Ein Industrieunternehmen kündigt für einen Standort in Baden-Württemberg einen Stellenabbau an. Davon betroffen sind über die Hälfte der Mitarbeiter.
Osterburken – Nachdem jüngst ein führendes Industrieunternehmen mit mehreren Standorten Insolvenz anmelden musste, sieht sich nun ein weiteres Unternehmen finanziellen Herausforderungen entgegengestellt. Die Güdel-Gruppe mit Sitz in Langenthal in der Schweiz hat in einer Pressemitteilung angekündigt, eine „weitgehende Teilschließung“ ihres Standorts in Osterburken (Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg) vorzunehmen.
Güdel beschreibt sich selbst als „einen der weltweit führenden Anbieter von Lösungen für die industrielle Automatisierung“, dessen Angebot von hochpräzisen Maschinenkomponenten bis hin zu intelligenten Automatisierungslösungen reicht. Die Produkte finden beispielsweise Anwendung in der Automobil- und Flugzeugindustrie sowie bei Reifen und in der Pharmazie. Seit der Gründung im Jahr 1954 befindet sich die Unternehmensgruppe im Besitz der Eigentümerfamilie. Das älteste Industrieunternehmen Deutschlands ist ebenfalls in Baden-Württemberg gegründet worden.
Güdel-Gruppe will am Standort Osterburken 50 Mitarbeiter entlassen
Güdel beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter an über 20 Standorten weltweit, unter anderem in den USA, Indien und Japan. In Deutschland betreibt das Unternehmen zwei Standorte: einen in Altenstadt (Hessen) und den bereits erwähnten Standort in Osterburken. An Letzterem will Güdel nach derzeitigem Stand 50 Stellen streichen. Das entspricht mehr als der Hälfte der Mitarbeiter: Aktuell sind in Osterburken noch 75 Mitarbeiter beschäftigt, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet.
| Name | Güdel Group AG |
|---|---|
| Gründung | 1954 |
| Sitz | Langenthal, Schweiz |
| Branche | Maschinen- und Anlagenbau |
| Mitarbeiter | ca. 1.000 (Januar 2026) |
Um auf die weiterhin schwierigen Marktbedingungen in Deutschland zu reagieren, nimmt Güdel nach eigenen Angaben eine Anpassung seiner Organisations- und Standortstruktur vor. Das Unternehmen kündigt an, dass die Produktion und das Engineering der Güdel Germany GmbH in Osterburken in den kommenden Monaten innerhalb der Unternehmensgruppe verlagert werden. Ziel sei es, „die betroffenen Geschäftsbereiche neu zuzuordnen, um Kompetenzen und Ressourcen gezielt zu bündeln und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Güdel-Gruppe zu stärken.“
Keine langfristige Perspektive gefunden – „Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“
Güdel betont, dass sämtliche bestehenden Aufträge und Verpflichtungen wie vereinbart abgewickelt werden. Auch die Betreuung der Kunden, der Service sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen bleiben nach Unternehmensangaben uneingeschränkt bestehen.
„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, erklärt das Unternehmen. Jedoch gestaltete es sich für den Produktionsstandort Osterburken zunehmend herausfordernd, eine langfristig nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Perspektive zu entwickeln. Deswegen und mit Blick auf die zukunftsfähige Ausrichtung der gesamten Gruppe sah sich das Unternehmen zu diesem Schritt veranlasst, so Güdel-CEO Gwendolin Güdel. (Verwendete Quellen: rnz.de, de.gudel.com, eigene Recherche)