Hier ist der Schnee top: Wo sich Langlaufen jetzt noch richtig lohnt

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In einem traumhaften Zustand sind die Loipen in der Jachenau, obwohl es tagsüber sehr warm ist. © Felix Kellner

Die Loipen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind teilweise noch in erstaunlich gutem Zustand. Ein Überblick, wo Langlaufen besonders viel Spaß macht.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Wer in Bad Tölz, Geretsried oder Wolfratshausen aus dem Fenster schaut, der kann es kaum glauben: Im Landkreis gibt es tatsächlich noch Orte, an denen man trotz Wärmeeinbruch noch sehr, sehr gut langlaufen kann. Dafür muss man allerdings mindestens bis zum Brauneck fahren, besser noch weiter in den Süden.

Kanada-Loipe: Zukunft weiter unklar

Um die Kanada-Loipe gibt es immer wieder Diskussionen mit der Unteren Naturschutzbehörde. Der Grund: Zweimal muss auf Behelfsbrücken die Isar überquert werden, einmal geht es durch das Bett des Rißbachs. Genau wegen dieser Querungen und einer fehlenden Genehmigung dafür konnte die Loipe Anfang Dezember 2023 nicht gespurt werden. Seither werden Genehmigungen nur für eine Saison erteilt. Daran habe sich bis heute nichts geändert, berichtet Wallgaus Bürgermeister Bastian Eiter. „Wir sind aber dran, eine andere Lösung zu finden.“ Das Ziel sei es, eine Überfahrt über den Markgraben an der Landkreisgrenze zu ermöglichen: „Dann wären die beiden Brücken hinfällig.“ Eigentümer seien die Bayerischen Staatsforsten: „Und die müssen das anschubsen.“ Alles müsse geplant werden, und dann müssten die Gelder von den Staatsforsten fließen: „Das kann ganz schnell gehen, und das kann noch ewig dauern.“

Im Gebiet rund um das Brauneck sind noch viele Loipen geöffnet. Richtig gut sind die Verhältnisse laut Loipenmaschinen-Fahrer Johann Waldschütz allerdings nur auf einem zwei Kilometer langen Kunstschnee-Teilstück des Rundkurses an den Gilgenhöfen. Wenig Spaß hat man dagegen auf den Naturschnee-Strecken, die nicht mehr gespurt werden und auf denen es mittlerweile etliche schwarze Stellen gibt. Wen dies nicht stört und wer die Skating-Technik beherrscht, kann neun Kilometer in Richtung Schlegldorf laufen und 14 Kilometer ins Schwarzenbachtal. Ebenso geöffnet ist die 15 Kilometer lange klassische Loipe nach Arzbach.

Loipenmaschinen-Fahrer: „Wir tun unser Möglichstes“

Waldschütz ist seit diesem Jahr alleine für das Spuren der Loipen zuständig. Immer wieder muss er sich Kritik anhören, dass er zu spät mit dem Spuren beginnt. Doch gegen diesen Vorwurf wehrt er sich vehement. „Die Leute sehen nur, dass alles weiß ist, und denken, dass ein super Schnee liegt. Aber tatsächlich braucht man unter 20 Zentimetern Schneehöhe gar nicht mit dem Spuren anzufangen“, erläutert er. Im Anschluss seien schließlich höchstens noch fünf Zentimeter Schnee übrig: „Und dann macht man viel kaputt, wenn man fährt.“ Er übe sein Amt seit zwei Jahren aus, und in dieser Zeit seien die Schneeverhältnisse noch kein einziges Mal richtig gut gewesen. Trotzdem versuche er, die Loipen gut zu präparieren: „Wir tun unser Möglichstes, damit es hinhaut, aber immer geht es nicht. Wir sind nicht blöd.“

Hinterriß: „Es sieht hervorragend aus“

Ganz anders sind die Schneeverhältnisse auf der Loipe zwischen Hinterriß und der Eng: „Es sieht hervorragend aus“, berichtet Florian Reindl, Besitzer des Hotel Post Hinterriß. Momentan lägen etwa 30 Zentimeter Schnee, erst am Donnerstag habe er frisch gespurt. Ebenfalls in einem „hervorragenden Zustand“ sei die 2,8 Kilometer lange Naturrodelbahn. Was in Hinterriß hinzukommt: Es ist extrem ruhig. „Am Donnerstag hatten wir drei Autos im Tal“, berichtet Reindl – „von Mitte bis Ende Jänner ist einfach eine tote Zeit.“ Deswegen ist in der Post momentan auch Betriebsurlaub: „Aber im Februar geben wir wieder Vollgas.“

Jachenau: Loipenzustand besser als erwartet

Felix Kellner wollte am Freitagnachmittag die Jachental-Loipe unter die Skier nehmen. Der Loipenmaschinen-Fahrer habe am Vormittag von Tannern bis Dorf frisch gespurt und ihm berichtet, dass deren Zustand besser sei als erwartet – morgens hart und schnell, tagsüber weich, sagt der Jachenauer Rathaus-Geschäftsführer.

Im Sonnental reichen generell sehr wenige Schneetage für gute Langlauf-Bedingungen. So habe es im vergangenen Jahr nur rund um Heiligabend und Mitte Januar geschneit, erinnert sich Kellner, doch dies habe für zwei Monate Langlauf gereicht. Grund dafür sei die Tallage. In der Jachenau sei es nie neblig, daher sinken in der Nacht die Temperaturen stark ab. Die Loipe gefriere und bleibe stabil. Ganz anders als beispielsweise im Moor-geprägten und entsprechend nebligen Loisachtal. „Manchmal mache ich mir den Spaß, schaue auf die Webcam und frage dann bei meiner Verwandtschaft in Benediktbeuern nach, wie das Wetter ist“, sagt Kellner schmunzelnd.

Beliebte „Kanada-Loipe“ ist geöffnet

Eine weitere sehr gute Option ist die „Kanada-Loipe“ zwischen Wallgau und Vorderiß, die ebenfalls offen und in einem guten Zustand ist. Die Schneeverhältnisse seien allerdings in Vorderriß deutlich besser, berichtet Wallgaus Bürgermeister Bastian Eiter. Wer möchte, kann gleich weiter bis nach Fall laufen. „Die Loipe ist sehr, sehr beliebt“, berichtet Eiter. „Sobald fünf Zentimeter Schnee liegen, rufen bei uns schon die Leute an.“ Tatsächlich müsse aber deutlich mehr Schnee liegen, da die Loipe durch Waldstücke führt.

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