TKMS steht offenbar vor einem Großauftrag für seine Überwasser-Sparte. Ein Nachbarland sucht einen schnellen Ersatz für drei im Einsatz befindliche Fregatten.
Kiel – TKMS sitzt auf einem dicken Auftragspolster. Im Mai des vergangenen Jahres teilte der Werftkonzern mit, dass sich der Auftragsbestand auf einem Rekordniveau von 16,1 Milliarden Euro beläuft. Als Beispiel nannte das Unternehmen den Auftrag für die Lieferung von U-Booten des Typs 212CD an die Bundesmarine. Kurz zuvor unterzeichnete TKMS mit Singapur einen Vertrag über den Bau von zwei weiteren U-Booten des Typs 218SG.
TKMS kann sich außerdem Hoffnungen auf weitere lukrative Aufträge im U-Boot-Segment machen. Im Frühjahr dieses Jahres wird eine Entscheidung der kanadischen Regierung erwartet, welcher Anbieter die vier älteren U-Boote ersetzen wird. Zu den Bietern gehört auch Südkorea. Zudem verhandelt TKMS mit der indischen Marine über die Lieferung von sechs U-Booten. Fest steht auch, dass Norwegen zusätzlich zu den bereits bestellten vier U-Booten zwei weitere in Auftrag geben will.
Dänemark könnte Fregatten bei TKMS kaufen: Problembehaftete Schiffe sollen ersetzt werden
Im Segment Überwasserschiffe nennt TKMS in seiner Mitteilung vom Mai hingegen nur den Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts für den Bau des Forschungseisbrechers „Polarstern“. Auch sonst tut sich die Sparte schwer. So musste die Marinetochter von Thyssenkrupp im Wettbewerb um den Bau von elf neuen Fregatten für die australische Marine das Feld Mitsubishi Heavy Industries (MHI) aus Japan überlassen. Allerdings kann sich TKMS Hoffnungen auf einen Milliardenauftrag der Deutschen Marine für den Bau der Fregatte F126 oder eines Nachfolgers machen. Hintergrund sind die Schwierigkeiten der ursprünglich beauftragten niederländischen Werft Damen Naval.
Nun könnte ein neuer Großauftrag für die Überwasser-Sparte anstehen. Wie die Kieler Nachrichten berichten, will die dänische Marine mindestens drei neue Fregatten für den Einsatz gegen Flugzeuge, Raketen und Drohnen ordern. Damit sollen drei problembehaftete Fregatten der „Iver Huitfeldt“-Klasse ersetzt werden, die zwischen 2008 und 2011 in Dänemark gebaut wurden. Obwohl die Schiffe relativ jung sind, wurde eine Modernisierung verworfen.
Dänemark könnte Fregatten bei TKMS kaufen: Besuch des dänischen Verteidigungsministers verschoben
Bei den Schiffen soll es sich um Fregatten des Typs Meko A-400AMD handeln. Dieses Modell wurde speziell für die Luftverteidigung konzipiert. Es ist auch bei der Deutschen Marine als Klasse F127 im Gespräch. Laut dem Bericht der Kieler Nachrichten wollte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen mit einer Delegation der Dänischen und der Deutschen Marine das Fregattenmodell auf der Werft in Kiel besichtigen. Aufgrund der Grönland-Drohungen aus den USA sei der Besuch allerdings verschoben worden. TKMS selbst will sich zu dem möglichen Auftrag nicht konkret äußern. (Quellen: TKMS, Reuters, Kieler Nachrichten)