir hielten das heute Nacht für Feuerwerkskörper", sagt die Frau. Am Morgen habe sie dann von dem Unglück erfahren. "Eine Katastrophe. Wir stehen unter Schock." Sie habe gedacht, das könne doch nicht wahr sein.

Bar "Le Constellation" war der "Place to be"

11.08 Uhr: Die Tragödie ereignete sich in der Bar "Le Constellation". Laut Schweizer Medien beschrieb sich die Bar selbst als "Place to be", vor allem für junge Leute. Sie soll von vielen internationalen Touristen besucht worden sein.

Rund 300 Menschen hatten in der Constellation Bar Platz. Den Betrieb soll es seit 2015 geben, betrieben von einem französischen Ehepaar, das das Lokal kaufte und umgestaltete.

Ein Bild der Bar "Le Constellation"
Ein Bild der Bar "Le Constellation" Le Constellation

Pressekonferenz live: Brandursache noch unklar - offenbar keine Explosion

10.50 Uhr: Die Behörden gehen davon aus, dass auch ausländische Touristen unter den Opfern sind. Von weiteren Spekulationen bitten die Beteiligten aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen abzusehen. Damit endet die Pressekonferenz.

10.43 Uhr: Nachdem der Polizeikommandant von "mehreren Dutzend Toten" sprach, wollen es Pressevertreter noch genauer wissen. Eine genaue Zahl könne vorerst nicht bekannt gegeben werden, so die Antwort. Dafür sei es noch zu früh - genauso für Infos über die Identität der Toten. Auch das zeigt das Ausmaß dieser Katastrophe.

10.41 Uhr: Eine Journalistin fragt, ob die Ermittler schon etwas sagen könnten, ob die Explosion durch Pyrotechnik ausgelöst wurde. Alle Beteiligten auf dem Podium sagen, die Ermittlungen zu diesem Drama seien "noch in einem sehr frühen Stadium". Man könne noch keine genaue Aussage treffen. Es sei aber davon auszugehen, dass es keine Explosion gegeben habe.

Polizei spricht von "mehreren Dutzend Toten"

10.33 Uhr: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud stellt klar, dass ein Terroranschlag absolut ausgeschlossen werden könne. Die Ermittlungen zum genauen Hergang des Unglücks laufen. Die Behörden haben eine "besondere Lage" verhängt, um alle alle Maßnahmen treffen zu können, die es braucht.

10.24 Uhr: Der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler, spricht von "100 Verletzten und mehreren Dutzend Toten". 10 Helikopter und 40 Krankenwagen seien im Einsatz gewesen, heißt es. Schwerstverletzte wurden in umliegende Kliniken gebracht.

"Dramatische Umstände" - Staatsratspräsident spricht sein Beileid aus

10.22 Uhr: Es folgt der Vertreter der Polizei, der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler. Um 1.30 Uhr habe es im Keller der Bar eine Explosion gegeben, sagt er. Sofort seien Notrufe bei den Rettungskräfte eingegangen. Zahlreiche Einsatzkräfte seien zum Ort der Tragödie geeilt. 

10.20 Uhr: Der Staatsratspräsident Mathias Reynard spricht den Opfern und den Angehörigen erst einmal sein Beileid aus. Er lobt die Rettungskräfte und die Solidarität aller Beteiligten. Er spricht von "dramatischen Umständen". "Ein Abend des Feierns wurde zum Albtraum", sagt er weiter.

10.17 Uhr: Jetzt geht es los. Vier Behördenvertreter haben auf dem Podium Platz genommen - darunter ein Vertreter der Kantonspolizei.

10.04 Uhr: Die Pressekonferenz der Schweizer Behörden beginnt offenbar mit leichter Verspätung. Wir werden hier live berichten.

Ehemaliger Besucher spricht von nur einem Fluchtweg

09.55 Uhr: Der Schweizer "Blick" berichtet unter Berufung auf einen ehemaligen Besucher, dass es nur einen Fluchtweg aus der Keller-Bar gegeben habe. Das habe schon damals zu einem mulmigen Gefühl bei ihm geführt. Laut Schweizer Medien brach der Brand im Keller aus, griff dann irgendwann auch auf das Erdgeschoss über.

09.30 Uhr: Gegen 10 Uhr wollen die Behörden laut dem Schweizer Portal "20minuten.ch" neue Informationen bekannt geben.

09.10 Uhr: Mehrere Berichte lassen ein schlimmes Ausmaß der Katastrophe erahnen. Laut "Bild"-Zeitung spricht ein Kantonspolizeisprecher von "vielen Verletzten und vielen Toten". Der Radiosender "RhôneFM" berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen, dass womöglich Dutzende Todesopfer zu beklagen sind. Eine Quelle nannte die Zahl 40.

Am Morgen danach sind noch immer viele Einsatzkräfte vor Ort
Am Morgen danach sind noch immer viele Einsatzkräfte vor Ort dpa

Mehrere 100 Menschen feierten - mehrere Tote in Bar in Crans-Montana

Ursprüngliche Meldung:

Bei einer Explosion in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Die genauen Zahlen sind noch unklar.

Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich mehr als hundert Menschen in dem Lokal auf, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet. 

Ursache der Explosion war womöglich Einsatz von Pyrotechnik

Das Feuer brach gegen 1.30 Uhr aus. Der Polizeisprecher sprach von einer "Explosion unbekannter Ursache". Laut "RhôneFM" könnte der Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts der Grund für die Tragödie sein. Die Ermittlungen laufen.

Das gesamte Gebiet rund um den Unglücksort wurde abgeriegelt und eine Flugverbotszone über Crans-Montana eingerichtet. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie mehrere Hubschrauber waren am Unglücksort im Einsatz.

Mehr als eine Million Übernachtungen

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

Der Schweizer Skiort Crans Montana
Der Schweizer Skiort Crans Montana liegt auf 1.500 Metern und ist als internationales Luxus-Reiseziel bekannt. dpa