"Solche Berufspolitiker braucht der Bürger nicht": Leser über Kevin Kühnert

Ein Auftritt mit Nachhall sorgt für anhaltende Diskussionen: Nach Kevin Kühnerts Besuch bei Markus Lanz und seiner Analyse zu Politik und Authentizität debattieren unsere Leser vielschichtig. Im Fokus steht dabei die kritische Sicht auf Politikerkarrieren und den häufigen Wechsel in Lobby- oder NGO-Positionen nach der Amtszeit. Ebenfalls prägend ist die Diskussion um fehlende Glaubwürdigkeit von Politikern sowie die kritische Betrachtung der Rolle der Medien im politischen Diskurs. Die Debatte zeigt, wie Skepsis gegenüber parteipolitischer Kommunikation, Karrieren und Debattenkultur auf konkrete Erwartungen an Authentizität und Bürgernähe trifft.

Kritik an Politikerkarrieren und Lobbyismus

Mit einem Anteil von neununddreißig Prozent ist die Skepsis an Politikerkarrieren und deren Übergänge in Lobby- oder NGO-Positionen das dominierende Meinungsbild unter den Lesern. Besonders Kevin Kühnerts Weg von der Parteispitze in eine staatsnahe Organisation stößt auf Ablehnung. Die Kommentierenden hinterfragen die fachliche Eignung und kritisieren die Verflechtung mit steuerfinanzierten Strukturen. Immer wieder werden Fragen nach Qualifikation, politischer Selbstbedienung und dem Nutzen für die Allgemeinheit aufgeworfen. Dieses Lager sieht in solchen Biografien eher eine Belastung für Steuerzahler als einen gesellschaftlichen Mehrwert.

"Was kann oder konnte Kevin? Nichts. Wo ist er heute? Arbeitet bei einer NGO, die vom Staat finanziert wird. Also weiter von uns. Danke für nichts."  Zum Originalkommentar

"Solche Berufspolitiker braucht der Bürger nicht. Diese sind Bestandteil von Netzwerken, Filz und Lobby. Der Bürger muss mit seinen Steuern auch noch diesen Apparat finanzieren, und das gilt für alle Parteien. Ein teures System für die Bürger. Dennoch geht es mit Deutschland bergab, wir sind pleite und finanzieren Luftschlösser über weitere Kreditaufnahmen. Aber das interessiert Leute vom Schlag Kühnert nicht, sie bekommen darüber ihr Gehalt, ohne jemals Werte geschaffen zu haben."  Zum Originalkommentar

"Welche Qualifikation außer seinem Redetalent besitzt dieser Herr Kühnert eigentlich, um als NGO-Finanzmarktbeobachter eine Rolle zu spielen? Zivilversager wie Kühnert, Lang, Nietzard und Co. werden immer wieder etwas finden, wo sie sich mit heißer Luft ihr Portemonnaie füllen können."  Zum Originalkommentar

Kritik an Medien und Moderatorenverhalten

Sechzehn Prozent der Leser beschäftigen sich kritisch mit der Rolle der Medien und der Gesprächsführung von Moderatoren wie Markus Lanz. Sie bemängeln die Auswahl der Gäste, eine vermeintliche Skandalisierung von Themen sowie einen Fokus auf politische Nebenschauplätze. Die Gesprächsführung von Lanz wird mit Rechthaberei und fehlender Souveränität gleichgesetzt. Es wird angezweifelt, ob derartige TV-Formate wirklich zur inhaltlichen Klärung politischer Fragen beitragen oder eher polarisierende Effekte haben.

"Als ob wir nicht wüssten, dass Politiker selten selbst davon überzeugt sind, was sie so unter das Volk bringen. Aber wie ist das mit den Moderatoren im ÖR? Finden wir da nicht das Gleiche vor?"  Zum Originalkommentar

"Früher fand ich Markus Lanz mal ganz gut, erfrischend anders. Inzwischen hat seine Rechthaberei, seine Arroganz allerdings Trump'sche Dimensionen erreicht. Was er wahrscheinlich für investigative Gesprächsführung hält, ist reine Rechthaberei, bei der ihn auch noch seine Redaktion im Ohr fortlaufend unterstützt. Muss ich mir nicht mehr antun."  Zum Originalkommentar

"Lanz versucht, alles zu skandalisieren. Er hat großen Anteil an der Aufgeregtheit der Republik. Er hilft damit den Rändern."  Zum Originalkommentar

"Zu Kevin Kühnert und seinem neuen Job (Finanzen) sage ich jetzt lieber nix. Aber ein Tipp an Herrn Lanz: Statt Dauerschleife über seltsame Politik und besonders Politiker zu reden, reden Sie mehr über die Bürger des Landes und mit den Bürgern des Landes. Da kann man hören, staunen und lernen!"  Zum Originalkommentar

Kritik an Politik und Politikerauthentizität

Mit neun Prozent Anteil äußern zahlreiche Leser Bedenken hinsichtlich der Authentizität von Politikern, wie sie im TV-Auftritt und in den Aussagen Kühnerts und weiterer Akteure dargestellt wurde. Kritisiert werden das Verbergen der eigenen Überzeugungen hinter leeren Phrasen, das Ausbleiben klarer Standpunkte und vermeintliche Taktiererei im Parteiengefüge. Einige Stimmen betonen die Bedeutung echter Überzeugung für die Zustimmung der Bürger, andere mahnen an, dass auch die politischen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Insbesondere wird die Wirkung von Populismus thematisiert und ein größerer Wunsch nach ehrlicher Kommunikation geäußert.

"Herr Kühnert (und z.B. Frau Lang - und etliche vor allem grün-linke Spitzenpolitiker) stehen für ein Hauptproblem der Politik: Dampfreden können sie gut, Ahnung haben sie wenig. In ihrer jeweiligen Partei kennen sie sich aus. "Authentisch" dürfen sie nicht sein. D.h. "wie Söder". Wie kommt's, dass Söder sich das rausnimmt? Vermutlich, solange er Wahlen gewinnt, darf er das. Parteiinternes Manövrieren ist dann die nächstbeste Lösung. Gewinnt nur keine Wahlen."  Zum Originalkommentar

"An der persönlichen und politischen Geschichte von Hr. Kühnert erkennt man die politische und menschliche Arroganz deutscher Spitzenpolitiker…aufgrund möglichen Machtverlustes ….Authentizität bedeutet, dort hinzugehen, wo es weh tut - aber bei M. Lanz kann man ja im warmen Studio wohlfeile Reden halten…man kann Hr. Kühnert nur viel Kraft wünschen, dass er sich nie wieder in der Abgehobenheit der Politik verirrt…"  Zum Originalkommentar

"Da ist doch Kevin Kühnert nicht allein erst tatsächlich authentisch zu sein, nach ihrer Amtszeit. Am deutlichsten habe ich das z.B. bei dem ehemaligen SPD-Abgeordneten Sigmar Gabriel wahrgenommen. Schade eigentlich. Das würde ich mir persönlich wünschen, dass sie während ihrer Amtszeit Authentizität zeigen. Das hätte der CDU und der SPD weniger Stimmenverluste gekostet, da bin ich mir sicher. Momentan wird ja Merz in Grund und Boden geredet. Dabei ist er deutlich agiler, kommunikativer, emotionaler und besser als Merkel und Olaf Scholz zusammen."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber politischem Diskurs und Debattenkultur

Ebenfalls neun Prozent der Kommentare äußern grundsätzliche Zweifel am Sinn und an der Qualität politischer Talk-Formate und Diskussionsrunden wie bei Lanz. Viele sehen in der Gesprächskultur ein Problem, weil zu viel debattiert, aber wenig tatsächlich geklärt wird. Statements werden als oberflächlich und inszeniert empfunden, der Erkenntnisgewinn bleibt für viele gering. Das führt zu Frust und dem Eindruck einer gewissen Austauschbarkeit politischer Aussagen.

"Dieses oftmals Zerreden von Dingen bedrückt mich zunehmend. Warum kann man eine Aussage nicht mal stehenlassen? Warum immer weiter bohren, bis es zerbröselt? Schade."  Zum Originalkommentar

"Spitze Fragen? Ich bin fassungslos. Doch wohl eher Geblubber."  Zum Originalkommentar

"Was soll das? Kühnert als einer der unfähigsten Politiker ist Gott sei Dank weg und bekommt eine Bühne für irgendwelchen Quatsch bei Lanz. Wir haben wichtigere Themen als den Versager."  Zum Originalkommentar

Kritik an SPD und Parteipolitik

Sechs Prozent der Kommentierenden analysieren die Entwicklung und Führung der SPD kritisch, vielfach auch mit Bezug auf Kevin Kühnerts Zeit als Generalsekretär. Häufig genannt werden die sinkende Wählerbindung, der Kurswechsel weg von früheren Werten und das fehlende Vertrauen in das aktuelle Spitzenpersonal. Einige ziehen Vergleiche zu historischen Größen der Partei und sehen den Einfluss prominenter SPD-Gesichter in den Medien als Zeichen für politische Schwäche.

"Das "Spitzenpersonal" der SPD der letzten 10 bis 15 Jahre bis heute muss einem Sorgen machen, wenn man - wie ich - Schmidt, Brandt und Wehner noch erlebt hat. Diese Riege um Kühnert, Esken, Faeser, Schwesig, Lauterbach, Stegner, Klingbeil, Lambrecht, Bas, Türmer und Co. steht für den Niedergang dieser einst stolzen Partei. Man steht bei 14%!! Früher konnte man die SPD echt gebrauchen, heute kann sie wirklich ersatzlos weg! Dass man dann den Kühnert, wie R. Lang auch, jetzt wieder hervorkramt und in den ÖRR setzt, ist zudem ein Offenbarungseid für den ÖRR."  Zum Originalkommentar

"Die SPD ist halt unter Kevins Führung zur Nichtarbeiterpartei geworden. Mit den Sympathieträgern Bas, Türmer zurück zum Klassenkampf und Populismus."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

21 Prozent der Beiträge lassen sich keinem klaren thematischen Lager zuordnen. Hier finden sich schnelle Meinungsäußerungen, ironische Kommentare oder Statements mit mehreren Bezugspunkten. Oft wechseln die Themen, sie reichen von Seitenhieben auf Personen, Pointen über die Einordnung von Debatten bis hin zu grundsätzlichen Reflexionen über Personen oder Formate. Diese Stimmen bringen zusätzliche Farbtupfer und zeigen die Vielfalt der Diskussion.

"Frage: Von welchen "spitzen" Fragen ist denn hier eigentlich die Rede?"  Zum Originalkommentar

"Wenn Herr Lanz Mut und Selbstbewusstsein hätte, würde er nicht immer die gleichen Pfeifen einladen, sondern vielleicht mal Alice, die hat mehr zu sagen als Kevin, Göring, Roth, Merz, Waterpool, Reiche, Bas usw. usw."  Zum Originalkommentar

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