Nach liebevoller Restaurierung segnete Pastoralreferent Georg Jocher das Marterl feierlich. Der genaue Ursprung des Denkmals bleibt jedoch weiter ungeklärt.
Peiting – Im frischen Glanz erstrahlt das Marterl am Radweg nach Birkland entlang der Staatsstraße. Jetzt wurde es von Georg Jocher, Pastoralreferent im Ruhestand, in einer würdigen Feier gesegnet.
„Solche Orte haben eine große Bedeutung. Es ist wichtig, dass wir diese Marterl erhalten“, stellte er lobend heraus. Dass der Tod überraschend kam, darauf deutet die Gottesmutter hin. Man habe früher gern, wenn der Verstorbene ohne Sterbesakrament aus dem Leben schied, sich mit einer Fürbitte an Maria gewandt.
Jahrzehntelang wurde das Marterl – ebenso wie die drei Gedenktaferl im Pürschwald – von Felix Vogl liebevoll betreut. Seit dessen Tod am 7. Dezember 2013 kümmert sich Schwiegersohn Reiner Gößwald um diese Zeugnisse der Vergangenheit. Für ihn wie auch für Revierförster Stefan Lubos war der Erhalt ein Herzensanliegen, als das Marterl am ursprünglichen Platz dem neu angelegten Fahrradweg weichen musste.
Etwas im Nebel liegt leider der Hintergrund der einstigen Errichtung. Es deute einiges darauf hin, dass ein Bauer auf dem Heimweg vom Viehmarkt in Schongau oder Peiting in den 1920er/30er Jahren dort an dieser Stelle überfallen und ausgeraubt wurde. So erzählte es jedenfalls ein namentlich nicht bekannter Passant den Waldarbeitern, als sie das Marterl jetzt mit dem Fundament ausgruben.
Es könne aber auch sein, dass das Marterl von einem Verkehrsunfall mit einem Fuhrwerk Ende des 19. Jahrhunderts herrührt. Schön wäre, wenn sich ein Leser der „Schongauer Nachrichten“ aus mündlicher Überlieferung noch an den Grund der Errichtung erinnern könnte. Darüber würde sich nicht nur Reiner Gößwald freuen.
Leider war die ursprüngliche schwarze Madonna des Marterls, eine in die Jahre gekommene Gipsfigur, nicht mehr zu erhalten. Wie auch das morsche Gehäuse ersetzt werden musste. Mit viel Liebe („mi gfreits, wenn i so was machen kann“) hat Werner Frankl jetzt ein neues in Form einer kleinen Kapelle. Auch ergänzte er die Aussparung am Steinsockel mit einem Holzbrett und dem „Ave-Maria“. Dank witterungsbeständiger Oberfläche wird es sicherlich noch viele Jahrzehnte den Rad- und Fußpassanten Zeugnis geben.