Die Zahl der Grippefälle in Deutschland legt gerade kräftig zu. Das sind die typischen Symptome von Influenza K – der neuen Virus-Variante von A H3N2.
Frankfurt – Außergewöhnlich früh im Vergleich zu den Vorjahren ist die Grippesaison 2025/2026 in Deutschland gestartet. Influenza K – eine neue Virus-Variante – dominiert. Das Virus mit dem offiziellen Namen „A (H3N2) Subklade K“ lässt die Infektionszahlen in die Höhe schnellen – auch in Italien und Österreich.
In den vergangenen Wochen stiegen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) die Influenza-Inzidenz und auch die Viruslast im Abwasser deutlich an. Nach dem Jahreswechsel – ähnlich wie schon in den Vorjahren – ist die Zahl der Arztbesuche wegen einer Atemwegserkrankung (ARE) „stark gestiegen“ und durch die „steigende Zahl an Influenzaerkrankungen bestimmt“. Das geht aus dem RKI-Wochenbericht zur 2. Kalenderwoche hervor. Die Infektionszahlen werden vermutlich noch steigen. Das sind die typischen Symptome der neuen Grippe-Mutation. So können Sie sich vor einer Influenza-Erkrankung schützen.
Neue Influenza-Variante K: Das sind die typischen Symptome von A H3N2 Subklade K
Eine Erkältung, oft als „grippaler Infekt“ bezeichnet, hat mit der „echten Grippe“ – Influenza – nichts zu tun, betont das RKI. Eine Influenza ist, laut HNO-Ärzte im Netz, eine akute Atemwegsinfektion, bei der „ohne Vorwarnung“ die Erkrankung plötzlich beginnt. Bei einer Influenza H3N2 treten folgende typische Symptome auf:
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber bei sonst gesunden Menschen und deutliches Krankheitsgefühl
- Muskel-, Gelenk- und Augenschmerzen und/ oder Kopfschmerzen
- Schüttelfrost
- Häufig trockener Reizhusten – teilweise lang anhaltender Husten
- Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit
Allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Nasenausfluss (Rhinorrhö), in einigen seltenen Fällen auch Übelkeit mit Erbrechen und Durchfall können Symptome einer Influenza-Infektion sein.
Solche Beschwerden können laut RKI jedoch auch virologische Atemwegserreger wie Rhinoviren, Respiratorische Synzytial-Viren, humane Metapneumoviren oder Mykoplasmen verursachen. Nur durch Labordiagnostik könne letztlich eine sichere Abgrenzung erfolgen. Während der Hochphase einer Influenzawelle habe die typische Influenza-Symptomatik jedoch einen guten Vorhersagewert bei einer Diagnose.
Hohes Fieber? Was hat das beim Verlauf einer Influenza zu bedeuten?
Eine erhöhte Temperatur von 38,5 Grad Celsius und Schnupfen sprechen in der Regel eher für eine Erkältung, heißt es bei HNO-Ärzte im Netz. Bei Babys ist jedoch schon Fieber ab 38 Grad ein Grund für einen Arztbesuch.
„Starke Symptome wie hohes Fieber und schweres Krankheitsgefühl zu Beginn der Erkrankung sind Reaktionen eines aktiven Immunsystems auf die Infektion“, erklärt das RKI. „Sie sind jedoch keine guten Hinweise, ob sich die Krankheit im weiteren Verlauf verschlimmert oder nicht oder das Risiko für nachfolgende Komplikationen erhöht ist.“ Insbesondere ältere Erkrankte bekämen häufig kein Fieber.
Eine Influenza ist in der Regel nach fünf bis sieben Tagen überstanden. Der Husten könne aber auch zwei bis drei Wochen anhalten. Die neue Virus-Variante Influenza K scheint Berichten aus Italien zufolge ziemlich hartnäckig zu sein. „Wir haben eine drei- oder vierfache Dauer der Nachwirkungen im Vergleich zu den üblichen Influenza-Syndromen, die auf die Aggressivität des Virus zurückzuführen ist“, sagt Giorgio Sesti, Dozent für Innere Medizin an der Universität Sapienza in Rom, bei Today.it.
Nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen seien von einer Lungenentzündung betroffen, sagte Matteo Bassetti, Direktor der Infektionskrankheiten am Policlinico San Martino in Genua, bei Rai News. Schwere Symptome wie Atemnot, anhaltender Husten und Brustschmerzen seien ein Fall für die Notaufnahme. Ähnliche Beobachtungen macht ein Ärzteteam in Deutschland.
Zusätzliche bakterielle Infektion bei einer Influenza
Influenza-Todesfälle gehen meist auf eine bakterielle Lungenentzündung zurück, so das RKI. Bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf tritt eine Verschlechterung oft drei bis zehn Tage nach Symptombeginn auf. Ein erneuter Fieberanstieg um den dritten Krankheitstag weist laut HNO-Ärzte im Netz auf den Beginn einer zusätzlichen bakteriellen Infektion hin.
Schwere Verläufe einer Influenza können insbesondere bei älteren Menschen, Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und Personen mit Vorerkrankungen (Atemwege, Nieren oder Herz) sowie immungeschwächten Menschen auftreten. Komplikationen können im schlimmsten Fall zum Tode führen.
Influenza-Impfung: Beste Schutz vor Grippe
Der diesjährige Grippe-Impfstoff passt nicht optimal zur neuen Virus-Variante H3N2-Subklade K. Dennoch bietet der Impfstoff weiterhin einen Schutz vor einer schweren Erkrankung, betont das RKI. Da die Grippewelle erfahrungsgemäß erst im Frühjahr endet, lohnt sich nach Ansicht von Fachleuten auch jetzt noch eine Impfung.
Da eine Infektion mit Influenza in erster Linie über Tröpfchen und Aerosole erfolgt, sind eine Hustenetikette (in den Ellenbeugen husten und niesen) sowie Händewaschen angesagt. Kranke sollten sich zu Hause auskurieren. Kurz und knapp lassen sich die wichtigsten Punkte zum Schutz vor einer Influenza-Infektion wie folgt zusammenfassen:
- Impfung
- Händewaschen und Flächendesinfektion
- Maske bei Menschenansammlungen tragen
In Deutschland ist die Grippesaison 2025/2026 außergewöhnlich früh gestartet. Die Grippewelle begann gemäß RKI-Definition in der 48. KW 2025 (ab 24. November 2025). Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnte bereits vor einer möglicherweise schweren Grippesaison. Nach einer aktuellen Studie sind die ersten Wochen nach einer überstandenen Influenza-Infektion für das Herz-Kreislauf-System gefährlich. (Quellen: RKI, HNO-Ärzte im Netz, Infektionsschutz.de, RaiNews, Today.it) (ml)
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