Urlaubsvertretung aus Indien

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Priester Rijo Chacko ist glücklich über das ihm zur Verfügung gestellte Fahrrad. © Sabine Verspohl-Nitsche/pdsf

Priester Rijo Chacko fühlt sich während seiner Urlaubsvertretung heimisch in Bad Hindelang

Bad Hindelang – „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt der 37-jährige indische Geistliche Rijo Chacko. Der Priester ist seit Anfang August in Hindelang als Urlaubsvertretung von Pfarrer Martin Finkel in der Pfarreiengemeinschaft tätig und wurde herzlich vom Pfarrteam und der Bevölkerung aufgenommen. „Alles ist perfekt organisiert und wenn ich Hilfe brauche, kümmert man sich“, ist der Priester begeistert von seinem Umfeld.

Priester Rijo Chacko aus Indien als Urlaubsvertretung

Seit September 2023 lebt der aufgeschlossene Inder in Rom, wo er sich zum weiterführenden Studium als Doktorand im Kirchenrecht an der Lateranuniversität aufhält. In den Sommermonaten übernehmen die Priester, die dort studieren, Urlaubsvertretungen. So hatte Rijo Chacko bereits im Juli einen Monat in der Diözese Siena gearbeitet bevor er zur Aushilfe ins Allgäu kam. Im September geht es für ihn in wiederum in ein anderes italienisches Bistum und im Oktober wird er in das neue Semester einsteigen. „In Rom lebe ich im Benediktinerkloster in der Nähe der päpstlichen Basilika von Santa Maria Maggiore“, erzählt der 37-Jährige, der zuvor noch nie in Europa gewesen war. „Rom ist das Zentrum der katholischen Kirche, das spürt man überall. Ich finde das sehr beeindruckend“, stellt der indische Geistliche fest.

Theologiestudium in Indien

Rijo Chacko wurde im März 1987 in Indien geboren und wuchs bei seinen Eltern gemeinsam mit seinem älteren Bruder und seiner jüngeren Schwester im Bistum Idukki auf, das zur Syro-Malabarischen Kirche gehört. Nach dem Eintritt und der Ausbildung in verschiedenen Priesterseminaren in Kerala ist er nach seinem Studienabschluss in Theologie im Dezember 2012 zum Priester geweiht worden. In Indien arbeitete der junge Priester als Kaplan in mehreren Pfarreien, bevor er zwei Jahre lang als Diözesandirektor der kirchlichen Jugendorganisation „Mission League“ wirkte. Sein Masterstudium im kanonischen Recht absolvierte er in Kottayam (2018-2021). Danach war er zwei Jahre als stellvertretender Rektor des diözesanen Priesterseminars tätig. Sein Bischof habe ihn dann zu weiteren Studien an die Lateranuniversität in Rom entsandt, blickt Pater Rijo zurück.

Mit dem Elektrorad durchs Allgäu

In Bad Hindelang wohne er bei einem älteren Mann und sei herzlich von ihm und seiner Familie aufgenommen worden. „Er kümmert sich sehr um mich“, freut sich Pater Rijo. Damit er seine Pfarreiengemeinschaft auf Zeit erkunden kann, wurde dem Inder von einer netten Frau aus der Pfarrei ein Elektrofahrrad zur Verfügung gestellt. „Ich freue mich, dass ich alles anschauen kann“, berichtet er von seinen Radausflügen.

Pfarrer Finkel unterstützt

Pfarrer Martin Finkel hatte im Vorfeld alles für den indischen Priester organisiert. Ein Fahrdienst bringt ihn beispielsweise zu den Messen in den jeweiligen Kirchen der PG. „Das hat Pfarrer Finkel sehr gut vorbereitet“, ist Rijo Chacko dankbar. Entwürfe für seine Predigten würden ihm von Mitpriestern, die in Deutschland eingesetzt sind, zur Verfügung gestellt. Seine eigenen Ideen bringt er ein und lässt sie dann von ihnen korrigieren. So kann er sich trotz seiner nicht sehr großen Deutschkenntnisse gut verständigen. Die Region rund um Bad Hindelang erinnert den Doktoranden sehr an seine indische Heimat. „Es sieht hier ganz ähnlich aus“, meint er. Momentan genießt der Priester auch die angenehmen Temperaturen im Allgäu. „In Italien war es sehr heiß“, so Pfarrer Chacko. Für seinen letzten Vertretungseinsatz dieses Sommers hofft der 37-Jährige, dass das Thermometer nicht mehr ganz so hoch klettern wird wie im Juli: „Da waren es bis zu 40 Grad.“

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