"Fehlschlag“: US-Magazin nimmt Putins Kampfjet MiG-35 komplett auseinander

Das wird Russlands Machthaber Wladimir Putin nicht gefallen: Ein US-Militärmagazin nimmt das russische Kampfflugzeug MiG-35 komplett auseinander. Das Flugzeug sei als Russlands „erschwingliche, exportfähige Antwort“ auf ausländische Wettbewerber wie die US-amerikanische F16 verkauft worden. Doch habe der Jet diese Erwartungen nie erfüllt, schreibt „9fortyfive.com“. 

Urteil über russisches Flugzeug: "MiG-35 war ein Fehlschlag“ 

Konkret: „Die MiG25 sollte die Marke MiG wiederbeleben und Russland einen modernen Exportkampfflieger bescheren. Stattdessen deckte das Programm Schwächen im russischen Luft- und Raumfahrtsektor auf. In jeder Hinsicht – kommerziell, technologisch, strategisch – war die MiG-35 ein Fehlschlag.“ 

Das Flugzeug wird seit rund zehn Jahren produziert und ist ein Mehrzweck-Kampfflugzeug der Generation „4++“, entwickelt als modernisierte Version der MiG-29. Doch die Russen haben Probleme, das Flugzeug in Serienproduktion zu bringen, denn es fehlen ganz offensichtlich die Käufer. Laut des Fachblatts „FlugRevue“ habe der Hersteller Mig/Mikoyan selbst für die eigene Luftwaffe bisher nur rund ein halbes Dutzend Testmaschinen hergestellt. „Zwar sollen MiG-35 probeweise auch zu Kampfeinsätzen im Ukrainekrieg gekommen sein – doch auch daraus leitete sich bislang kein Entscheid für einen Serienbau ab“, heißt es weiter. 

Auch „9fortyfive.com“ schreibt davon, dass Moskau selbst nur eine symbolische Handvoll von Modellen kaufte. Dies habe ausländischen Kunden signalisiert, dass das Flugzeug das Risiko nicht wert sei. Indien, Ägypten, Malaysia und andere Länder hätten sich bereits zurückgezogen

Magazin findet mehrere Defizite

Das US-Magazin  listet einige Faktoren auf, die gegen die MiG-35 sprechen. 

  • Das AESA-Radar sei beworben worden, aber nie in einsatzfähigen Modellen eingesetzt.
  • Die RD-33-Derivatmotoren seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben und böten keine wirklichen Fortschritte in Bezug auf Schubkraft, Kraftstoffverbrauch oder Zuverlässigkeit. 
  • Die Sensorfusion und die Cockpit-Anzeigen lagen Jahrzehnte hinter den westlichen Pendants zurück.

Putin ließ sich mit MiG-35 fotografieren

Das Fazit des Magazins über das Flugzeug, mit dem sich auch Wladimir Putin schon stolz fotografieren ließ: In Wirklichkeit sei das fertige Produkt nur eine verbesserte Version der MiG-29 – "keine echte Plattform der nächsten Generation". Und weiter: „Ohne Größe, ohne Tarnkappentechnologie und ohne klare Rolle hat die MiG-35 Russlands schrumpfende Luft- und Raumfahrtbasis offenbart und den Niedergang der Marke MiG beschleunigt.“ Klar ist aber für den Autoren: Ohne die MiG-35 werde Russland „strategische Konsequenzen“ zu tragen haben, da es auf wesentlich teurere Flugzeuge angewiesen sei.  

Eine MiG-35 auf einer Ausstellung in Russland
Eine MiG-35 auf einer Ausstellung in Russland imago