Während zahlreiche Restaurants die erhöhten Ausgaben an ihre Gäste weitergeben, zeigen manche Betriebe, dass preiswertes Essen noch realisierbar ist.
Bad Kötzting – Wer in Deutschland essen gehen möchte, muss dafür deutlich mehr bezahlen als noch vor einigen Jahren. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband sind die Preise in der Gastronomie zwischen Januar 2022 und Juli 2025 um mehr als 26 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig kletterten die Arbeitskosten in der Branche seit 2022 um über 34 Prozent, wie die Tagesschau berichtet. Umso überraschender ist nun ein ungewöhnlicher Gastronomie-Fund aus dem Bayerischen Wald. Der zeigt: Es gibt für Fans von Schnitzel und anderen Klassikern offenbar auch noch günstige Anlaufstellen.
Schnitzel-Fan zeigt Preisliste wie aus einer anderen Zeit
Ein User teilte in einem Facebook-Beitrag seine Erfahrung aus dem Brauereigasthof Lindner in Bad Kötzing. Die Preisliste liest sich wie aus einer anderen Zeit: Schnitzel mit Pommes für 11,80 Euro, Cordon Bleu für 14,50 Euro, sogar das Weißbier kostet nur 3,30 Euro. „Riesenportionen und Preise, die man in der heutigen Zeit kaum noch glauben kann“, schreibt die Person im Beitrag.
Seit 1. Januar gilt in der Gastronomie ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen – zuvor lag die Steuer bei 19 Prozent. Getränke sind von der Senkung ausgenommen. Der Gaststätten-Verband Dehoga nennt die Steuersenkung die „wichtigste Maßnahme zur Stärkung unserer Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Caterer“.
Branchenexperten erwarten jedoch kaum, dass sich dies spürbar auf die Preise für Restaurantbesuche auswirken wird. Und dämpfen entsprechende Hoffnungen auf Nachlässe. „Eins zu eins“ werde das sicher nicht in den Speisekarten umgesetzt, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, der Deutschen Presse-Agentur. Umso mehr überrascht die Preisliste des bayerischen Lokals.
Begeisterung über Schnitzel-Preis in Restaurant – „Oft sind es unscheinbare Gastronomien“
Die Kommentare unter dem Facebook-Post zeigen positive Reaktionen. „Super Gasthof, kommen schon 25 Jahre hin, weiter so“, lobt ein langjähriger Stammgast. Ein anderer User ergänzt: „Ja, es gibt gute gastronomische Betriebe, nicht immer findet man diese und oft sind es unscheinbare Gastronomien.“
Während viele Restaurants mit steigenden Personal- und Energiekosten zu kämpfen haben, geht das traditionsreiche Wirtshaus im Bayerischen Wald offenbar einen anderen Weg. Zwar lässt sich die Preisliste aus dem Facebook-Beitrag nicht zu einhundert Prozent verifizieren. Es gibt aber auch keinen offensichtlichen Grund, an den Preisangaben des Gastes zu zweifeln.
Nach Angaben des Portals pages.bad-koetzting.de setzt die Küche auf regionale Zutaten von örtlichen Landwirten und Metzgereien. Möglicherweise kann auch so die Preisgestaltung im Sinne der Gäste bezahlbar gestaltet werden.
Gastronomie unter Kostendruck: Preissteigerungen verändern das Essverhalten
Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten wirken sich indes zunehmend auf das Essverhalten der Deutschen aus – und damit auch auf die Gastronomie. Laut dem „State of Hospitality Report 2025“ geben 58 Prozent der Befragten an, in den letzten sechs Monaten seltener auswärts gegessen zu haben, vor allem wegen deutlich gestiegener Preise für Speisen und Getränke. Nur rund zwölf Prozent berichten, häufiger außer Haus zu essen, während etwa ein Drittel (31 Prozent) an seinem Essverhalten nichts verändert hat. Die Erhebung wurde vom Marktforschungsunternehmen Medallia im Auftrag des Finanzdienstleisters Lightspeed durchgeführt.
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Nach der Corona-Pandemie, dem anhaltenden Personalmangel und stark gestiegenen Rohstoffpreisen steht die Gastronomie unter erheblichem Kostendruck. Viele Betriebe geben die höheren Ausgaben an die Gäste weiter – dennoch gibt es nach wie vor versteckte Orte, an denen man vergleichsweise preiswert essen kann, wie in Bad Kötzting. (Quellen: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, Tagesschau, Facebook, Dehoga, dpa, pages.bad-koetzting.de, State of Hospitality Report 2025) (jal)