Dieses Gebäude war einst der Sitz eines Unternehmens, das heute weltweit bekannt ist

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In einem bis heute bestehenden Gebäude hatte einst ein Familienunternehmen seinen Sitz, das einige Jahre später mit einer Erfindung weltweite Bekanntheit erlangen sollte.

Stuttgart – Auch Unternehmen von Weltrang haben einmal bescheiden angefangen. Während Bosch, eines der größten Industrieunternehmen Deutschlands, in einem Stuttgarter Hinterhof gegründet wurde, entstand der heutige Mercedes-Konzern aus der Fusion zweier Vorgängerunternehmen. Auch ein anderes Unternehmen, dessen Produkt heute weltweit verkauft wird, hat in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg seinen Ursprung, auch wenn es seinen Sitz seit beinahe 100 Jahren in einer anderen Gemeinde hat. Die Firma wurde bereits zum beliebtesten Familienunternehmen Deutschlands gekürt.

Im Jahr 1912 wurde in Stuttgart-Bad Cannstatt (damals noch ohne den Zusatz „Bad“) mit der Gründung der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik durch Alfred Eugen Ritter und Clara Ritter der Grundstein für ein Unternehmen gelegt, das oftmals unter dem Markennamen Ritter Sport bekannt ist. Bis zur Erfindung der charakteristischen Quadratform sollten noch ein paar Jahre vergehen, aber der Reihe nach. 1912 wurde eine Zuckerwarenfabrik gegründet, die als erstes Produkt die Schokoladenmarke Alrika (für Alfred Ritter Kannstatt) herstellte.

Die Ursprünge einer Weltmarke in der Wilhelmstraße 16 in Bad Cannstatt

Diese Marke wurde zwar nicht gleich zum großen Erfolg, verkaufte sich aber offenbar so gut, dass die Ritters ihre Produktion deutlich ausweiteten und sowohl die Produktion als auch den Firmensitz im Jahr 1920 in die Wilhelmstraße 16 in Bad Cannstatt verlegten. Dieses Gebäude, das bis heute existiert, gilt als erstes eigenes Werk der heutigen Alfred Ritter GmbH und ist demnach ein historisches Zeugnis für die Geschichte eines Unternehmens, das mit seinen quadratischen Schokoladentafeln Weltruhm erlangt hat. Von 1920 bis 1930 war das Gebäude in der Wilhelmstraße 16 der Hauptsitz der Firma.

Name Alfred Ritter GmbH & Co. KG
Gründung 1912 in Stuttgart-Bad Cannstatt
Sitz Waldenbuch, Baden-Württemberg
Branche Lebensmittelindustrie
Mitarbeiter rund 1.900 weltweit
Umsatz 605 Millionen Euro (2024)

Das Gebäude, das heute von Architekten und Künstlern verwendet wird, steht mitten in Bad Cannstatt, dem ältesten und größten Bezirk Stuttgarts, und wurde für die Schokoladenproduktion bereits Anfang der 1930er Jahre zu eng. Deshalb verlagerte Ritter die Produktion 1930 ins beschauliche Waldenbuch (Kreis Böblingen), wo Clara Ritter zwei Jahre später die Quadratschokolade erfand. „Machen wir eine Schokolade, die in jede Jackentasche passt, ohne zu brechen und das gleiche Gewicht wie eine normale lange Tafel hat“, wird sie auf der Firmenseite zitiert. Der Rest ist Geschichte.

Die frühere Schokoladenfabrik von Alfred Ritter (Ritter Sport) in Stuttgart-Bad Cannstatt
Das Gebäude in der Wilhelmstraße 16 in Stuttgart-Bad Cannstatt war von 1920 bis 1930 der Hauptsitz von Ritter. © Kostas Koufogiorgos/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Stuttgart als Schokoladenstadt: Heute besteht nur noch einer der Hersteller

Bis heute befindet sich an dem früheren Verkaufsraum der Firma Ritter ein Schriftzug, der auf den ehemaligen Hauptsitz des Unternehmens hinweist. Der Verein Pro-Alt-Cannstatt hat zudem an der Fassade des Gebäudes eine Hinweistafel angebracht, die ebenfalls darauf hinweist. In Stuttgart waren zu dieser Zeit eine ganze Reihe an Schokoladenherstellern ansässig. Die bekanntesten waren Moser-Roth, Eszet, Waldbaur und eben Alfred Ritter. Als Hersteller hat nur Ritter überlebt, während Marken wie Moser-Roth oder Eszet von anderen Unternehmen hergestellt und verkauft werden. (Verwendete Quellen: ritter-sport.com, proaltcannstatt.de, villa-moser.de)

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