Olympia-Irrsinn mit Folgen für Skiurlauber – Pisten müssen wegen Wasserknappheit schließen

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Olympia-Irrsinn mit Folgen für Skiurlauber – Pisten müssen schließen

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Wassermangel bedroht Olympia 2026: In Cortina müssen alle Pisten außer Wettkampfstrecken schließen – Millionenverluste für Betreiber drohen.

Livigno – Kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele 2026 herrscht Chaos in den Austragungsorten in Italien. Was als legendäres Fest des Wintersports geplant war, wird zum Albtraum für die Umwelt. Allein in Livigno werden täglich 14.000 Kubikmeter Wasser aus dem Fluss Spöl gepumpt, berichtet der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol. Der Abfluss des Flusses liegt laut dem Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) aber bei nur 0,2 Kubikmetern pro Sekunde – das entspricht einer akuten Wasserknappheit im Einzugsgebiet des Flusses, die durch die zusätzliche Entnahme noch verschärft wird.

Menschen beim Skifahren in Livigno, Italien, im März 2025.
Menschen beim Skifahren in Livigno, Italien, im März 2025. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass die Gemeinde Austragungsort der Olympischen Winterspiele sein würde. (Archivbild) © Xinhua/Imago

Alle Austragungsorte sind vollständig auf künstliche Beschneiung angewiesen, da es keinen Naturschnee gibt. „Doch nun fehlt auch das Wasser für die Beschneiung“, so Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands für Natur und Umwelt. „Das wird von den Organisatoren aber schlichtweg ignoriert. Sie gehen mit der Ressource Wasser um, als wäre es ihr Eigentum und nicht Gemeingut.“ Das wirkt sich auch auf den Tourismus aus, denn für die Wettkampfstrecken müssen Skiurlauber weichen.

Schnee für Olympia-Skipisten reicht nicht – „Lage muss als ernst bezeichnet werden“

Kurz vor dem Jahreswechsel hatten IOC- und FIS-Vertreter Alarm geschlagen, da die italienischen Olympia-Organisatoren mit der Beschneiung weit hinter dem Zeitplan lagen. Im Skiresort Livigno in den italienischen Alpen musste deshalb für den FIS-Weltcup auf eine andere Piste ausgewichen werden, was von den Schweizer Weltcup-Fahrern scharf kritisiert worden war.

„Die Lage in Livigno muss mittlerweile als ernst bezeichnet werden“, sagt Florian Trojer, Geschäftsführer des Heimatpflegeverbands, in der Mitteilung des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz. „Hier war es bis zum Jahreswechsel zu warm und sehr trocken, sodass das Wasser bei der Beschneiung einfach verdampft ist und nicht mal für den Kunstschnee auf der offiziellen Wettkampfpiste für das Weltcup-Rennen reichte.“ Laut ihm seien die Speicherbecken fast leer, weswegen die Organisatoren sehr hohe Wassermengen aus den Bergflüssen entnehmen – „zum Teil ohne Rücksicht auf die ökologischen Restwassermenge“.

Italien-Region droht, Peking als Umweltsünder zu übertreffen

Noch angespannter ist die Situation in Cortina d‘Ampezzo. Während der Olympischen Spiele müssen alle Pisten außer den Wettkampfstrecken schließen, weil das verfügbare Wasser nur für die olympischen Rennen ausreicht. Das bedeutet weniger Skiurlauber in der Region und Millionenverluste für die Betreiber, erklärt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz.

Die Umweltschützer ziehen Parallelen zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking, die bereits als die unnachhaltigsten Winterspiele aller Zeiten galten. Dort musste Wasser über riesige Distanzen transportiert werden. Gleiches drohe nun Cortina-Mailand, denn für die hundertprozentige Beschneiung seien gewaltige Wassermengen nötig, so Ruth Heidingsfelder, Climate Action South Tyrol. Und das IOC-Reglement erfordere eine wesentlich dickere Schneedecke als für normale Skirennen.

Silvia Simoni von Mountain Wilderness fasst zusammen: „Wir haben momentan besorgniserregend niedrige Wasserstände in einigen Regionen und stark reduzierte Wasserabflüsse in betroffenen Bergflüssen. Wie in Peking scheint das aber niemanden zu interessieren – die Spiele müssen auf Gedeih und Verderb stattfinden, ohne Rücksicht auf Umwelt, Landwirtschaft und Bewohner.“

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Die Olympischen Winterspiele beginnen am 6. Februar 2026. Ob alle geplanten Wettkämpfe stattfinden können, bleibt angesichts der Wasserkrise allerdings ungewiss. (Quellen: Climate Action South Tyrol, Dachverband für Natur- und Umweltschutz, Heimatpflegeverband Südtirol, Alpenverein Südtirol, CAI Alto Adige, POW protect our winters, Mountain Wilderness) (cln)

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