In den leeren Betonbecken stehen Gerätschaften, Leitern lehnen an den Wänden, die blauen Fliesen sind fast alle abgeschlagen. Die Erneuerung der Schwimmbecken im Inselbad ist in vollem Gange. Am Tag der offenen Baustelle gab es Gelegenheit, einen Blick auf den Sanierungsfortschritt zu werfen.
Landsberg - Kaum etwas scheint an diesem eisigen Morgen weiter weg als ein Sommertag im Freibad. Trotzdem fanden sich, kaum dass die Türen geöffnet waren, zahlreiche Besucher auf der Terrasse des Inselbads ein. „Ich bin beeindruckt, wie viele um diese Uhrzeit schon da sind“, stellte OBin Doris Baumgartl bei der Begrüßung fest. Das Interesse zeige einmal mehr, wie sehr das Inselbad den Landsbergerinnen und Landsbergern am Herzen liege.
Besuch auf der städtischen Großbaustelle: Sanierung des Landsberger Inselbades läuft
Die Beckensanierung ist derzeit der sichtbarste Teil der Bauarbeiten. Anstelle von Fliesen werden Edelstahlbecken eingebracht, die wartungsärmer sind. Frischwasser strömt künftig nicht mehr von den Seiten ein, sondern aus langen Kanälen an den Beckenböden. Eine nächtliche Abdeckung soll verhindern, dass das Wasser über Nacht zu sehr auskühlt – eine Maßnahme im Sinne der Energieeffizienz.
Das Inselbad soll im Prinzip bleiben, wie es ist. Dafür hatte im Rahmen einer Bürgerbeteiligung im Jahr 2017 eine deutliche Mehrheit votiert. Prompt drehten sich viele Fragen an Simon Rodler, den Technischen Leiter der Stadtwerke, um eine der wenigen Veränderungen auf dem Gelände, nämlich das neue Nichtschwimmerbecken.
Es ist künftig nicht mehr drei-, sondern rechteckig und damit für Schwimmunterricht besser geeignet, wie Rodler erklärte. Es hat keine Rutsche mehr, soll aber mit Schwallduschen und Sprudeldüsen ausgestattet werden. Während das alte Nichtschwimmerbecken unmittelbar neben dem Wellenbecken lag, wurde das neue mit mehr Abstand angelegt, so dass nichts mehr hinüberschwappt, wenn nebenan vier 40-Kilowatt-Elektromotoren für den beliebten Wellengang sorgen.
Tag der offenen Baustelle im Landsberger Inselbad - „eine der komplexesten Baustellen der Stadt“
An der Anordnung und Größe der übrigen Becken ändert sich nichts. Das Schwimmerbecken ist mit einer Länge von 50 Metern und acht Bahnen wettkampftauglich. Die Treppe wurde nach außen verlegt, so dass sie die Nutzung keiner Bahn mehr einschränkt. Der Zugang ist über einen Hublift auch Personen mit Mobilitätseinschränkung möglich. Unverändert bleiben das Sprungbecken und die Rutschen, wobei laut Rodler irgendwann eine Erneuerung der Beckenkante ansteht.
Stadtwerke-Vorstand Jörg Gründinger nennt die Inselbad-Sanierung „eine der komplexesten Baustellen der Stadt“. Ein besonders wichtiger Part bleibt für die Öffentlichkeit – auch am Tag der offenen Baustelle – unsichtbar: die Ertüchtigung des Technikkellers mit Erneuerung der Badewassertechnik sowie der Zu- und Abläufe. Neue Leitungen seien bereits verlegt, jetzt sei die Verrohrung an der Reihe, so Rodler. Beheizt wird das Inselbad künftig zu etwa 40 Prozent von einer Solarthermieanlage, ergänzt durch Fernwärme, die aktuell noch in einem Gas-Blockheizkraftwerk erzeugt wird. In Planung ist, wie berichtet, eine Flusswasserwärmepumpe als regenerative Energiequelle.
Die Verantwortlichen hoffen, dass das Inselbad im Juni 2026 für die neue Badesaison öffnen kann. Von einer Besucherin auf die künftigen Eintrittspreise angesprochen, erklärte OBin Baumgartl, dass eine „Preisanpassung“ möglicherweise kommen werde. Bisher seien die Preise „sehr moderat“ und in den letzten Jahren nicht erhöht worden.
Mit einem Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro bis zum Ende der laufenden Bauphase 2a sei die Sanierung „ein finanzieller Kraftakt“, auch wenn der Freistaat drei Millionen Euro zuschießt.
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