Die AfD muss im ZDF-Politbarometer Verluste hinnehmen. Auch die Union verliert leicht an Zustimmung. Die Linke zeigt sich erholt.
Berlin – Das Ergebnis überrascht: In einer neuen Umfrage muss die AfD erstmals seit längerer Zeit wieder Einbußen verkraften. Im aktuellen ZDF-Politbarometer vom 12. Dezember kommt die in Teilen rechtsextremistische Partei auf 25 Prozent – womit sie gleich zwei Punkte gegenüber der vorangegangenen Erhebung verliert. Seit der Bundestagswahl im Februar (20,8 Prozent) hatte die AfD ihr Ergebnis fast kontinuierlich verbessern können. Ihr Bestwert stammt von Ende November: Damals stand sie bei 27 Prozent.
Allerdings kann die schwarz-rote Bundesregierung davon kaum profitieren. Auch die Union verliert leicht an Zustimmung, büßt aber nur einen Punkt ein. CDU und CSU liegen damit wieder knapp vor der AfD auf Platz eins. Dennoch bleibt festzuhalten: Für die Union stellen die 26 Prozent zum wiederholten Mal das schlechteste Ergebnis im ZDF-Politbarometer seit der Bundestagswahl (28,5 Prozent) dar. Von ihrem kleinen Zwischenhoch im Juni (29 Prozent) ist die Union also erneut ein gutes Stück entfernt.
Ergebnis der neuen Umfrage ist eindeutig: Schwarz-Rot hätte keine parlamentarische Mehrheit
Für den Koalitionspartner bleibt alles beim Alten. Die SPD verharrt wie schon im November bei mageren 14 Prozent. Das Ergebnis der Bundestagswahl (16,4 Prozent) scheint hier derzeit ebenfalls schon fast unerreichbar. Viertstärkste Kraft bleiben die Grünen mit 12 Prozent. Das entspricht in etwa dem Ergebnis der Bundestagswahl (11,6 Prozent). Bei der anderen Oppositionspartei geht es wieder aufwärts: Die Linke kann sich nach einem kleinen Tief im November diesmal um zwei Punkte auf 11 Prozent verbessern. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl lag sie bei 8,8 Prozent.
Die übrigen Parteien kommen zusammen auf zwölf Prozent, wobei alle die Marke von drei Prozent verpassen. Das betrifft auch das BSW und die FDP. Aufgrund der Fehlertoleranz werden sie deshalb in der Umfrage nicht mehr einzeln aufgeführt. Insgesamt wären somit erneut nur fünf Parteien im Bundestag vertreten. Klar ist: Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine parlamentarische Mehrheit.
Neue Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen ist mit Arbeit der Merz-Regierung unzufrieden
Bei der Beurteilung der Arbeit der Bundesregierung zeigt sich eine Mehrheit der Befragten weiterhin unzufrieden. Knapp mehr als die Hälfte (53 Prozent) bewerten die Arbeit von Schwarz-Rot eher schlecht, 41 Prozent finden sie eher gut. Ähnlich negativ fällt das Urteil über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aus. Für mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten liefert Merz eher schlechte Arbeit, 40 Prozent sind hingegen mit seinen Leistungen als Regierungschef zufrieden.
Die aktuellen Ergebnisse der Sonntagsfrage im Überblick:
| Partei | Umfrage-Ergebnis |
|---|---|
| CDU/CSU | 26 % (-1) |
| AfD | 25 % (-2) |
| SPD | 14 % (=) |
| Grüne | 12 % (=) |
| Linke | 11 % (+2) |
| Sonstige | 12 % (+1) |
Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Erhebungszeitraum: 9. bis 11. Dezember. Fallzahl: 1295 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus drei Prozentpunkte.
Umfragen sind keine Prognosen
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2025 laut dem Internetportal Dawum bei gerade einmal 1,06 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (Quellen: Forschungsgruppe Wahlen, Dawum) (cs)