Drei Jahre hintereinander konnte die Wiesseer Spielbank ihren Ertrag steigern. Nun ist der Höhenflug vorbei: 2025 wurde das Vorjahresergebnis knapp verfehlt. Die Direktorin ist dennoch zufrieden.
Bad Wiessee – Für Finanzminister Albert Füracker bot das Jahr 2025 Grund zum Jubeln: Per Pressemitteilung verkündete er ein „Rekordjahr“ für die neun bayerischen Spielbanken. „Sie verzeichnen im Geschäftsjahr 2025 mit rund 139 Millionen Euro den höchsten Bruttospielertrag seit ihrem Bestehen“, teilte der Minister mit.
Ein Rekordergebnis, wie es in den vergangenen drei Jahren auch am Tegernsee erzielt worden war, kann die Wiesseer Casino-Chefin Margit Hirsch (57) heuer nicht vermelden. Ihre Spielbank erreichte 2025 einen Bruttospielertrag (BSE) von 39,84 Millionen Euro, damit wurde das Vorjahresergebnis von 40,97 Millionen Euro nicht ganz erreicht. Es steht ein Minus von 2,75 Prozent zu Buche. Bei den Gästen gab‘s einen Rückgang von 161 958 Besuchern in 2024 auf 160 835 im vergangenen Jahr. Anlass zum Trübsalblasen ist das für Hirsch aber keineswegs. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir unseren Bruttospielertrag stabil halten konnten“, sagt die Direktorin. Und mit Blick auf den Rückgang: „Schwankungen gibt es immer.“
Auch beim Vorjahresergebnis zeigte sich wieder: Der große Gewinnbringer fürs Casino ist das Automatenspiel. Es hatte einen Anteil am gesamten BSE von gut 33 Millionen Euro und hat damit sogar leicht zugelegt (plus 2,41 Prozent). Der übrige Ertrag entfiel aufs sogenannte Große Spiel, das die klassischen Tischspiele wie Roulette, Poker und Black Jack umfasst.
Grundsätzlich ist die Wiesseer Spielbank, die sich seit 20 Jahren an ihrem jetzigen Standort am Winner befindet, eine Erfolgsgeschichte. Sie war auch 2025 der absolute Spitzenreiter unter den neun bayerischen Casinos. Auf Platz zwei folgte Feuchtwangen mit einem BSE von 27,54 Millionen Euro, dahinter die Spielbank in Garmisch-Partenkirchen mit 16,11 Millionen Euro.
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Dass sich Bad Wiessee damals für einen Neubau ausgesprochen und damit den Spielbank-Standort am Tegernsee gesichert habe, „hat sich für die Gemeinde bezahlt gemacht“, weiß Margit Hirsch. Die Kommune profitiert über die sogenannte Spielbankabgabe vom Ertrag des Casinos. Die Höhe der Abgabe, die an die fünf Talgemeinden fließt, betrug 2025 insgesamt rund 5,98 Millionen Euro (Vorjahr: 6,15 Millionen Euro). Wie eine Statistik zeigt, erhält Bad Wiessee als Standortgemeinde davon den Bärenanteil: nämlich etwa 5,40 Millionen Euro. Damit ist die Spielbankabgabe eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Kommune.
Mit ihrem umfangreichen Spielangebot und den rund 125 Mitarbeitern ist Bad Wiessee das größte Haus unter den Casinos, die der Freistaat mit seiner Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung betreibt. Weil einige Angestellte demnächst in den Ruhestand gehen und neue Mitarbeiter gebraucht wurden, hat die Spielbank zwischen Mai und Juli 2025 eine dreimonatige Croupiers-Ausbildung angeboten. Mit Erfolg, wie die Direktorin berichtet. Fünf neue Croupiers und vier neue weibliche Kolleginnen – die Croupièren – hätten im Anschluss an den Kurs ihren Dienst in Bad Wiessee aufgenommen. „Alle, die den Kurs bestanden haben, sind uns geblieben“, freut sich Hirsch. Die Jüngste unter den Neulingen ist gerade einmal 18 Jahre alt, dürfte als Gast im Casino also noch gar nicht mitspielen. Denn: Gäste dürfen erst ab 21 Jahren am Spielangebot teilnehmen.
Wie Füracker in seiner Pressemitteilung betont, legen die Spielbanken Bayern „größten Wert auf Spieler- und Jugendschutz“. So würden die Gäste vor dem Betreten eines Casinos auf Spielsperren und Alter überprüft. „Dieses Zutrittskontrollsystem gehört zu den umfassenden Maßnahmen, die die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung im Rahmen des Jugend- und Spielerschutzes ergreift“, heißt es in der Pressemitteilung.
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Wiesseer Croupier erfolgreich
Nicht nur, was den Bruttospielertrag (BSE) anbelangt, steht die Spielbank Bad Wiessee an der Spitze der neun bayerischen Spielbanken. Auch ein Croupier des Casinos mischt ganz vorne mit: Bei der dritten Bavarian Dealer Championship in der Spielbank Bad Kissingen belegte Filip Svach vom Tegernsee den zweiten Platz. Den Titel des besten Croupiers Bayerns sicherte sich in einem spannenden Turnier Sebastian Streitel vom Casino in Garmisch-Partenkirchen. Er setzte sich gegen 16 Mitbewerber durch. Streitel und Svach haben sich damit für die German Dealer Championship qualifiziert, die vom 28. bis 30. April dieses Jahres in Berlin ausgetragen wird.
„Ich bin sehr froh über den zweiten Platz und stolz, dass ich es so weit nach vorne gebracht habe, denn die Konkurrenz war wirklich stark“, wird Svach in einer Pressemitteilung der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung zitiert. Auf dem dritten Rang landete David Heidegger von der Spielbank Lindau. Auch in den fünf sogenannten Side-Events, bei denen die Fingerfertigkeit und das mathematische Können aller Teilnehmer geprüft werden, war Filip Svach überaus erfolgreich, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Er holte sich den Sieg in den Kategorien „Best Chipper“ (auf Zeit Chips nach Farben sortieren und stapeln), „Best Cutting Chips“ (auf Zeit Chips nach Vorgaben umsortieren) und „Best Pushing Stacks“ (auf Zeit Chips in 20er-Blocks an bestimmte Position über den Roulettetisch schieben).