Endgültige Schließung von deutschem Weltmarktführer wie ein „Schlag in die Magengrube“

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Kurz vor Weihnachten kam der Paukenschlag: Ein deutscher Weltmarktführer übersteht die Insolvenz nicht und wird nach 120 Jahren geschlossen. Der Stachel sitzt tief.

Stuttgart – Im vergangenen Krisenjahr 2025 haben mehrere bedeutende Unternehmen eine notwendige Insolvenz nicht überstanden. Besonders schwer wog die Nachricht, dass der 1905 gegründete Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie. mit Sitz in Albstadt (Zollernalbkreis, Baden-Württemberg) nicht aus der im September angemeldeten Insolvenz gerettet werden kann und bis Februar 2026 geordnet stillgelegt wird. Wie die bundesweit tätige Anwaltskanzlei Grub Brugger im Dezember erklärte, war selbst eine international geführte Investorensuche für das Traditionsunternehmen nicht erfolgreich.

Mayer & Cie. war für viele Jahre neben Groz Beckert einer von zwei Weltmarktführern in der Textilindustrie mit Sitz in Albstadt und hat seinen Sitz im Stadtteil Tailfingen. Dort haben die Menschen derzeit eine tragische Hausexplosion mit drei Toten zu verarbeiten, und auch das Ende von Mayer & Cie. löst Bestürzung aus. „Das war ein Schlag in die Magengrube. Mit dieser Firma stirbt ein Stück Heimat“, sagte Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) der Bild.

Ende von Mayer & Cie. in Albstadt: „Diese Firma war für mich wie eine Familie“

Von der Betriebseinstellung bei Mayer & Cie. in Albstadt sind rund 270 Mitarbeiter betroffen, die bereits in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen hinnehmen mussten, um das Unternehmen zu stabilisieren. „Seit Jahren haben die Mitarbeiter auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet, viele arbeiteten ohne Lohnausgleich vier Stunden pro Woche mehr“, erklärte Elke Rapthel von der Gewerkschaft Ver.di. „Ironischerweise bekommen sie deshalb jetzt auch noch weniger Arbeitslosengeld.“ Ein Großteil der Mitarbeiter wurde bis Anfang Februar freigestellt.

Name Mayer Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 8. Juli 1905
Sitz Albstadt, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 270 (Dezember 2025)

Neben dem Schlag für die Wirtschaft der Stadt und der Region hängen vor allem auch die persönlichen Schicksale der Mitarbeiter an einer solchen Entscheidung. „Heute hatte ich nach 17 Jahren meinen letzten Arbeitstag im Werk. Die Frau von der Personalabteilung, bei der ich damals mein Vorstellungsgespräch hatte, musste beim Abschied weinen“, sagte ein Mitarbeiter vor Ort der Bild. „Diese Firma war für mich mehr als ein Arbeitgeber, sie war wie eine Familie.“

Der Sitz des Strickmaschinenherstellers Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen, Zollernalbkreis, Baden-Württemberg.
An das Ende des Strickmaschinenherstellers Mayer & Cie. sind rund 270 persönliche Schicksale geknüpft. © A. Köppl/Wikipedia/CC BY 3.0

Verlust von Arbeitsplätzen und Steuerzahlern trifft Albstadt

Für die Finanzlage von Albstadt hat das Ende von Mayer & Cie. laut OB Tralmer keine großen Folgen. „Mit großen Gewerbesteuereinnahmen hatten wir bis zur Insolvenz nicht gerechnet“, erklärte er. Der Verlust von Arbeitsplätzen und Steuerzahlern treffe die Stadt dennoch, zumal der Rathauschef auch eine persönliche Geschichte mit dem Weltmarktführer hat. „Mein Vater hat dort seine Ausbildung gemacht“, sagte er. „Ich kenne die Geschäftsführung seit Jahren und hatte gehofft, dass es eine andere Lösung geben könnte.“

Eine solche war dem Strickmaschinenhersteller aber nicht vergönnt, und damit ist Mayer & Cie. nicht alleine. Nur wenige Wochen vor der bitteren Nachricht aus Albstadt-Tailfingen wurde bekannt, dass auch ein 165 Jahre altes Traditionsunternehmen im Zuge einer Insolvenz nahezu vollständig abgewickelt werden muss. (Verwendete Quellen: bild.de, Mitteilung von Grub Brugger vom 1. Dezember 2025, eigene Recherche)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/schliessung-von-deutschem-weltmarktfuehrer-wie-ein-schlag-in-die-magengrube-94120155.html