Markus Schambeck, selbstständiger Schreiner und Gemeinderat der Freien Wählergemeinschaft, kandidiert bei der Kommunalwahl in Benediktbeuern für das Bürgermeisteramt. Tief in der Gemeinde verwurzelt, geprägt von Kindheitserinnerungen und jahrelangem Engagement bei der Bergwacht, tritt er mit dem Anspruch an, der Gemeinde etwas zurückzugeben. Schambeck fordert mehr Struktur und klare Prioritäten.
Benediktbeuern – Mit Trekkingstöcken ausgestattet, spurtet Markus Schambeck zielstrebig den ehemaligen Skihang hinauf. Oben am Straßberg öffnet sich ein Panorama von überwältigender Weite: Benediktbeuern liegt ihm zu Füßen, dahinter breitet sich das gesamte Loisach-Kochelsee-Moor aus. „Super“, sagt der 54-Jährige – und wird sentimental.
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Straßberg als Lieblingsplatz
An diesem besonderen Ort hat er in seiner Schulzeit unzählige Stunden verbracht, ist Ski gefahren, hat sich nebenan in der Wirtschaft die „besten Würschtel“ schmecken lassen. Erinnerungen, die bleiben. „Ich habe eine schöne Kindheit gehabt“, sagt Schambeck – und man glaubt ihm jedes Wort.
Schambeck, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bezeichnet sich selbst als Dorfmensch – ein Benediktbeurer durch und durch. Gefühlt kennt er hier jeden, im Klosterdorf ist er fest verwurzelt. Viele Jahre stand er als Bereitschaftsleiter an der Spitze der Bergwacht, eine Zeit, die er heute als „sehr wertvoll“ beschreibt. Er habe in der Gemeinde so viel Positives erfahren, sagt er – und wolle nun etwas zurückgeben. Mit diesem Anspruch tritt Schambeck für die Freie Wählergemeinschaft an und greift nach dem Bürgermeisteramt. Sein Ziel ist klar: Amtsinhaber Toni Ortlieb von der Bürgervereinigung vom Thron zu stoßen.
Für dieses Porträt zur Kommunalwahl hatte ihn der Tölzer Kurier darum gebeten, einen Ort zu zeigen, der ihm besonders am Herzen liegt. Der Straßberg war dabei, offen gesagt, nur die zweite Wahl. Schambecks eigentlicher Kraftort ist der Gipfel der Benediktenwand. Doch der Aufstieg dorthin, im Januar völlig vereist, hätte das ungeübte Team der Heimatzeitung überfordert. Entscheidend aber ist nicht der höchste Punkt – sondern das Gefühl von Heimat. Und das ist am Straßberg mindestens genauso stark.
„Man könnte kreativer sein.“
Schambeck ist kein politischer Neuling. Seit sechs Jahren sitzt er für die Freie Wählergemeinschaft im Gemeinderat. Der Entschluss, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, sei im vergangenen Jahr, noch vor der Sommerpause, gereift – getragen von vielen Ermutigungen. „Ich bekomme viel Zuspruch“, so Schambeck. Mit offener Kritik am Amtsinhaber hält er sich jedoch zurück – und wahrt den diplomatischen Ton. Nur so viel: „Man könnte kreativer sein.“
Als selbstständiger Schreiner sei er es gewohnt, für Bauleitungen und Projektsteuerungen verantwortlich zu sein. Eine ähnlich strukturierte Herangehensweise wünscht er sich auch für die Gemeinde. „Wir wurschteln so rum“, kritisiert Schambeck. Vieles werde ausführlich diskutiert, ohne dabei konkret zu werden. In zentralen Fragen, so seine Überzeugung, brauche es klare Prioritäten und verbindliche Zeitpläne – und eine stärkere Einbindung der Bürger. „Gewisse Themen müsste man anders anpacken“, findet er. Trotz knapper Kassen könne man schon einiges bewegen: „Wir haben Gestaltungsspielräume.“
Die Beispiele sprudeln nur so aus ihm heraus. Ein Dauerbrenner ist das hohe Defizit, das das Alpenwarmbad Jahr für Jahr einfährt. Schambeck setzt auf zusätzliche Einnahmequellen, um das Minus zu dämpfen. Denkbar seien auf dem weitläufigen Areal etwa Campingplätze oder kleine Chalets, die an Urlauber vermietet werden könnten, erklärt er.
Im Zuge der Dorferneuerung müsse zudem endlich das Parkplatzproblem angegangen werden. Eine Option sieht Schambeck in der Ausweisung kostenpflichtiger Parkflächen, kombiniert mit entsprechenden Jahreskarten für Einheimische.
Auch für die Zukunft der denkmalgeschützten Alten Apotheke hat er eine klare Vorstellung: Er favorisiert eine Nutzung im medizinisch-therapeutischen Bereich – etwa durch eine Arztpraxis, eine Physiotherapie oder eine Tagespflege. Und beim Großprojekt Kindergarten-Neubau will er auf die Kostenbremse treten. Baukosten von rund zwölf Millionen Euro, die derzeit im Raum stehen, hält der Handwerker für eindeutig zu hoch.
Schambeck geht zuversichtlich in die Wahl: „Ich rechne mir gute Chancen aus“, sagt er – überzeugt davon, dass er mit Erfahrung, Tatkraft und Heimatverbundenheit punkten kann.