Es sind Szenen wie aus einem Polit-Thriller, die sich derzeit im Westatlantik abspielen. Wie die „New York Times“ und Reuters übereinstimmend berichten, versucht die US-Küstenwache seit dem Wochenende, den unter der Flagge Guyanas fahrenden Supertanker „Bella 1“ unter ihre Kontrolle zu bringen.
US-Küstenwache macht Jagd auf Maduros Terror-Tanker „Bella 1“
Nachdem US-Spezialkräfte am Samstag versucht hatten, das Schiff zu entern, verweigerte die Besatzung den Zugriff und floh in Richtung Nordosten. Seitdem befindet sich das Schiff laut US-Beamten in einer „aktiven Verfolgung“ durch amerikanische Einheiten.
Besonders brisant: Seit Sonntagmorgen sendet die „Bella 1“ massenhaft Notrufe aus. Über 75 Alarme wurden registriert, während sich das Schiff mehr als 300 Meilen nordöstlich von Antigua und Barbuda befand.
Die US-Behörden hatten zuvor einen richterlichen Beschlagnahmebeschluss erwirkt – nicht nur wegen der Verbindung zum venezolanischen Maduro-Regime, sondern vor allem wegen der Beteiligung am iranischen Ölhandel, dessen Gewinne laut Washington zur Finanzierung von Terrorismus genutzt werden.
US-Sanktionen gegen Venezuela: Trumps „Totale Blockade“
Hinter dem Einsatz steht eine massive Ausweitung der Druckkampagne von US-Präsident Donald Trump gegen den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro. Trump hatte erst kürzlich eine „totale Blockade“ sanktionierter Tanker angekündigt, die venezolanisches Öl transportieren.
Die „Bella 1“ im Check: Daten zum Terror-Tanker
- Typ: Crude Oil Tanker (Supertanker)
- Größe: 333 Meter Länge, 60 Meter Breite
- Status: Teil der sogenannten „Dark Fleet“ (Geisterflotte), die Sanktionen durch gefälschte Standortdaten umgeht.
- Hintergrund: Das Schiff soll laut US-Analysen im August iranisches Öl geladen und durch „Spoofing“ (Vortäuschen falscher GPS-Daten) seine Route verschleiert haben.
- Ladung: Zum Zeitpunkt der Verfolgung war das Schiff leer und auf dem Weg, Öl in Venezuela aufzunehmen.
Militärische Eskalation: Droht ein Seekrieg in der Karibik?
Die Lage ist hochgefährlich, da Maduro bereits angeordnet hat, Öltanker durch die venezolanische Marine eskortieren zu lassen. Erst am Samstag wurde ein weiterer Tanker, die „Centuries“, von der US-Küstenwache gestoppt. Homeland-Security-Chefin Kristi Noem veröffentlichte dazu ein Video, das zeigt, wie sich Einsatzkräfte von Hubschraubern auf das Deck abseilen. „Wir werden euch finden und wir werden euch stoppen“, schrieb sie auf X.
Während die USA die Aktionen als „Strafverfolgung“ gegen Drogenterrorismus und illegale Finanzströme deklarieren, spricht die Regierung in Caracas von „Raub und Entführung“.
Ölmarkt unter Druck: Preise reagieren auf US-Manöver
Die Jagd auf die Geisterflotte bleibt nicht ohne Folgen für die Weltwirtschaft. Analysten warnen gegenüber Reuters, dass die geopolitischen Risiken die Ölpreise steigen lassen könnten. Da die USA nun auch Schiffe ins Visier nehmen, die nicht explizit auf Sanktionslisten stehen (wie im Fall der „Centuries“), wächst die Nervosität bei Reedereien weltweit. Einige Tanker, die Kurs auf Venezuela hatten, sollen laut Tracking-Daten bereits abgedreht haben.
Die „Bella 1“ befindet sich derweil weiter auf der Flucht in internationalen Gewässern – mit der US-Küstenwache im Nacken.