Nach Taiwans Rüstungsdeal mit den USA: China reagiert mit bedrohlichem Militärmanöver

China hat erneut eine großangelegte Militärübung rund um Taiwan begonnen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das chinesische Militär berichtete, habe das Manöver „Mission Gerechtigkeit 2025“ begonnen. Geübt werde in Luft- und Seegebieten rund um Taiwan. Im Fokus stünden Patrouillen zur Gefechtsbereitschaft, das Erlangen umfassender Überlegenheit sowie die Blockade wichtiger Häfen und Gebiete.

Ein Sprecher bezeichnete die Übungen als „ernste Warnung“ an „separatistische“ Kräfte. Sie seien zudem eine „legitime und notwendige“ Maßnahme zur Wahrung der chinesischen Souveränität und nationalen Einheit, hieß es.

Schießübungen am Dienstag 

In einer separaten Mitteilung kündigte die Volksbefreiungsarmee außerdem an, ab Dienstag Schießübungen in fünf ausgewiesenen Zonen rund um Taiwan abzuhalten. Unbeteiligte Schiffe und Flugzeuge sollten diese Bereiche meiden.

Die Regierung in Taipeh hatte im Dezember mitgeteilt, dass die USA Rüstungsverkäufe an Taiwan im Umfang von elf Milliarden Dollar (9,33 Milliarden Euro) absegneten und damit eines der größten Rüstungspakete für die Insel überhaupt beschlossen. China hatte daraufhin "entschlossene und schlagkräftige Maßnahmen" zum Schutz seines Territoriums angekündigt. Es handelt sich um die ersten größeren chinesischen Militärübungen vor Taiwan seit April.

Patriot-Luftabwehrsystem in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan.
Patriot-Luftabwehrsystem in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan. Annabelle Chih/Getty Images

Taiwan verurteilt Manöver 

Chinas Armee übt jedoch nahezu täglich mit Kriegsschiffen und Militärflugzeugen in der Region. Peking zählt die Inselrepublik zu seinem Territorium, obwohl sie seit Jahrzehnten eine von Peking unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik will sich Taiwan einverleiben und droht mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege gelingen.

Taiwan verurteilte die erneuten chinesischen Militäraktivitäten scharf. Chinas Vorgehen untergrabe die Sicherheit und Stabilität in der Region und stelle eine offene Herausforderung für internationales Recht und die internationale Ordnung dar, erklärte eine Sprecherin des Präsidialamts. Die taiwanischen Streitkräfte und Sicherheitsbehörden seien über die Lage umfassend informiert und vorbereitet.