Bayerische Gemeinde und Brauerei finden Notlösung für beliebte Wirtschaft: „Beide Wege sind herausfordernd“

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Die Suche nach einem neuen Pächter für den Altwirt Reichersbeuern läuft immer noch. © Arndt Pröhl

Der Altwirt Reichersbeuern steht ohne Pächter da. Die Eigentümer – die Gemeinde und die Klosterbrauerei Reutberg – haben sich eine kreative Lösung einfallen lassen und starten am Sonntag mit einem „Notbetrieb“.

Reichersbeuern – Seit Ende Oktober steht der „Altwirt“ in Reichersbeuern ohne Wirt da. Guido Stocker hat wie berichtet nach sieben Jahren die Gastwirtschaft abgegeben. Auf Instagram hat er sich mit einem Post von seinen Gästen verabschiedet und für „sieben volle Jahre“ gedankt. Die Eigentümer der Wirtschaft, die Gasthaus Altwirt GmbH & Co. KG – das sind zu 66 Prozent die Gemeinde und zu 33 Prozent die Klosterbrauerei Reutberg –, suchen nach wie vor nach einem neuen Pächter. Aktuell sind die Lichter im „Altwirt“ aus. Das wird sich allerdings ab Ende der Woche – zumindest bei bestimmten Anlässen – ändern.

Gemeinde und Brauerei wollen den Betrieb an für den Ort und die Vereine wichtigen Feiertagen sowie einmal unter der Woche aufrechterhalten, wie der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. „Zwar sind wir weiterhin auf der Suche nach einem neuen Pächter, aber wir brauchen jetzt einfach eine Übergangslösung für die kommenden Wochen.“

Altwirt Reichersbeuern: Notbetrieb startet erstmals am Totensonntag

Daher werde die Gasthaus Altwirt GmbH erstmals am Totensonntag, 16. November, in eingeschränktem Eigenbetrieb die Türen der Dorfwirtschaft wieder öffnen. „Das ist der erste Versuch, und wir wollen bis Ende des Jahres diesen Not-Eigenbetrieb aufrechterhalten.“ Geplant ist, an wichtigen Feiertagen sowie ab Ende November einmal pro Woche das Gasthaus zu öffnen – „aller Wahrscheinlichkeit nach immer donnerstags“, so Dieckmann weiter.

Ziel der Eigentümer sei es auch, die Durchführung vieler Veranstaltungen für Reichersbeuern zu ermöglichen. Der Rathauschef hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. „Natürlich ist es für uns wichtig, dass die Leute aus dem Dorf dann auch kommen und dem ,Altwirt‘ die Stange halten.“

Suche nach Küchenpersonal

Was das Personal betrifft, sei man mit Servicekräften recht gut aufgestellt. „Viele, die unter der Leitung von Guido Stocker im ,Altwirt‘ gearbeitet haben, sind dazu bereit, auch weiterhin bei unserer aktuellen Lösung auf Stundenbasis weiterzumachen“, freut sich der Bürgermeister. Aktuell sei man noch auf der Suche nach Küchenpersonal und einem Koch oder einer Köchin.

Auch die Zimmervermietung – im „Altwirt“ gibt es drei Doppelzimmer und zwei Dreibettzimmer – laufe nahtlos weiter. „Wir sind zwar aktuell kurz aus Internetportalen wie Booking rausgegangen, werden aber bald wieder mit dem vollständigen Auftritt zu finden sein.“ Zimmer seien trotzdem ab sofort jederzeit verfügbar.

Situation in Gastronomie „schwierig“

Auf die Frage, ob der Eigenbetrieb durch die Gasthaus Altwirt GmbH auch eine Dauerlösung sein könnte, meint Dieckmann: „Momentan eruieren wir beide Wege. Beide Wege sind herausfordernd, da die aktuelle Situation in der Gastronomie schwierig ist.“ Sollte man bis Anfang kommenden Jahres keinen neuen Pächter finden, haben die Eigentümer vor, die nun anlaufende Notlösung „auf festere Beine zu stellen“, wie es der Bürgermeister vorsichtig formuliert. Bis dahin, das hört man deutlich heraus, überwiegt die Hoffnung auf einen geeigneten neuen Pächter für den „Altwirt“ in Reichersbeuern.