Markus Schambeck will Bürgermeister von Benediktbeuern werden

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Fühlt sich dem Bürgermeisteramt gewachsen: Markus Schambeck, Gemeinderat der Freien Wählergemeinschaft, tritt gegen Amtsinhaber Anton Ortlieb an. © Seiler

Der Wahlkampf in Benediktbeuern wird spannend: Markus Schambeck, der ehemalige Bergwachtchef, fordert Amtsinhaber Anton Ortlieb heraus.

Benediktbeuern – Es ist gar nicht so leicht, von Markus Schambeck ein Foto auf der Dorfstraße in Benediktbeuern zu machen. Denn der ehemalige, langjährige Bereitschaftsleiter der Bergwacht kennt und grüßt gefühlt jeden Passanten, der des Weges kommt. Für sein Berufsziel ist das schon mal eine gute Voraussetzung: Schambeck möchte nämlich Bürgermeister seiner Heimatgemeinde werden. Der 54-jährige Gemeinderat der Freien Wählergemeinschaft wagt sich damit als erster Herausforderer des amtierenden Rathauschefs Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) aus der Deckung. Ob es bei einem Duell bleibt, wird sich zeigen. Im Klosterdorf wird kräftig darüber spekuliert, dass sich das Bewerberfeld möglicherweise noch vergrößert.

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Als selbstständiger Schreiner tätig

Schambecks Ambitionen sind, wie er selbst sagt, langsam gereift. Er sei von verschiedenen Seiten dazu ermutigt worden, sich um den Chefposten im Rathaus zu bewerben. „Das ist keine spontane Geschichte. Der Zuspruch ist immer mehr geworden“, berichtet der Kommunalpolitiker, der sein Geld als selbstständiger Schreiner verdient. Nach Rücksprache mit der Familie – Schambeck ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern – habe er sich dann vor der Sommerpause festgelegt, zur Bürgermeisterwahl 2026 den Hut in den Ring zu werfen. Auf einer Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Ende November muss er noch offiziell nominiert werden. Das dürfte eine reine Formsache sein. Die Gruppierung versteht sich als parteiunabhängiger Zusammenschluss und hat im Gemeinderat drei Sitze. Schambeck, der in Tölz geboren und in Benediktbeuern aufgewachsen ist, gehört dem Gremium seit 2020 an. „Benediktbeuern ist meine Heimat. Ich bin zu hundert Prozent ein Dorfmensch“, betont er.

Einer harten Konfrontation mit dem Amtsinhaber, das wird im Pressegespräch deutlich, geht Schambeck diplomatisch aus dem Weg. „Es geht ums Dorf“, betont er. Kleine Seitenhiebe setzt er dann aber doch. Ortlieb, findet er, habe zwar keine Fehler gemacht. Aber es fehle, das ist seine zentrale Kritik, eine längerfristige Strategie, ein Plan für die 3600-Einwohner-Gemeinde, wohin man sich entwickeln möchte. „Es läuft alles so dahin“, bemängelt er. Und nach seinem Geschmack lasse man sich zu sehr von Förderprogrammen leiten. Gegen Zuschüsse sei grundsätzlich nichts einzuwenden, stellt der Ortspolitiker klar. Nur sollten Projekte nicht allein danach ausgerichtet werden.

An Ideen, die er voranbringen will, mangelt es nicht. Die Liste ist lang. Doch egal, wer Bürgermeister wird: Die Handlungsspielräume sind angesichts knapper Kassen eng. Ein millionenschweres Großprojekt ist der geplante Kita-Neubau an der Bahnhofstraße. Man sollte darauf achten, erklärt Schambeck, dass die Kosten nicht explodieren. Sein Credo: „Wir brauchen einen zweckmäßigen Kindergarten.“

Ein Thema, das mit Blick auf die Finanzlage auch immer wieder diskutiert wird, ist das Defizit des Alpenwarmbads. Großes Einsparpotential sieht dort Schambeck nicht. Aber vielleicht lassen sich, so seine Überlegung, zusätzliche Einnahmen generieren, etwa indem man auf dem Areal Camping-Stellplätze oder Flächen für Tiny Häuser vermietet. Schambeck plädiert außerdem dafür, das Gewerbegebiet zu erweitern – eine Option, mehr Gewerbesteuern zu erzielen.

Parksituation als Ärgernis

Ein Ärgernis im Ort sei die Parksituation, sagt Schambeck. Mitunter habe der Bauhof im Winter Schwierigkeiten, die Straßen zu räumen, weil alles vollgestellt sei. Sein Vorschlag: den ruhenden Verkehr besser managen, beispielsweise mithilfe von ausgewiesenen Parkflächen. Für die Alte Apotheke, ein denkmalgeschütztes Schmuckstück im Ort, kann er sich unter anderem eine Nutzung als Ärztehaus oder Tagespflege vorstellen. Und im Rahmen der Dorferneuerung würde er drängende Fragen, etwa die Sanierung des Dorfbachs oder die Schulwegsicherheit, zuerst behandeln.

Und wie stuft er seine Chancen ein, Bürgermeister zu werden? Schambeck ist zuversichtlich: „Ich sehe es als realistisch, dass es funktionieren kann.“ Gerade auf dem Gebiet der Projektplanung bringe er genügend berufliche Erfahrung mit. Und er sieht sich als bürgernah: „Ich liebe es, mit Menschen zu diskutieren.“