Das aktuelle Jahr ist finanziell gut gelaufen. Kämmerer Alexander Ziegler konnte für 2025 Erfreuliches vermelden, bevor der Finanzausschuss des Stadtrats in die erste Beratung des Haushalts 2026 einstieg. Dort lauern zwei große Unbekannte.
Landsberg - „Wir haben gute Steuereinnahmen“, sagte Ziegler über das laufende Jahr. Das gilt vor allem für die Gewerbesteuer, die heuer deutlich über dem Vorjahr liege. Bereits am Ende des dritten Quartals waren 100 Prozent der für das ganze Jahr erwarteten Einnahmen eingegangen.
‚Teure‘ Kreisumlage: Der Haushalt 2026 der Stadt Landsberg plant bisher ohne Umlagenerhöhung
Es gibt allerdings einen Unsicherheitsfaktor, denn bei der Gewerbesteuer handelt es sich um Vorauszahlungen der Unternehmen. Die Höhe basiert auf Gewinnschätzungen aus den Vorjahren. Laufen die Geschäfte tatsächlich schlechter, sinkt die Steuerlast – das Unternehmen hat Anspruch auf Rückzahlungen. Die Stadt Landsberg habe in den letzten Wochen eine Million Euro an Unternehmen zurückzahlen müssen, so Ziegler. „Wir hoffen, dass es bei dieser Bereinigung bleibt.“
Das Risiko von Gewerbesteuerrückzahlungen begleitet die Stadt auch im kommenden Jahr. „Niemand weiß, wie sich die Wirtschaft entwickelt“, so OBin Doris Baumgartl (UBV). Man werde deshalb weiterhin konservativ planen. Folglich liegt der Ansatz für 2026 mit 47,5 Millionen Euro unterhalb der Gewerbesteuereinnahmen in diesem Jahr, wie Yvonne Fritzsche, Leitung Finanzwirtschaft, erklärte. Dennoch macht die Gewerbesteuer mehr als die Hälfte der gesamten Steuereinnahmen der Stadt aus. Diese liegen im kommenden Jahr voraussichtlich bei 85 Millionen Euro.
Neben der Entwicklung der Gewerbesteuer ist im Moment noch die Kreisumlage die zweite große Unbekannte. Im Haushaltsentwurf geht die Kämmerei von einem unveränderten Umlagesatz von 53,25 Prozentpunkten aus, während man im Landratsamt längst mit ganz anderen Zahlen kalkuliert. Im Kreisausschuss präsentierte Kreiskämmerer Thomas Markthaler jüngst einen Haushaltsentwurf, der 56 Prozent Kreisumlage ansetzt.
Für die Stadt Landsberg bedeutet jeder zusätzliche Punkt Kreisumlage Mehrausgaben von über 730.000 Euro – weshalb in den Augen von Stadträtin Daniela Groß (Grüne) eine Erhöhung der Kreisumlage nicht in Frage kommt. „Wir brauchen eine verlässliche Finanzpolitik.“ Der Kreisausschuss wird in seiner Sitzung am 2. Dezember (nach Redaktionsschluss des KREISBOTEN) den Landkreishaushalt, dessen Einsparpotenzial und die zukünftige Höhe der Kreisumlage diskutieren.
Haushalt 2026 für Landsberg benötigt nach bisheriger Planung einen Kredit von 17,5 Millionen Euro
Die größten Ausgabeposten der Stadt Landsberg im Bereich der Investitionen betreffen im kommenden Jahr die laufenden und geplanten Baumaßnahmen – die Sanierung von Inselbad, Jesuitenkolleg, Stadtmuseum und Schlossbergschule – sowie den Neubau der Kita Katharinenanger. Weil außerdem umfangreiche Grundstückskäufe vorgesehen sind, ist eine Kreditaufnahme von 17,5 Millionen Euro eingeplant. Die Schulden der Stadt würden dann auf knapp 29,8 Millionen Euro steigen. Ob das so kommt, bleibt abzuwarten. Im laufenden Jahr hat die Stadt die Haushaltsansätze für Grundstückskäufe nicht ausgeschöpft und keinen neuen Kredit aufgenommen.
Im Bereich des Tiefbaus sind im kommenden Jahr Investitionen von 3,6 Millionen Euro vorgesehen, darunter 200.000 Euro Planungskosten für den geplanten bergauf führenden Radweg an der Neuen Bergstraße. Ulrike Gömmer (Grüne) kritisierte, dass die tatsächliche Realisierung der Maßnahme erst 2028 in der Finanzplanung auftaucht. Sie erinnerte daran, dass der Radweg von den Bürgern bei der Abstimmung über den Verkehrsentwicklungsplan auf Platz Eins der Prioritätenliste gewählt wurde. Jean-Marc Baum, Referatsleiter Tiefbau, erklärte jedoch, dass man aufgrund der Komplexität der Baumaßnahme zwei Jahre für Planung und Ausschreibung benötige. Es handele sich nicht einfach um den Bau eines Radwegs, sondern um einen Vollausbau der Straße.
Mit zwei Gegenstimmen fiel der Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat, den vorgelegten Haushaltsentwurf zu verabschieden – vorbehaltlich möglicher Änderungen aus nichtöffentlicher Sitzung und vorbehaltlich des Stellenplans, der in der Finanzausschusssitzung am 3. Dezember vorgestellt werden soll.
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