Busse sind dem Landkreis lieb und teuer

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz

Kommentare

Der Alpenbus schafft seit Sonntag eine schnelle Ost-West-Verbindung zwischen Rosenheim, Tölz und Murnau. © Arndt Pröhl

Der ÖPNV im Landkreis kostet 2026 über zehn Millionen Euro. Dafür gibt es aber auch stetige Verbesserungen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Landkreis lässt sich den Öffentlichen Personennahverkehr einiges kosten, stetig wird das Angebot ausgebaut. Seit Sonntag fährt beispielsweise der Alpenbus und schafft zum ersten Mal eine schnelle Ost-West-Verbindung zwischen Murnau, Bad Tölz, Miesbach und Rosenheim. Im Kreis-Umweltausschuss wird das steigende Budget meist ohne große Gefühlsregung zur Kenntnis genommen. Kritischer sieht es in der Regel der Kreisausschuss, der für die Finanzen zuständig ist.

17,6 Millionen Euro fließen im kommenden Jahr in den MVV-Regionalbusverkehr, wie Sachgebietsleiter Matthias Schmid am Montag in der Umweltausschusssitzung erläuterte. Darin enthalten sind die gesamten Betriebskosten für die MVV-Regionalbuslinien, aber auch die knapp 1,5 Millionen Euro, die für den Aufwand der MVV-Verbundgesellschaft beziehungsweise Regiekosten fällig werden. Zusätzliche Kosten entstehen für bestellte Taktverdichtungen beim RVO sowie für Ausgleichsleistungen des 365-Euro-Tickets.

Höhere Einnahmen für 2026 prognostiziert

Bei den Einnahmen aus Ticketverkäufen rechnet der Landkreis 2026 mit etwa 6,3 Millionen Euro und damit mit deutlich mehr als in diesem Jahr, als man von fünf Millionen Euro ausging. Das liegt auch daran, dass es endlich eine Lösung für die Einnahmenverteilung aus den Verkäufen des Deutschlandtickets gibt. Bislang blieb das Geld bei dem jeweiligen Träger, bei dem das Ticket gekauft wurde. Das war in den vielen Fällen die Bahn, weil eben viele Käufer die DB-App nutzen. Der MVV und damit auch die beteiligten Landkreise konnten nicht in dem Maß von den Einnahmen profitieren, wie es ihnen eigentlich zugestanden hätte, da ja genau dort die Kosten für den ÖPNV entstehen. Nun ist die Postleitzahl des Käufers dafür ausschlaggebend, wo sein Geld aus dem Ticketkauf ankommt. Sprich: Es profitieren tatsächlich die jeweiligen Landkreise.

Zudem gibt es noch die ÖPNV-Zuweisung, Hilfen für den Ausbildungsverkehr und eine Förderung durch den Freistaat, der einen Teil der im Zuge der MVV-Verbunderweiterung (vorübergehend) anfallenden Kosten übernimmt. Am Ende bleiben Kosten in Höhe von gut 10 Millionen Euro am Kreis hängen.

Gezielte Werbemaßnahmen, damit mehr Passagiere in die Busse steigen

Damit noch mehr Menschen in die Busse einsteigen, setzt das Landratsamt seit geraumer Zeit auf gezieltes Marketing. Was heuer gelaufen ist und 2026 geplant ist, darauf ging Mitarbeiterin Toni Strobel-Vogt in der Sitzung ein. Ein Projekt ist die Neubürgermappe. Bei der Wohnsitzanmeldung bekommt man im jeweiligen Einwohnermeldeamt eine „Willkommensmappe“, die unter anderem einen Verkehrslinienfaltplan und einen Flyer zu den X-Bussen enthält. Schon seit 2024 gibt es spezielle Thementouren mit dem MVV. Heuer kamen hier die Biergarten- und die Christkindlmarkttour dazu, weitere sind im kommenden Jahr geplant.

Werbekampagne für den Alpenbus

Erfolgreich verlief der ÖPNV-Schnuppertag am 21. September. Das Angebot, kostenlos Bus zu fahren, lockte an diesem Tag 30 Prozent mehr Fahrgäste an. Auch die Beteiligung am Grundschulwettbewerb „Fit in die Schule“ habe sich sehen lassen können, so Strobel-Vogt. Der Startschuss des Alpenbusses mit Politprominenz (wir berichteten) fand „ein super Presseecho“. Seit vergangener Woche wird das neue Angebot zudem intensiv beworben – auf Großflächenplakaten, in Radiospots und auf Social Media. „Die Alpenbuskampagne wollen wir 2026 ganzjährig fortführen“, so Strobel-Vogt. Heuer wurde zudem der Bergbus in die Eng intensiv beworben.

Störungen bei der S7 sind ein ewiges Ärgernis

„Es ist wichtig, dass wir darauf aufmerksam machen, was für ein tolles Angebot wir haben“, sagte Vize-Landrat Thomas Holz (CSU), der die Sitzung leitete. Gerade beim Alpenbus sei er „sehr gespannt, wie er angenommen wird. Ich hoffe, dass er gut genutzt wird“. Jakob Koch (Grüne) hat schon jetzt „das subjektive Gefühl, dass der Ausbau gut angenommen wird“. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember kamen weitere Verbesserungen – „endlich auch bei der Linie 372“, freute sich Koch. Die Linie, die bislang Geretsried-Beuerberg-Wolfratshausen fuhr, fährt künftig im Stundentakt bis Königsdorf und im Zweistunden-Takt bis Tölz. Umso ärgerlicher seien die dauernden Störungen bei der S7, merkte Wolfgang Werner (SPD) an. Da gebe selbst der „hartgesottenste Pendler“ irgendwann auf – egal, wie optimal die Buslinien im Landkreis sind. Das ÖPNV-Budget wurde einstimmig beschlossen.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/der-landkreis-investiert-trotz-steigender-kosten-massiv-in-den-oepnv-94085208.html