BMW steigert seinen Absatz 2025 nur minimal. Die Kernmarke schrumpft, das China-Geschäft bricht massiv ein. BMW-Tochter Mini kann den Abschwung auffangen.
München – Der Münchner Automobilhersteller BMW hat das Jahr 2025 nur mit einem knappen Wachstum abgeschlossen. Während europäische Premiumhersteller mit schwächelnden Märkten kämpfen, zeigt sich bei BMW ein anderes Bild als es noch 2024 der Fall war: Der Konzern kann zwar ein leichtes Wachstum vorweisen, doch ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart erhebliche Verschiebungen zwischen den Marken und Regionen. Die traditionsreiche Kernmarke verliert an Boden, während ausgerechnet die kleinste Tochter zur Rettung eilt. Insgesamt lieferte die BMW Group 2,46 Millionen Fahrzeuge aus – ein Plus von lediglich 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch dahinter verbirgt sich eine gespaltene Entwicklung: Während die Tochtermarke Mini kräftig zulegte, musste die Kernmarke BMW erneut einen Rückgang hinnehmen.
Die Marke BMW lieferte im vergangenen Jahr 2,17 Millionen Fahrzeuge aus, wie unter anderem die Automobilwoche berichtet. Das entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber 2024. Besonders schwach entwickelte sich das vierte Quartal mit einem Minus von 5,2 Prozent. Auch die Sportsparte BMW M GmbH blieb trotz eines neuen Absatzrekords von 213.457 Einheiten im Schlussquartal nicht verschont und verzeichnete dort ein Minus von 7,9 Prozent.
Kernmarke BMW verliert weiter an Boden – Mini als Wachstumsmotor des Konzerns
Ganz anders präsentiert sich die Situation bei der britischen Tochtermarke Mini. Mit 288.290 verkauften Einheiten legte Mini um beachtliche 17,7 Prozent zu, wie das Handelsblatt meldet. Besonders bemerkenswert: Mehr als 100.000 dieser Fahrzeuge waren vollelektrisch – das bedeutet, dass mehr als jeder dritte Mini mit reinem Elektroantrieb ausgestattet war. Dieser Erfolg war entscheidend dafür, dass die BMW Group überhaupt ein Wachstum vorweisen konnte.
Der chinesische Markt entwickelte sich für BMW zum Problemfall. In China gingen die Auslieferungen um 12,5 Prozent auf 625.527 Einheiten zurück, berichtet die Automobilwoche. Im vierten Quartal verschärfte sich die Lage noch weiter mit einem Rückgang von 15,9 Prozent. Vertriebschef Jochen Goller sprach laut Handelsblatt von einem „anspruchsvollen Umfeld“. Wie andere westliche Hersteller tut sich BMW im wettbewerbsintensiven Umfeld der lokalen Anbieter schwer. Die Konkurrenz leidet noch stärker. Volkswagen meldete für 2025 einen Rückgang um 13 Prozent auf 329.813 Neuwagen in China, Audi verkaufte mit 164.942 Einheiten sogar 16 Prozent weniger als 2024.
Wachstum bei Elektroautos verlangsamt sich deutlich – Europa und USA kompensieren China-Schwäche
Deutlich besser lief es für BMW in Europa und Nordamerika. In Europa setzte der Konzern 1,02 Millionen Fahrzeuge ab – ein Plus von 7,3 Prozent. In Deutschland betrug das Wachstum sogar 8,7 Prozent auf 290.742 Einheiten. Auch in den USA erzielte BMW nach eigenen Angaben mit 417.638 verkauften Fahrzeugen (ohne Mini) einen neuen Absatzrekord und legte um fünf Prozent zu. Dass BMW trotz hoher Zölle auf Fahrzeugimporte aus Europa in den USA zulegen konnte, liegt am großen US-Werk in Spartanburg (South Carolina), das etwa die Hälfte der dort verkauften BMWs produziert. Allerdings gab der Konzern die Belastung durch Zölle praktisch nicht über höhere Preise an Kunden weiter, was gut für den Absatz ist, aber auf die Margen drückt.
Bei den Elektrofahrzeugen zeigt sich eine Verlangsamung des Wachstums. Die BMW Group lieferte 442.072 vollelektrische Fahrzeuge aus – ein Plus von nur noch 3,6 Prozent. In der Vergangenheit waren die Wachstumsraten deutlich höher, wie das Handelsblatt anmerkt. Insgesamt verkaufte der Konzern 642.087 elektrifizierte Fahrzeuge (BEV und PHEV), was einem Zuwachs von 8,3 Prozent entspricht. Vertriebsvorstand Jochen Goller zeigte sich dennoch zufrieden: „Damit sind wir weiterhin voll auf Kurs, unser CO₂-Flottenziel in der EU für 2025 zu erreichen“, sagte er laut Automobilwoche. Der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge liegt bei rund 25 Prozent, während der kombinierte Anteil aus BEV und PHEV in Europa nahezu 40 Prozent erreicht.
Viertes Quartal enttäuscht auf ganzer Linie: Ausblick auf 2026
Das Schlussquartal 2025 fiel schwach aus. Die BMW Group verzeichnete ein Minus von 4,1 Prozent. Auch in den USA, die im Gesamtjahr noch wuchsen, drehte die Entwicklung ins Negative mit einem Rückgang von 4,6 Prozent. Nur Mini konnte auch im vierten Quartal mit einem Plus von 4,9 Prozent überzeugen. BMW produzierte nach eigenen Angaben in seinen deutschen Werken München, Dingolfing, Regensburg und Leipzig mehr als eine Million Fahrzeuge – ein Viertel aller in Deutschland gefertigten 4,15 Millionen Autos. Milan Nedeljković, Produktionsvorstand und designierter Nachfolger von CEO Oliver Zipse, betonte: „Für die Zukunft ist es zentral, dass die Politik wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Standort gestaltet.“
Für 2026 kündigte Vertriebschef Goller zahlreiche neue Modelle an, darunter den BMW X5, BMW 3er und BMW 7er. „Insgesamt wird die BMW Group bis 2027 mehr als 40 neue und überarbeitete Fahrzeuge in verschiedenen Antriebsvarianten auf den Markt bringen“, erklärte er laut BMW-Pressemitteilung. (ls)