Macron gibt grünes Licht für Mega-Flugzeugträger: Frankreich baut größtes Kriegsschiff Europas

Frankreich will einen neuen Flugzeugträger bauen, der den bisherigen „Charles de Gaulle“ ersetzen soll. Präsident Emmanuel Macron erklärte bei einem Besuch französischer Truppen in Abu Dhabi, dass die Entscheidung für das Projekt „Porte-Avions Nouvelle Génération“ (PANG) in dieser Woche gefallen sei. Der neue Träger soll größer und moderner werden und die maritime Stärke des Landes ausbauen. Laut „Reuters“ belaufen sich die Kosten auf etwa 10,25 Milliarden Euro.

„In diesem Zeitalter der Bedrohungen müssen wir stark sein, um respektiert zu werden. Und insbesondere stark auf See. Aus diesem Grund habe ich (...) nach einer gründlichen und sorgfältigen Prüfung beschlossen, Frankreich mit einem neuen Flugzeugträger auszustatten“, sagte Macron laut „Naval News“ in Abu Dhabi. „Die Entscheidung, dieses wichtige Programm zu realisieren, wurde diese Woche getroffen.“ 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Abu Dhabi.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Abu Dhabi. picture alliance / SIPA | Jeanne Accorsini

Einsatz ab 2038 geplant

Der neue Flugzeugträger soll bis 2038 einsatzbereit sein. Zu diesem Zeitpunkt wird der „Charles de Gaulle“, der seit 2001 im Dienst ist, außer Betrieb genommen. Die Arbeiten an den nuklearen Antriebskomponenten haben bereits im vergangenen Jahr begonnen. Die endgültige Bestellung des Trägers muss im Rahmen des Haushaltsplans 2025 erfolgen.

Größtes Kriegsschiff Europas

Das PANG-Projekt ist nicht nur für Frankreich von Bedeutung, sondern auch für Europa. Der neue Flugzeugträger wird das größte Kriegsschiff sein, das jemals auf dem Kontinent gebaut wurde. Er soll eine wichtige Rolle in der nuklearen Abschreckung Frankreichs spielen und Europas Verteidigungsautonomie stärken – insbesondere angesichts des Krieges in der Ukraine und der zurückhaltenden Unterstützung durch US-Präsident Donald Trump.

Frankreichs derzeitiger Flugzeugträger Charles de Gaulle.
Frankreichs derzeitiger Flugzeugträger Charles de Gaulle ist seit 2001 in Betrieb. picture alliance / Hans Lucas | Isabelle Souriment

Kritik wegen hoher Kosten

Die hohen Kosten des Projekts sorgen jedoch für Diskussionen. Einige französische Abgeordnete aus der Mitte und der gemäßigten Linken fordern eine Verschiebung des Baus, da die Staatsfinanzen angespannt seien. Macron betonte hingegen, dass das Projekt die industrielle Basis Frankreichs stärken werde, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen.

Technologische Herausforderungen

Frankreich gehört zu den wenigen europäischen Ländern mit einem Flugzeugträger, neben Großbritannien, Italien und Spanien. Dennoch sind die Kapazitäten begrenzt im Vergleich zu den USA, die über elf Träger verfügen, oder China mit drei Trägern. Laut „Reuters“ plant Frankreich, elektromagnetische Katapulte für den neuen Träger aus den USA zu kaufen, da eine eigene Produktion zeitlich und finanziell nicht umsetzbar sei.