Quartiersmanagerin: Verlängert die Gemeinde die Stelle ganz auf eigene Kosten?

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Seit 2022 in Otterfing aktiv: Die Stelle von Quartiers-Managerin Sigrid Speer wird bisher weitgehend vom Staat finanziert. Die Förderung läuft 2026 aus. © Thomas Plettenberg

Endlich nimmt das Wohnprojekt für Senioren in Otterfing konkrete Formen an. Die Gemeinde will dafür bei der Überplanung der Penny-Wiese ein Areal reservieren. Ausgerechnet jetzt läuft die staatliche Förderung der Quartiers-Managerin aus, die das Projekt eigentlich begleiten sollte.

Otterfing – Ein Wohnprojekt für Senioren – als Zielvorstellung im Gemeinderat gibt es das schon lange. Im Jahr 2022 engagierte das Rathaus sogar Quartiers-Managerin Sigrid Speer, die hier anschieben sollte. Die Teilzeitstelle (drei Tage) ist auf vier Jahre befristet, 80 Prozent des Gehalts finanziert ein staatlicher Fördertopf („Selbstbestimmt Wohnen im Alter“). Speer warb jetzt im Gemeinderat darum, die Stelle trotz auslaufender Förderung ab 2026 nicht zu streichen, zumal das Senioren-Projekt auf der Penny-Wiese endlich konkrete Formen annimmt.

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„Ich hätte mir gewünscht, dass sich das Wohnprojekt früher realisieren lässt“, betonte Speer in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als sie ihre Jahresbilanz erläuterte. Erst in diesem Jahr hatte die Gemeinde das Senioren-Projekt als Teil der Pläne auf der Penny-Wiese festgezurrt (wir berichteten). „Jetzt gilt es, eine Bürgerbeteiligung aufzubauen und zu begleiten“, erklärte die Quartiers-Managerin. Eine erste Info-Veranstaltung findet am morgigen Donnerstag statt (siehe Kasten).

Speer nutzte ihre Arbeitszeit bisher, um das soziale Netzwerk in Otterfing zu stärken – nicht nur, aber besonders für die ältere Generation. Sie etablierte sich als Ansprechpartnerin für Ehrenamts-Belange und organisierte Veranstaltungen, zuletzt während der bayerischen Woche der Demenz.

Um der älteren Generation soziale Teilhabe zu ermöglichen, entstanden Mittwochstreffen. Abwechselnd stehen ein Spielenachmittag, ein Ratsch-Café und ein Basteltreff auf dem Programm. Es sei wichtig, betont die Quartiersmanagerin, solche Angebote vor Ort zu haben. Ziel sei, die Selbstständigkeit der Senioren zu erhalten und Angehörige zu entlasten.

Wie ein Hausarzt, der dann überweist

In einem Jahr führte Speer etwa 70 Beratungen durch, um Fördermöglichkeiten aufzuzeigen odee auf soziale Netzwerke hinzuweisen. Der Umzug des Büros an den Maibaumplatz (Sparkassen-Gebäude) habe die Sichtbarkeit erhöht, „jetzt schaut auch Laufkundschaft herein“. Speer sieht das Quartiers-Management im Ort als ersten Ansprechpartner, „wie ein Hausarzt, der dann an Fachstellen überweist“.

Jetzt seien Strukturen aufgebaut, betonte Speer, „es wäre schade, das jetzt aufzuhören und später vielleicht wieder mühsam aufzubauen“. Sie warb darum, ihre Stelle 2026 nicht auslaufen zu lassen.

Eine Diskussion dazu gab es im Gemeinderat nicht. „Das wird im Zuge der Finanzplanung passieren“, kündigte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) auf Anfrage an. An der Notwendigkeit eines Quartiers-Managements bestehe aus seiner Sicht kein Zweifel, die Arbeit sei wertvoll. Angesichts leerer Kassen müsse der Gemeinderat aber prüfen, ob eine weitere, dann volle Finanzierung möglich sei.

Das Senioren-Wohnprojekt der Gemeinde soll auf der Penny-Wiese entstehen, eingebettet in den Bebauungsplan „Westlich der Tegernseer Straße“. Welche Wohnformen denkbar sind, das erfahren Interessierte bei einem Infoabend am Donnerstag, 20. November, in der Aula der Grundschule ab 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr). Vorstellen werden sich das Bruckmühler Wohnprojekt „Oase Thalham“ und das Münchner Projekt „Anders leben im Alter“. Ein Fachmann erläutert, wie betreute Wohnformen grundsätzlich funktionieren können. Nach den Präsentationen sind Fragen möglich.