US-Küstenwache kapert weiteren Öltanker – Venezuela spricht von „Piraterie“

Die US-Küstenwache hat einen weiteren venezolanischen Öltanker beschlagnahmt. Laut „ABC“ ereignete sich die Aktion in den frühen Morgenstunden. Der Tanker „Centuries“, der unter panamaischer Flagge fuhr, soll laut US-Regierung Teil einer sogenannten Schattenflotte gewesen sein, die Sanktionen umgeht und gestohlenes Öl transportiert.

Das Öl gehörte dem staatlichen venezolanischen Unternehmen PDVSA, wie die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, erklärte. Laut ihr fuhr das Schiff „unter falscher Flagge“ und wurde von der Maduro-Regierung finanziert.

Venezuela spricht von Piraterie

Die venezolanische Regierung reagierte empört und warf den USA „Piraterie“ vor. Laut „Newsweek“ erklärte das Außenministerium in Caracas, man verurteile den „Diebstahl und die Entführung eines weiteren privaten Schiffes“ sowie das „Verschwindenlassen seiner Besatzung“. Venezuela kündigte an, den Vorfall vor den Vereinten Nationen und anderen internationalen Gremien anzusprechen. „Internationale Gesetze werden siegen“, hieß es weiter aus Caracas.

Trump verschärft Blockade

US-Präsident Donald Trump hatte bereits zuvor angekündigt, eine „totale Blockade“ gegen venezolanische Öltanker zu verhängen. Er sprach von der „größten Armada in der Geschichte Südamerikas“, die Venezuela umzingele. Die Maßnahme sei Teil einer großangelegten Kampagne gegen Drogenhandel und „Narco-Terrorismus“ in der Region. 

Seit September führt das Pentagon Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote durch, bei denen laut US-Regierung fast 100 Menschen ums Leben kamen.

Spannungen halten schon lange an

Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Jahren hoch. Washington wirft Präsident Nicolás Maduro vor, ein „Narco-Terrorist“ zu sein und illegale Netzwerke zu leiten. Für Hinweise zu seiner Festnahme bietet die US-Regierung 50 Millionen Dollar. Caracas hingegen sieht die US-Politik als Versuch, die Kontrolle über Venezuelas große Ölreserven zu erlangen.

Ein veröffentlichtes Video zeigt US-Soldaten, die per Helikopter auf den Tanker „Centuries“ landen. Laut „Newsweek“ war das Schiff zuletzt nahe Venezuela geortet worden und steht nicht auf aktuellen Sanktionslisten. Dennoch verteidigte die US-Regierung die Aktion als notwendigen Schritt gegen illegale Aktivitäten.

Weitere Beschlagnahmungen geplant

Wie „Newsweek“ berichtet, plant die Trump-Regierung weitere Aktionen gegen venezolanische Tanker. Bereits am 10. Dezember war ein erster Tanker namens „Skipper“ beschlagnahmt worden. Dieser soll Verbindungen zur libanesischen Hisbollah gehabt haben.

Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte, dass die Blockade bestehen bleibe, bis Maduro gestohlene amerikanische Vermögenswerte zurückgebe. Caracas hingegen drohte mit Konsequenzen und kündigte an, die Verantwortlichen für diese „kriminellen Handlungen“ zur Rechenschaft zu ziehen.