Leonhardiritt in Schongau begeistert wieder Pferdefreunde

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Schongau

Kommentare

Prächtiger Zug durch die Schongauer Altstadt: Mit dabei war auch der Wagen der Trachtlerinnen. © Hans-Helmut Herold

Beim traditionellen Umritt in Schongau erlebten Zuschauer farbenprächtige Pferdeprozessionen und erfuhren Details zur Geschichte.

Ein Morgen wie aus dem Bilderbuch. Blauer Himmel, dazu goldgelb leuchtende Blätter an den Bäumen. Oberhalb des Frauentors haben sich frühzeitig viele Besucher einen Platz gesichert, um die ankommenden Reiterinnen und Reiter hoch zu Ross bestaunen zu können.

Pfarrer Manz segnete Ross und Reiter.
Stadtpfarrer Ulrich Manz segnete Ross und Reiter. © Hans-Helmut Herold

Auf der Christophstraße haben Franz Kriesmair und Markus Wölfle alle Hände voll zu tun, um die Landauer und Wagonetten immer wieder in die Reitergruppen der umliegenden Gemeinden einzureihen. Nicht zu vergessen die Stadtkapelle, die bei diesem Umritt den Ton angibt. Ein prächtiger Zug setzte sich in Bewegung, um sich nach einer kurzen Stadtrunde zum Bürgemeister Schaegger Platz zu bewegen.

Als Kreuzträger führte Franz Reßle jun. den Zug an, dicht gefolgt von Vater Franz Reßle sen., der nicht nur die Zügel seines Pferdes fest in den Händen hielt, sondern auch alle Fäden als Organisator der Veranstaltung. Daneben Franz Reßle jun.jun., sein Enkel. Mit elf Jahren war er zum vierten Mal mit eigenem Pferd als Begleitreiter dabei, hatte die Zügel fest im Griff. Mit ihm Franz Strauß, der ebenfalls erst elf Lenze zählt. Die Jugend sitzt also schon fest im Sattel. Wenn man dann noch sieht, dass Marius Reßle mit vier Jahren neben seiner Mutter Antonia auf eigenem Pferd mit dabei ist, braucht man sich keine Sorgen um zukünftige Leonhardiritte in Schongau zu machen.

Pfarrer Ulrich Manz berichtete über die Geschichte der Tradition

Wenn Josef Reßle (gestorben 2014) das noch hätte erleben können. Er war es, der 1979 nach einer langen Durststrecke ohne dieses Brauchtum mit vier Rössern einen Neubeginn schaffte und dem Ganzen wieder Leben eingehaucht hat.

Im Landauer haben Bürgermeister Falk Sluyterman, der Vertreter der Sparkasse Oberland, Markus Lanz, und Stadtpfarrer Ulrich Manz Platz genommen. Pfarrer Manz ist das zweite Mal bei dem Umritt in Schongau dabei. „Erhebend und wunderbar“, wird er später die Fahrt beschreiben. Er genoss sichtlich, dass dieses Brauchtum im Oberland so eindrucksvoll gepflegt wird. In seiner Predigt ergänzte er, dass es in Bayern über 50 dieser Wallfahrten gibt. Und wer hätte gedacht, dass es dieses Brauchtum schon im 11. Jahrhundert gab. Der Pfarrer hat’s gewusst. Er selbst erfuhr im Landauer, warum Markus Lanz als Vertreter der Sparkasse neben ihm saß. „Er wird am Schluss die Zeche für alle Teilnehmer und die Musikanten bezahlen.“ Klement Kölbl und Sohn Josef haben hier die Zügel im Griff.

Die Stadtkapelle gibt den Ton an

Das „Trio Strauß“ auf dem Kutschbock der Wagonette mit den Ministranten. Die Zügel fest in der Hand hat Matthias, Sohn Leonhard (zehn) als Jungbraxer daneben, Vater und Oberhaupt Michael Strauß genossen die tolle Sicht auf die Zuschauer, die am Straßenrand Spalier bildeten. Eine lustige Fünfergruppe hat auf einer weiteren Wagonette Platz genommen. Die Austragler Norbert Reßle, Josef Wühr, Karl Golling, Heinrich Gruber und Konrad Pfeiler wurden von Johann Sprenzl samt Tochter Carolin sicher durch die Straßen kutschiert. Dazu gab die Stadtkapelle unter der Dirigentin Patrizia Graf mit dem Marsch Regimentsgruß den Ton an.

Der Nachwuchs des Trachtenvereins winkte mit Begeisterung

Kutscher Max Müller und sein Braxer Roman Resl hatten eine lustige und quirlige Fracht durch die Straßen zu kutschieren. Herunter vom Trachtenwagen winkte mit Begeisterung der Nachwuchs des Trachtenvereins. Für die Kinder bleibt dieser Tag immer unvergesslich. Farbenprächtig leuchteten die Gewänder der Trachtlerinnen, die im Kastenwagen von Franz Seelos Platz genommen haben. Reitergruppen aus 14 Nachbargemeinden bildeten an diesem sonnigen Vormittag ein farbenprächtiges Bild. Den Abschluss machten die Ponys mit dem Reiternachwuchs. Schlusslicht war Peter Brandstätter mit seiner Ponykutsche.

Erst nach der Reformation wurde Leonhard der Patron der Tiere

Die Andacht war am Bürgermeister-Schaegger-Platz. In seiner Predigt sprach Stadtpfarrer Ulrich Manz davon, warum viele Leonhardi-Kapellen mit einer Kette umspannt sind. „Viele sagen, weil er der Patron der Bauern und des Viehs ist“, so eine Meinung, die nicht falsch ist. „Aber ursprünglich war der hl. Leonhard der Patron der Gefangenen, die unschuldig in Ketten gelegt waren“, so Manz. Erst nach der Reformation wurde Leonhard der Patron der Tiere.

Nach der Bayernhymne der große Umritt durch die Altstadt. Natürlich vorbei am Pferdebrunnen, der unter den Reiterinnen und Reitern an alte Zeiten erinnert. An der Stadtpfarrkirche dann der traditionelle Segen von Pfarrer Manz an alle Beteiligten des Umritts. Bei manchen Gruppen verwendete er erstaunlich viel Weihwasser. Bürgermeister Falk Sluyterman hatte das letzte Wort. Er richtete seinen Dank an die Reßle-Familie: „Ihr seid ein Garant, dass der Leonhardi-Ritt jedes Jahr stattfinden kann.“

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/schongau/schongau-ort29421/leonhardiritt-begeistert-pferdefreunde-in-schongau-94028975.html