Wichtiger Brief landet bei zehntausenden Haushalten – wer ihn bekommt, muss 130 Seiten ausfüllen

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Zehntausende Haushalte erhalten derzeit Post vom Statistischen Landesamt. Wer den Brief bekommt, muss mehr als hundert Seiten ausfüllen – Verweigerung wird bestraft.

München – Der Briefkasten quillt über und vieles davon wandert in den Mülleimer. Doch dieser Brief ist besonders wichtig: Wer Post zum Mikrozensus erhält, kann nicht einfach wegschauen. Deutschlandweit flattern derzeit Zehntausende dieser amtlichen Schreiben in die Briefkästen – und sie bringen eine Menge Arbeit mit sich.

Achtung, wichtige Post im Briefkasten: In 2026 werden etwa 810.000 Menschen im Mikrozensus befragt.
Achtung, wichtige Post im Briefkasten: In 2026 werden etwa 810.000 Menschen im Mikrozensus befragt. (Symbolbild) © IMAGO/Zoonar.com/Maruta Dmitri

Im Januar verschicken die statistischen Landesämter ihre Briefe an ausgewählte Haushalte. Die Zahlen sind beeindruckend: Allein in Bayern erhalten 65.000 Haushalte Post, in Baden-Württemberg sind es 62.000 und in Nordrhein-Westfalen sogar 80.000 Haushalte, wie bei den statistischen Landesämtern nachzulesen ist. Insgesamt werden bundesweit rund 810.000 Menschen zur Teilnahme aufgefordert.

Brief zum Mikrozensus 2026: Haushalte müssen 130 Seiten ausfüllen

Der Mikrozensus ist laut statistischem Bundesamt „die größte jährliche Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland“ und läuft bereits seit 1957. Jedes Jahr wird per Zufallsverfahren etwa ein Prozent der Bevölkerung ausgewählt, das entspricht fast 400.000 Haushalten.

Was auf die Betroffenen zukommt, ist kein Pappenstiel: Die Musterfragebögen umfassen rund 130 DIN A4-Seiten mit über 200 Fragen. Abgefragt werden Details zu Familie und Lebenspartnerschaft, Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit, Beruf und Ausbildung sowie zur Wohnsituation. In Bayern wird sogar ein Statistisches Jahrbuch veröffentlicht, das noch mehr Informationen enthält.

Es besteht laut Paragraph 13 Mikrozensusgesetz (MZG) Auskunftspflicht. Wer die Teilnahme verweigert, muss mit Konsequenzen rechnen. Bei wiederholter Nichtteilnahme drohen Bußgeld- oder Zwangsgeldverfahren, auch wenn die Landesämter die genaue Höhe der Strafen nicht öffentlich nennen.

Ab Mitte Januar 2026 erhalten auch speziell junge Menschen Post. Bei Nichtbeantwortung droht auch hier ein Bußgeld.

Mikrozensus – wofür ist er wichtig?

Der Aufwand hat einen konkreten Zweck: Die Daten fließen in wichtige politische Entscheidungen ein, etwa bei der Bekämpfung von Armut und Wohnungsnot oder bei der Ausgestaltung von Eltern-, Wohn- und Kindergeld. Alle EU-Mitgliedstaaten sind laut statistischem Bundesamt gesetzlich verpflichtet, bestimmte Informationen einheitlich zu erheben, um internationale Vergleiche zu ermöglichen. Die Befragungen laufen das gesamte Jahr 2026 über. Wer einen Brief erhält, sollte ihn also ernst nehmen. (Quellen: Statistische Landesämter Bayern, BW, NRW, Statistisches Bundesamt, Gesetze im Internet) (resa)

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