Ida hatte es eilig: Baby kommt in Auto der Eltern zur Welt

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Seit vier Wochen zweifache Mama: Veronika Zimmermann mit der kleinen Ida, die im Auto der Familie das Licht der Welt erblickte. © Privat

Geboren im Auto der Eltern – die kleine Ida wird irgendwann eine spannende Geschichte erzählen können, wenn es um ihren Geburtstag geht. Die kleine Holzkirchnerin hatte es so eilig, auf die Welt zu kommen, dass sie nicht warten wollte, bis ihre Eltern in der Klinik waren. Kinder haben eben ihren eigenen Zeitplan.

Holzkirchen – Was für ein Start ins Leben: Die kleine Ida wollte raus aus Mamas Bauch. Eine Woche vor dem Geburtstermin erblickte sie auf dem Weg in ein Münchner Geburtshaus das Licht der Welt.

Die erste Wehe verspürte die Hartpenningerin Veronika Zimmermann gegen 8 Uhr morgens. Nachdem die zweijährige Paula in der Kita war, „machten mein Mann und ich uns auf den Weg ins Geburtshaus nach München“, berichtet Zimmermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Laut Navi sollte die Fahrt wegen des Berufsverkehrs rund 50 Minuten dauern. „Doch unser kleines Mädchen hatte es deutlich eiliger.“

Bereits nach 15 Minuten merkte die 33-Jährige, dass die Geburt schneller voranschritt als gedacht. „In einer kurzen Wehenpause suchte ich hektisch nach dem nächstgelegenen Krankenhaus, und wir steuerten Neuperlach an“, blickt Zimmermann zurück. Der Rettungsdienst, den die Holzkirchnerin vorsorglich rief, riet dem Ehepaar, nicht anzuhalten, sondern die letzten Minuten weiterzufahren, damit die werdende Mutter direkt vor Ort versorgt werden kann. Das Töchterchen hatte allerdings seinen eigenen Plan.

Während Vater Steffen Zimmermann konzentriert weiterfuhr und parallel mit dem Rettungsdienst telefonierte, sei im Fußraum des Opel-Vans schon das Köpfchen zu sehen gewesen. Wenige Augenblicke später sei die kleine Ida auf der Welt gewesen. „Ein Moment, der für immer in unser Gedächtnis eingebrannt bleibt“, sagt die Mutter.

In der Klinik in München-Neuperlach sei die Familie herzlich und professionell empfangen und versorgt worden, erinnert sich die 33-Jährige. Mutter und Tochter (51 Zentimeter groß und 3060 Gramm schwer) waren wohlauf. Der offizielle Geburtsort lautet: München-Neuperlach. „Das ist der erste Ort, an dem wir mit unserer Tochter aus dem Auto ausgestiegen sind“, erklärt Zimmermann. Fünf Stunden später war die Familie bereits zurück in Hartpenning – etwas erschöpft, aber überglücklich und mit einer kerngesunden kleinen Tochter im Arm.

Dieses Abenteuer werden die Zimmermanns so schnell nicht vergessen. „Es hat uns gelehrt, dass Kinder wirklich ihren ganz eigenen Zeitplan haben“, sagt die zweifache Mutter, die schon eine leise Vorahnung hatte. Denn das erste Kind hatte es ebenfalls eilig. Damals besaßen die Zimmermanns noch einen Zweisitzer – ein Mercedes Cabrio. „Ich habe zu meinem Mann gesagt: Bevor die nächste Tochter kommt, brauchen wir ein größeres Auto“, sagt die 33-Jährige und lacht. Gut, dass sich die Familie rechtzeitig für einen geräumigen Van entschied. Sollte es noch einmal Nachwuchs geben, „wird es eine Hausgeburt, dann müssen wir nicht mehr raus“.

Etwas liegt der Holzkirchnerin am Herzen: „An alle werdenden Mamas: Vertraut auf euren Körper, Intuition und innere Stärke.“ Jede Geburt sei einzigartig, jede Frau trage eine unglaubliche Kraft in sich, „die genau für diesen Moment gemacht ist“. Manchmal laufe alles nach Plan, manchmal überrasche einen das Leben. „Doch wir schaffen es“, sagt Zimmermann, „ihr schafft das.“