Zum Jahresbeginn 2026 werden viele junge Menschen Post vom Bund erhalten. Was sich ändert und wer betroffen ist, erfahren Sie hier.
Ab Anfang 2026 tritt eine neue Wehrdienst-Regelung in Kraft. Alle jungen Menschen des Jahrgangs 2008 erhalten dann ein offizielles Schreiben vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Im Brief finden sie Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen. Für Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, während Frauen und Personen anderen Geschlechts freiwillig antworten können.
Mit dem neuen Wehrdienstgesetz möchte die Bundesregierung die Bundeswehr personell stärken. Die Erfassung der Wehrpflichtigen ist ein erster Schritt auf diesem Weg. Doch was geschieht, wenn der Fragebogen nicht beantwortet wird? Und wer ist genau betroffen? Die wichtigsten Hintergründe und Folgen im Überblick.
Wehrdienst-Fragebogen ab Januar: Wer betroffen ist und was jetzt zu tun ist
Nach Erhalt des Schreibens bleibt den Betroffenen ein Monat, um den Fragebogen vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen. Wer die Frist versäumt, erhält eine erneute Aufforderung mit einer weiteren Frist. Erst wenn auch diese unbeantwortet bleibt, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die ein Bußgeld nach sich ziehen kann. Die Höhe ist im Gesetz nicht konkret festgelegt. Übrigens: Bayern allein könnte 2026 fast die halbe Bundeswehr stellen.
Das Ausfüllen des Fragebogens ist digital oder auf Wunsch in Papierform möglich. Wer gesundheitlich eingeschränkt ist, kann eine bevollmächtigte Person mit der Beantwortung beauftragen. Die erhobenen Daten werden ausschließlich für den Wehrdienst verwendet und unterliegen dem Datenschutz. Die Pflicht zur Auskunft gilt ausschließlich für Männer des betroffenen Jahrgangs.
Warum die Bundesregierung den Wehrdienst neu regelt
Bis 2035 plant die Bundesregierung, die Truppenstärke der Bundeswehr von derzeit rund 183.000 auf bis zu 270.000 Soldaten zu erhöhen. Die Erfassung der Jahrgänge soll helfen, den künftigen Personalbedarf frühzeitig zu erkennen und gezielt Nachwuchs zu gewinnen. Das neue Gesetz ist auch eine Reaktion auf die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa.
Nach Auswertung der Fragebögen werden geeignete Männer zu einem Assessment, der sogenannten Musterung, eingeladen. Dort wird überprüft, ob sie für den Wehrdienst geeignet sind. Da die notwendigen Kapazitäten erst aufgebaut werden müssen, erfolgt die Musterung schrittweise. Eine Verpflichtung zum Dienst in der Bundeswehr besteht jedoch nicht automatisch: Wer nicht an der Waffe dienen möchte, kann weiterhin verweigern.