Jahrelang kämpfte der Warngauer Gemeinderat gegen die Firma Result Recycling in der Kiesgrube bei Oberwarngau. Nun hat das Gremium seinen Frieden mit dem Betrieb gemacht: Es steht einem Weiterbetrieb nicht mehr im Weg.
Warngau – Am Ende zerbröselte der jahrelange Widerstand wie Bauschutt in der Brechanlage: Der Warngauer Gemeinderat stellt sich einem Weiterbetrieb des Verwertungsunternehmens Result Recycling in der Kiesgrube an der Ahornallee nicht mehr in den Weg. Seit zwölf Jahren war das Gremium mit dem Unternehmen und mit dem Immissionsschutz am Landratsamt auf Kriegsfuß gestanden.
Nachdem er bereits in der vorigen Sitzung des Gremiums um Vertrauen geworben hatte, stattete der Geschäftsführer von Result Recycling, Ralph Stumpe, dem Warngauer Gemeinderat nun abermals einen persönlichen Besuch ab, um den Betrieb und die weiteren Pläne seines Unternehmens bis ins Detail zu erläutern. Wie berichtet, tickt die Uhr: Die Genehmigung für den Recycling-Betrieb mit Brechanlage läuft zum Ende des Jahres aus. Result Recycling hat am Landratsamt einen Antrag auf Weiterbetrieb gestellt.
Offene Fragen ließen Misstrauen wachsen
Den Fehler, der vor zwölf Jahren zum Zerwürfnis mit der Gemeinde geführt hatte, beging Stumpe nicht noch einmal: Damals hatte das Unternehmen ebenfalls korrekt den Antrag am Landratsamt gestellt und dieses die Genehmigung erteilt, dort auch belasteten Gleisschotter zu verarbeiten – allerdings ohne Wissen, geschweige denn mit der Zustimmung der Gemeinde vor Ort. Das Vorgehen monierte später auch die Regierung von Oberbayern. Dass das Fachpersonal des Landratsamts über all die Jahre die mehrmaligen Bitten der Gemeinde um einen Besuch im Gemeinderat zur Beantwortung von Fragen ins Leere laufen ließ, sorgte nicht dafür, Groll und Misstrauen des Gremiums auszuräumen.
Nun stand Stumpe selbst mit Mitarbeiterin Yvonne Legath dem Gemeinderat ausführlich Rede und Antwort zu den Vorgängen im Betrieb mit allen Vorschriften, Beprobungen und Dokumentationen. Jedes Jahr müsse man einen Bericht am Landratsamt abgeben, der noch nie beanstandet worden sei, erklärte Legath. Alle fünf Jahre erfolge eine angemeldete Betriebsprüfung, das Wasserwirtschaftsamt komme unangemeldet.
Keine Verarbeitung von Gleisschotter mehr
Stumpe versicherte dem Gemeinderat abermals, dass kein Gleisschotter mehr auf dem Gelände verarbeitet werde. Der Geschäftsführer sagte auch zu, dass im Bereich der Kiesgrube eventuell verfüllter unbelasteter Gleisschotter entfernt werde. In der Kiesgrube an der Ahornallee sollen nur noch nicht-gefährliche Stoffe verarbeitet werden – Beton, Bauschutt und Ziegel, die hauptsächlich für die Produktion bei Rohrdorfer Zement aufbereitet werden.
Seine Ausführungen überzeugten die Mehrheit im Gemeinderat. „Man muss alte Sachen auch mal vergessen“, appellierte etwa Harald Stanke (FWG). „Wir sind nicht von der Firma verarscht worden, die ein Anliegen hat“, fand Max Bauer (FWG): „Verarscht hat uns das Landratsamt, das will ich nicht der Firma anlasten.“ Leonhard Obermüller fasste sich an die Nase: „Wenn wir in den letzten Jahren auch mal den Betreiber geholt hätten, hätte das viel Ärger erspart.“ Der Platz in der Kiesgrube sei eingerichtet, der Betrieb störe dort nicht.
Der Gemeinderat beschloss die Aufhebung des Beschlusses von 2017, wonach der Recycling-Betrieb nach 2025 enden müsse, und gab einem bis 31. Dezember 2030 befristeten Weiterbetrieb von Result Recycling mit 15:1 den Segen der Gemeinde. Während Reinhard Bücher (Grüne) in der Sitzung entschuldigt fehlte, blieb einzig Anton Bader (FWG) hart: „Ich gebe zu, das klingt nicht so schlecht, das ändert aber nichts an meinem Misstrauen.“