"ADAC sollte sich für die Autofahrer einsetzen"

Ein Interview des ADAC-Verkehrspräsidenten über höhere Benzinpreise entfacht eine breite Debatte. Im FOCUS-online-Artikel erläutert ein Psychologe, warum der Kurs des ADAC, das Autofahren mit steigenden Kosten zu lenken, bei vielen Mitgliedern auf Unverständnis stößt. In den Kommentaren treten vor allem zwei gegensätzliche Lager hervor: Ein Großteil kritisiert scharf die Interessenvertretung des ADAC und sieht eine Entfremdung zwischen Clubführung und Mitgliedern, während andere die Energiepolitik, steigende Strom- und Spritpreise und den staatlichen Umgang mit der Elektromobilität bemängeln. Daneben äußern viele Lesende grundsätzliche Skepsis gegenüber der Alltagstauglichkeit von E-Autos oder stimmen der Kritik am ADAC ausdrücklich zu.

Kritik an Politik und Energiepreisen

Mit 41 Prozent ist die größte Gruppe der Leser unzufrieden mit der aktuellen Energie- und Steuerpolitik sowie den daraus resultierenden hohen Preisen für Strom und Benzin. Viele kritisieren die Regierung für Abgaben, ineffiziente Maßnahmen und ideologische Entscheidungen, die ihrer Ansicht nach die Bürger belasten und Unternehmen schwächen. Sie zweifeln an der Sinnhaftigkeit einer Verteuerung von Kraftstoffen und werfen sowohl dem ADAC als auch der Politik vor, sich von den Interessen normaler Menschen zu entfernen. Der Artikel wird dabei wiederholt als zutreffende Analyse der deutschen Energie- und Wirtschaftspolitik gelobt.

"Sehr guter Artikel. Er beschreibt genau das Problem, das ich seit Jahren bei den wechselnden Regierungen erlebt habe. Man versteht nur mehr Steuern..wenn mal keine erhöht wird, dann wird eine neue erfunden. Als Entlastung bekommen wir Brotkrumen hingeworfen und wenn berechtigte Einwände folgen, wird man in eine bestimmte Ecke geschoben oder als dumm dargestellt..genau wie jetzt bei der angeblichen Erklärung des ADAC..ich habe da nichts falsch verstanden. Der Präsident wurde genau so in der Zeitung nach dem Interview zitiert, fertig. Es tut mir leid für die engagierten Mitarbeiter, die auch einen guten Job machen... trotzdem bin ich da jetzt raus."  Zum Originalkommentar

Kritik an ADAC Mitgliederservice

31 Prozent der Kommentierenden beklagen eine Entfremdung zwischen ADAC und seinen Mitgliedern. Viele Leser werfen dem Verband vor, sich von den Anliegen der Autofahrer zu entfernen und stattdessen politischen Kursen zu folgen. Teilweise wird konkret zum Austritt aufgerufen oder Alternativen empfohlen, andere sehen den ADAC aber weiterhin als wichtigen Pannendienstleister. Die aktuelle Kommunikation und Aussagen der Führung sorgen bei langjährigen Mitgliedern für Vertrauensverlust.

"Brauche keinen ADAC und hatte ich noch nie gebraucht."  Zum Originalkommentar

"... und jetzt liegt es in der Hand aller Mitglieder, den ADAC zu bestrafen und auszutreten. Er ist keine Interessenvertretung der Autofahrer mehr."  Zum Originalkommentar

"Konsequenzen ziehen und aus dem ADAC austreten."  Zum Originalkommentar

"Ich gehe beim ADAC auch einen neuen Weg. Unsere Wege trennen sich nach über 30 Jahren, die Beziehung ist zerrüttet, das Vertrauen verspielt. Tschüss ADAC!"  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Elektromobilität

Manche Leser (neun Prozent) äußern sich kritisch zur Umsetzbarkeit der Elektromobilität. Sie zweifeln an der Alltagstauglichkeit von E-Autos, nennen hohe Preise, mangelnde Ladeinfrastruktur sowie technische Schwierigkeiten als zentrale Hürden. Der ADAC wird kritisiert, diese praktischen Probleme zu wenig zu adressieren. Es herrscht Unsicherheit, ob ein breiter Umstieg auf E-Mobilität unter den aktuellen Bedingungen möglich oder sinnvoll ist.

"Der ADAC hat aus rein opportunistischen Gründen diesen Vorschlag gemacht, der keinesfalls die ganzen technischen und wirtschaftlichen Probleme der E-Mobilität, des deutschen Energiesystems sowie der Klimapolitik lösen würde. Stattdessen macht der Vorschlag nur den Menschen das Leben noch schwerer. Kein Automobilhersteller, und weder TESLA noch die ganzen chinesischen Hersteller sind derzeit in der Lage, die vielen Probleme und Vorbehalte bezüglich der E-Mobile zu lösen. Alleine darauf hätte der ADAC abheben müssen. Ich habe für über 25 technische Probleme Lösungen zusammengestellt, welche alle diese Probleme restlos beseitigen, und ich besitze bereits ein E-Fahrzeug, welches prinzipiell das "perfekte" E-Auto darstellt."  Zum Originalkommentar

"Die Mehrheit möchte kein Elektroauto. Verständlich, da es nicht massentauglich ist. 16 bis 30 % verliert eine Batterie im Alter an Kapazität. Dazu bei Kälte minimierte Reichweite. Austauschbatterien für günstige Preise gibt's nicht. Als Gebrauchtwagen erhebliche Einbußen. Dazu kommt, sämtliche Reparaturen, Lackieren oder Karosserie darf nicht jede Werkstatt ausführen (Hochvoltbatterie). Sollte ein elektrischer Schaden eintreten oder Elektromotoren defekt sein, teuer. Ins Ausland fahren, hier sollte man immer planen, ob auch Lademöglichkeiten auf dem Weg zu finden sind. Dazu kommt, das Problem hatte ich jedenfalls, es muss ein mobiles Netz vorhanden sein, sonst kann es bei den Kartensystemen im Auto der Ladestationen angibt problematisch werden. Der Kunde wird gezwungen zur elektrischen Mobilität."  Zum Originalkommentar

Kritik an gesellschaftlicher Umerziehung

Acht Prozent der Leser lehnen die zunehmende gesellschaftliche Umerziehung durch Steuern, Druck und politische Verbote ab. Sie sehen in der nun auch vom ADAC unterstützten Linie einen Verlust demokratischer und marktwirtschaftlicher Prinzipien. Die Debatte dreht sich um die Frage, ob Deutschland noch dem Selbstverständnis vom mündigen Bürger entspricht oder bereits auf einen autoritären Steuerungsweg eingeschwenkt ist.

"Der ADAC hat natürlich recht. Den meisten Leuten geht der Klimawandel am A* vorbei. Die wollen nicht auf ihren ach so geliebten Verbrenner verzichten. Alte weiße Männer, früher war alles besser, kann man nicht überzeugen, die müssen bestraft werden."  Zum Originalkommentar

"Wir sprechen hier von einer Demokratie und in Deutschland haben wir immer den mündigen Bürger herausgestellt. Gilt das noch oder muss der Bürger mehr oder weniger sanft mit Belohnungen (Leckerli?) erzogen werden? Was steckt denn da mittlerweile für ein Menschenbild dahinter?"  Zum Originalkommentar

Zustimmung zur Kritik an ADAC Haltung

Andere Leser (fünf Prozent) stimmen der Kritik an der gegenwärtigen Haltung des ADAC zu und fordern, dass der Verein wieder zum Fürsprecher der Autofahrer wird. Sie sehen die Forderung nach höheren Benzinpreisen als den falschen Weg und finden, der ADAC lasse seine Mitglieder im Stich. Die Forderung, Elektromobilität attraktiver zu gestalten, wird begrüßt.

"Sehr guter Artikel."  Zum Originalkommentar

"Den Artikel kann man nur unterschreiben."  Zum Originalkommentar

"Ein guter Artikel! Aber wir haben in Deutschland leider das Problem, dass viel zu viele Ideologen ihr Unwesen treiben, und nun hat sich wohl auch der Chef des ADAC davon anstecken lassen. Aber die Grundfrage bleibt: warum haben wir trotz unserer, ach so wunderbaren Energiewende, keinen günstigen Strom? Schreiben Sonne und Wind etwa doch eine Rechnung? Der ADAC sollte sich für die Autofahrer einsetzen, so wie das jahrzehntelang selbstverständlich war - das wäre die Kernaufgabe!"  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber E-Auto-Kosten und Alltag

Weitere fünf Prozent äußern Zweifel an der Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Elektroautos. Sie thematisieren die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten, mangelnde Ladeinfrastruktur und betonen, dass E-Mobilität derzeit für viele schlicht nicht bezahlbar ist. Auch Unsicherheiten bei der Entsorgung von E-Schrott und fehlende technische Lösungen werden angesprochen. Die Diskussion spiegelt eine allgemeine Unsicherheit bezüglich des angestrebten Wandels wider.

"Es gibt sehr viele Bürger, die sich absolut kein neues Elektrofahrzeug leisten können, noch nicht mal ein Gebrauchtes wäre drin und was passiert dann eigentlich mit dem Elektroschrott, wenn es nicht mehr fährt?"  Zum Originalkommentar

"Die Lösung ist ganz einfach. Den Energiesektor wieder staatlich machen und die Preise um min. 60-70% nach unten drücken. Private Anbieter dürfen dann gern weiter ihren völlig überteuerten Strom anbieten, wenn den dann nicht jemand will. Einfach alles in Deutschland ist abnormal teuer und ich als Normalverbraucher, der an jeder Ecke mehrfach besteuert werde, soll jetzt noch höhere Preise zahlen, um die überteuerte E-Fantasie in Deutschland zu bezahlen. Ich habe mir jetzt ein neues Auto gekauft, da mein altes auseinandergefallen ist. Einen Mild-Hybrid-Benziner, denn ich habe weder die Infrastruktur, um in der Arbeit noch zuhause zu laden. Zudem erschließt es sich mir nicht bei den ganzen wirren Regelungen, warum ich 10-15k mehr (was ich nicht habe) für dasselbe Auto ausgeben soll."  Zum Originalkommentar

"Was ist das wohl für Strom, den China nachts so günstig anbieten kann? Offenbar kein Solarstrom, der uns als alleinseligmachend verkauft wird, an öffentlichen Ladesäulen zum 15-fachen Preis."  Zum Originalkommentar

""Ich lade nachts, da ist es billiger." Im Oktober 25 habe ich einen neuen Stromzähler bekommen. Dieser kann nicht feststellen, ob ich in der Nacht oder am Tag lade. Es werden bei uns immer noch veraltete Zähler eingebaut..."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Ein Prozent der Kommentare lässt sich nicht klar einem Standpunkt zuordnen. Diese Beiträge streifen mehrere Themen oder bleiben allgemein.

Die Leser zeigen sich tief gespalten: Während viele den Kurs des ADAC als Verrat an den Mitgliedern sehen, mahnen andere die Politik für zu hohe Energiepreise und fordern eine alltagstaugliche Energiewende. Doch was meinen Sie: Ist der harte Weg mit mehr Steuern und Verboten nötig – oder braucht es echte Anreize zur Zukunftsmobilität? Diskutieren Sie mit!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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