Mehrere Wander- und Gleitschirmunfälle fordern die Bergwacht Lenggries in den Herbstferien. Sie blicken auf viele Einsätze in den vergangenen Tagen zurück.
Lenggries – Goldener Herbst: Viele Sonnentage und Traumwetter – vor allem auf den Bergen. Die vergangene Ferienwoche lockte zum Saisonabschluss nochmal viele Ausflügler und Sportler in den Isarwinkel. Die Lenggrieser Bergwacht blickt daher auf intensive Tage zurück.
Frau stürzt beim Abstieg vom Demmeljoch in Tiefe
Am Wochenende ereignete sich offensichtlich der größte Einsatz, für die Bergretter: Eine 35-jährige Wanderin aus Wolfratshausen war im Abstieg vom Demmeljoch rund 20 Meter abgestürzt. „Zu ihrem Glück ist sie nur einige Meter vom Wanderweg entfernt liegen geblieben“, schreibt die Bergwacht in ihrem Bericht auf Instagram. Vorbeikommende Wanderer sahen die Wolfratshauserin und setzten den Notruf ab. Aufgrund des bewaldeten Geländes rückten insgesamt acht Einsatzkräfte inklusive Bergwachtnotarzt aus, da zuerst von einem terrestrischen Abtransport ausgegangen wurde. „Dementsprechend wurde viel Material zur Einsatzstelle transportiert“, erklären die Ehrenamtlichen dazu. Da der Zustand der Patienten sich durch den Sturz allerdings schlechter als erwartet zeigte, orderte die Bergwacht den Rettungshubschrauber aus Murnau nach. Die Patientin wurde von den Einsatzkräften erstversorgt, in der Gebirgstrage gesichert auf den Wanderweg gebracht und von dort vom Helikopter zum Abtransport in eine Klinik per Winde aufgenommen. Nach knapp drei Stunden waren die Einsatzkräfte der Bergwacht zurück auf der Wache.
Aber auch unter der Woche war einiges los. Am Dienstag wurden die Ehrenamtlichen zu einem Wanderer (59) aufs Brauneck alarmiert. Der Mann hatte Herzkreislaufprobleme. Die Bergwachtler kümmerten sich um die medizinische Erstversorgung und brachten den Mann laut Einsatzbericht dann ins Tal.
Gleitschirm-Piloten stoßen in der Luft zusammen
Am Mittwoch folgte ein weiterer Einsatz: Ein 60-jähriger Gleitschirm-Pilot wurde während des Flugs von der Sonne geblendet und landete daraufhin in einem Baum. „Drei Einsatzkräfte waren knapp zwei Stunden beschäftigt, den unverletzten Piloten aus dem Baum zu bergen“, schreibt die Bergwacht. Auch am Freitag gab es einen Unfall mit Gleitschirmpiloten. Diesmal kollidierten zwei Gleitschirmpiloten miteinander in der Luft. Während ein Unfallbeteiligter weiterfliegen und laden konnte, verlor die andere Pilotin, eine Frau (39) aus München, die Kontrolle über ihren Schirm und stürzte ab, so die Bergwacht. „Glücklicherweise landete sie hierbei unverletzt in einem Baum.“ Drei Einsatzkräfte waren rund anderthalb Stunden gefordert, um sie zu befreien und ins Tal zu transportieren.
Probstalm: Kind stürzt und zieht sich schmerhafte Fraktur zu
Noch während dieser Einsatz lief, ging die nächste Alarmierung zu einem Wanderpaar im Bereich Stangeneck ein. Eine Frau war rund 50 Meter im Absturzgelände abgerutscht und ihr Begleiter oberhalb ebenfalls im Absturzgelände. Der aufgrund des ersten Meldebildes für den Gleitschirmabsturz bereits angeforderte Rettungshubschrauber aus Murnau nahm zwei Luftretter der Bergwacht auf, welche nacheinander sowohl den unverletzten Patienten wie auch die verletzte Patientin weiter unterhalb versorgten. Sie kam anschließend mit dem Helikopter in eine Klinik.
Während die Einsatzkräfte gerade noch bei der Nachbesprechung waren, erfolgte die dritte Alarmierung des Tages. Ein 5-jähriger Junge war kurz vor der Probstalmhütte gestürzt und zog sich eine schmerzhafte Handgelenksfraktur zu. Acht Rettungskräfte der Bergwacht transportierten den durch Ersthelfer bereits versorgten jungen Patienten über den felsigen Wanderweg hinunter zur Forststraße und weiter mit dem Bergwachtfahrzeug ins Tal. (Felicitas Bogner)