Rosmarie Höck-Höcher war weit über ihre Heimatgemeinde hinaus bekannt: Als Hebamme half sie fast 4000 Babys auf die Welt und begleitete unzählige Familien mit Herz und Erfahrung. Die engagierte Benediktbeurerin, die sich auch viele Jahre kommunalpolitisch und sozial einsetzte, ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorben.
Benediktbeuern – Rosmarie Höck-Höcher war eine feste Größe im südlichen Landkreis, viele sprechen von einer Institution: Als Hebamme half sie im Laufe ihres Berufslebens fast 4000 Babys auf die Welt und stand auch den Familien nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite. Entsprechend viele Menschen kannten die engagierte Benediktbeurerin und schätzten ihr herzliches, vertrauensvolles Wesen. Die Trauer ist groß: Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Höck-Höcher im Pollinger Hospiz verstorben – mit nur 72 Jahren. Sie hinterlässt ihren Ehemann Schorsch, zwei leibliche Töchter, zwei Stief- und zehn Enkelkinder. Ihre Beisetzung findet am Samstag, 15. November, in ihrer Heimatgemeinde statt.
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Verantwortungsvolle Aufgabe
Der Beruf der Hebamme ist ein ganz besonderer: Er begleitet Frauen in einer intensiven Lebensphase – und kann zugleich äußerst erfüllend sein. Höck-Höcher fand in dieser verantwortungsvollen Aufgabe ihre Berufung. „Der Job war für sie – neben der Familie – alles“, berichten die beiden Töchter Monika Döring-Bader und Anja Bernböck. Sie sei geradezu „süchtig“ nach Babys, hatte Höck-Höcher einmal gesagt, liebe den typischen Babyduft und den Zauber dieser kleinen Wesen. Nach 40 Berufsjahren verabschiedete sie sich 2016 in den Ruhestand.
Über drei Jahrzehnte war sie an der Tölzer Asklepios-Stadtklinik tätig, zuvor am damaligen Gemeindekrankenhaus Benediktbeuern. Wenig Medikamente, viel Zuwendung – so lautete ihre Arbeitsphilosophie, die ihr große Wertschätzung von allen Seiten einbrachte. Und auch nach der aktiven Berufszeit machte sie Hausbesuche und arbeitete in der Senioren-Betreuung. Den Ruhestand genoss sie mit ihrem Mann in vollen Zügen, etwa bei Bergwanderungen. Außerdem verbrachte sie viel Zeit mit ihren Enkelkindern.
Viele Jahre Gemeinde- und Kreisrätin
Die gebürtige Benediktbeurerin („Krinnermüller“), im Dorf- und Vereinsleben fest verwurzelt, brachte sich vielseitig ein, etwa zwölf Jahre lang als Gemeinderätin und 24 Jahre lang als Kreisrätin. 2019 wurde die Christsoziale von Rathauschef Toni Ortlieb im Rahmen einer Gemeinderatssitzung für ihre langjährigen und vielfältigen Verdienste geehrt. Vor allem soziale Themen waren ihr ein großes Anliegen. „Sie hat ihre Werte gelebt“, sagen die Töchter, die ihre Mutter als einen lebensfrohen, geselligen und naturverbundenen Menschen beschreiben. Die Leidenschaft für die Kommunalpolitik lag in der Familie. Ihr Vater Lorenz Höck war viele Jahre Bürgermeister von Benediktbeuern.
Auch im Pfarrgemeinderat ihrer Heimatgemeinde war sie engagiert. „Sie hatte stets ein offenes Ohr und ein offenes Herz für die Anliegen der Pfarrei“, sagt Pfarrer Bernhard Stiegler. Höck-Höcher, die unter anderem bei der Caritas und beim Weißen Ring aktiv war, kümmerte sich besonders um soziale und diakonische Aufgaben. Sie half Bedürftigen nicht nur seelsorgerisch, sondern auch ganz praktisch mit konkreter Unterstützung. Sie sei klar in der Ansprache gewesen, berichtet der Geistliche weiter, zugleich immer liebenswert und aufmerksam. „Sie wird uns sehr fehlen.“
Das Requiem in der Marienkirche Benediktbeuern findet am Samstag, 15. November, um 10 Uhr statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof der Pfarrei am Kloster.