- Der vollständige Artikel, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: In Geheimpapier planen die USA, vier Länder aus der EU „herauszuziehen“
In einem angeblichen US-Strategiepapier soll von Plänen die Rede sein, vier EU-Staaten gezielt aus dem Bündnis "herauszuziehen" – um amerikanische Interessen zu sichern. In den Leserkommentaren entzündet sich eine hitzige Grundsatzdebatte: Ist Washington noch Partner oder längst Gegner? Während die einen vor einer gefährlichen Einmischung warnen, sehen andere Europas Krise als selbstverschuldet.
Kritik an US-amerikanischer Politik
Viele Leser äußern deutliche Kritik an der US-Regierung und ihrer neuen Sicherheitsstrategie. Trumps Kurs wird als Ausdruck einer Dominanzpolitik verstanden, die alte Machtmuster fortsetzt und Europa gezielt spalten soll. Zu groß sei der Widerspruch zwischen eigenen Krisen und der Belehrung anderer. Zahlreiche Kommentatoren fordern, Europa müsse endlich eine eigenständige außen- und sicherheitspolitische Linie finden, anstatt sich von amerikanischen Interessen leiten zu lassen.
"(...) Aber das ist mal wieder Champagner auf die Seelen der Rechten, die mit diesem Schwachsinn jetzt wieder Propaganda machen wollen. Europa ist nicht perfekt, aber die USA sind noch desolater, wollen aber andere belehren, was politisch korrekt ist." Zum Originalkommentar
"Trump, das westliche Gegenstück zu Putin. Erstmal falsche Behauptungen aufstellen, Untergangsszenarien malen und dann versuchen zu spalten und zu kontrollieren. Zum Glück ist er in spätestens drei Jahren Geschichte. Aber die USA werden sich von dem Schaden, den Trump bis dahin angerichtet hat, über viele Jahre nicht erholen." Zum Originalkommentar
"Ach, wie oft haben die Europäer gesagt, Putin wolle Europa spalten? Es waren immer die gleichen naiven Politiker, die dachten, Amerika wäre ihr Freund. Nun ist es genau dieses Amerika, das die Spaltung der EU als Ziel klar und deutlich formuliert." Zum Originalkommentar
Kritik an EU und Europapolitik
Auch die Europäische Union steht im Zentrum der Kritik. Viele Leser werfen Brüssel vor, die Verbindung zu den Bürgern verloren und sich zu einem überregulierten, abgehobenen Machtapparat entwickelt zu haben. Die EU habe ihre ursprüngliche Idee als wirtschaftliche Gemeinschaft zugunsten einer ideologisch getriebenen Agenda aufgegeben, so der Tenor. In diesem Zusammenhang sehen einige Leser die US-Kritik als Spiegel, der Europas eigene Schwächen offenlegt: mangelnde Eigenständigkeit, politische Lähmung und wachsende Bürokratie.
"Es gab viele gute Gründe für den Brexit. Die wirtschaftlichen Probleme, die GB danach bekam, waren in großen Teilen der EU und ihrem Verhältnis zu einem ausgetretenen Land zuzuschreiben. Die Wirtschaft denkt nicht daran, sich von den finanziellen Vorteilen der EU zu lösen, während die Bürger immer mehr durch Regelungen und Vorschriften drangsaliert werden, die Brüssel vorgibt ..." Zum Originalkommentar
"Was hier vermengt wird, ist Europa mit der EU. Einst entstanden als homogene Handelszone mit Freizügigkeit innerhalb der Grenzen der EU-Mitglieder und freier Handel, ist diese Union zu einer autokratischen, undemokratischen Institution verkommen (...) Seien wir dankbar, dass die USA hier reguliert und uns vor uns selbst schützt ..." Zum Originalkommentar
"Die EU hat mit dem, was einmal die Gründungsidee war, nichts mehr zu tun. Die EU hat sich zu einem sinnlosen und übergriffigen Verwaltungsapparat entwickelt." Zum Originalkommentar
Zustimmung zur Kritik an Migration
Ein Teil der Diskussion dreht sich um Trumps scharfe Aussagen zur Migration. Auch wenn viele seinen Ton als überzogen empfinden, erkennen sie in der Sache einen wahren Kern. Leser betonen, dass Europas Migrationspolitik überfordert sei und gesellschaftliche Spannungen verschärfe. Trumps zugespitzte Formulierungen werden als unangenehm, aber notwendig bewertet – ein Anstoß, über die langfristigen Folgen von Einwanderung, Integration und demografischem Wandel realistischer zu sprechen.
"Die Migration in Deutschland, Schweden, aber auch in Frankreich, Belgien und Großbritannien ist tatsächlich eine zivilisatorische Gefahr. Endlich wird hier mal Klartext geredet. Es geht nicht nur um das Stadtbild. Es geht um unser ganzes Land." Zum Originalkommentar
""Zivilisatorische Auslöschung" durch Migration ist das, was die Europäer auf dem amerikanischen Kontinent gemacht haben! Und genau diese neuen Amerikaner nehmen sich jetzt das Recht heraus, darüber herzuziehen ..." Zum Originalkommentar
"In trumpscher Manier überspitzt formuliert, aber vom Grundsatz her richtig. Mit etwas Diplomatie könnte Trump erheblich mehr erreichen." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Verschwörungstheorien
Andere Stimmen warnen davor, die Debatte von Verschwörungstheorien und populistischer Rhetorik überlagern zu lassen. Sie sehen in Trumps Weltbild und den daraus abgeleiteten Szenarien eine gefährliche Vereinfachung komplexer Zusammenhänge. Auch europäische Medien und Politiker werden aufgefordert, klarer zwischen berechtigter Kritik und politischer Inszenierung zu unterscheiden. Die Sorge: Wenn Angst und Polarisierung die Diskussion bestimmen, bleibt kein Raum mehr für sachliche Analyse.
"Ist das jetzt noch schlichte Verschwörungstheorie ..." Zum Originalkommentar
"Lustig: die US-Regierung, die gerade beschließen will, Einreisende nur gegen Prüfung ihrer Social Media Aktivitäten ins Land zu lassen, schwadroniert von Einschränkung der Meinungsfreiheit in Europa." Zum Originalkommentar
Zustimmung zur US-Kritik an EU-Spaltung
Zugleich gibt es Stimmen, die den amerikanischen Vorwurf einer zerrissenen EU für berechtigt halten. Sie sehen in der Kritik aus Washington weniger eine Provokation als vielmehr einen Weckruf: Europa müsse handlungsfähiger werden und seine internen Konflikte lösen. Die Uneinigkeit in Fragen von Sicherheit, Wirtschaft und Migration wird als zentrales Problem beschrieben – und als Risiko, das Trump politisch geschickt ausnutzt.
"Ungarn können sie haben. Orban blockiert eh nur. Die anderen sollen sie gefälligst in Ruhe lassen." Zum Originalkommentar
"Es gibt nur eine Richtung, vereintes Europa. So eine starke Macht will Trump nicht. Die USA bestehen auch aus verschiedenen Staaten, die zusammenarbeiten. (Kalifornien, Texas..) ..." Zum Originalkommentar
"Nicht nur Merz hat sich selbst disqualifiziert und ist „nicht mehr im Spiel“. Sondern fast die ganze EU. Die neue Sicherheitsstrategie, so sie denn so ist, ist folgerichtig." Zum Originalkommentar
Sonstiges
Einige Kommentare widmen sich Randaspekten oder reagieren ironisch auf Trumps Aussagen.
"Ich kann nichts erkennen, was an seiner Aussage falsch sein soll." Zum Originalkommentar
"Oh je, wie geht es uns allen so schlecht! Bitte Trump, errette uns noch heute!" Zum Originalkommentar
Ist Europas Einheit in Gefahr, oder braucht es einen Neuanfang? Diskutieren Sie mit – was meinen Sie: Sind solche Geheimpläne realistisch und wäre ein Zerbrechen der EU für Europa Fluch oder Chance? Diskutieren Sie mit!