Die Betreiber der Bergbahnen im Tölzer Land sind nach einer guten Wandersaison optimistisch. Während der Revision rüsten sie auf Winterbetrieb um.
Lenggries/Wackersberg/Walchensee – Die Wandersaison in den Tölzer Bergen erlebte mit sonnigen Herbstferien in der vergangenen Woche nochmal ein krönendes Finale. Seit Montag ist die Brauneck-Bergbahn nun in Revision. Zusätzlich bereiten die Mitarbeiter die Pisten und Lifte für den Winterbetrieb vor. Dieser startet heuer6. Dezember. Bis dahin haben sich auch die meisten Hütten auf dem Brauneck in Betriebsurlaub verabschiedet.
Viele Fahrgäste bei Brauneckbergbahn und Herzogstandbahn
„Wir blicken auf eine insgesamt erfolgreiche Sommersaison zurück. Besonders die Monate Juni, August und September waren sehr gut besucht – der August war dabei der stärkste Monat“, sagt Brauneck-Bergbahn-Sprecherin Julia Keck. Im Juli habe man die Auswirkungen des durchwachsenen Wetters gespürt, „dennoch sind wir mit der Saison insgesamt zufrieden.“
Glücklich über „Fahrgastzahlen auf einem hohen Niveau“, ist auch Jörg Findeisen, Geschäftsführer der Herzogstandbahn am Walchensee. Die kleinen Schwankungen nach unten seien wetterbedingt und in Branche der nicht ungewöhnlich. „Das absolute Highlight des Jahres war die Eröffnung des „König der Berge Themenwegs“ im Berggasthof Herzogstand. „Die Anwesenheit von S.M. Luitpold von Bayern und Staatsministerin Michaela Kaniber zeugten von der große Signalwirkung dieses Projektes für die Region“, so Findeisen.
Die Revisionsarbeiten am Brauneck und am Herzogstand laufen seit Montag. „Unter anderem stehen Spleiß-Arbeiten am Seil des Milchhäusl-Express an. Das Seil muss gekürzt und durch das Spleißen dann wieder verbunden werden“, erklärt Keck. Hintergrund sei, dass das Seil sich im laufenden Betrieb durch die Belastung verlängert. Nach einem bestimmten Zeitraum, in der Regeln circa 10 bis 15 Jahre, muss das Seil dann gekürzt werden. „Ansonsten führen wir die üblichen Wartungs- und Kontrolltätigkeiten durch und auch der TÜV wird seine Prüfungen vollziehen.“
Talabfahrt nach Urfeld wird eingestellt
Auch die Herzogstandbahn steht aktuell turnusgemäß auf Prüfstand. Zu Beginn der Revision steht hier gleich die Anfertigung von drei Vergüssen an. „Diese Seilendbefestigungen müssen spätestens alle fünf Jahre erneuert werden. Aus terminlichen Gründen beginnt die Revision daher in diesem Jahr eine Woche früher“, erklärt Findeisen. Im weiteren Verlauf geht es wieder darum die Anlage auf „Herz und Nieren“ zu prüfen. „Jedes Jahr werden dabei mehrere hundert Punkte nach dem Wartungsplan des Herstellers der Seilbahn und der elektronischen Steuerung kontrolliert.“ Unter anderem werden die Seile kontrolliert, beide Stützen begutachtet, Motor, Getriebe und Kupplungen auf Verschleiß geprüft. Bei den Brems- und Fahrversuchen werden die Überwachungseinrichtungen der Steuerung getestet. „Ein Sachverständiger einer zugelassenen Prüforganisation attestiert nach erfolgreich bestandener Prüfung die Betriebssicherheit der Anlage“, so der Bergbahn-Chef.
Die Hoffnung auf eine schneereiche Saison ist auch hier groß, der Skibetrieb am Fahrenberg wird vorbereitet. Allerdings wird zum Saisonbeginn die Talabfahrt nach Urfeld aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
Blombergbahn an Wochenenden weiter offen
Wie üblich hat die Blombergbahn einen anderen Revisions-Rhythmus. Zwar starteten auch hier nach den Herbstferien die Arbeiten. Dennoch sind die Seilbahn sowie viele der beliebten Freizeit- und Rodelanlagen am Tölzer Hausberg an den Wochenenden in Betrieb. „Unter der Woche nehmen wir die Seilbahn und Schlepplifttechnik gründlich unter die Lupe: Das Seil wird magnetinduktiv geprüft, die Flucht vermessen, die 115 Sessel ausgehangen und auch alle anderen Anlagenteile werden einer Inspektion unterzogen“, heißt es aus der Pressestelle der Bergbahn. Auch die Beschneiung sowie die Pistenraupen für die Winterrodelbahn werden für den kommenden Einsatz betriebsbereit gemacht. Ab dem 20. Dezember – dem Start der Weihnachtsferien – hat die Blombergbahn dann täglich offen.