Tragödie in Salzburg: Binnen zwei Stunden sterben fünf Tourengeher bei Lawinen – trotz Warnungen gingen sie ins freie Gelände. 90 Bergretter sind im Einsatz.
Salzburg – Ein sonniger Samstag im Januar sollte für Skitourengeher im Salzburger Pongau ein perfekter Tag in den Bergen werden. Stattdessen endete er für fünf Menschen tödlich. Binnen weniger Stunden gingen zwei verheerende Lawinen ab, die das Leben von Wintersportlern auslöschten – erst vor wenigen Tagen war ein Kind durch eine Lawine getötet worden.
Gegen 12.30 Uhr, am 17. Januar 2026, ereignete sich die erste Tragödie an der Schmugglerscharte bei Bad Hofgastein auf 2.200 Metern Höhe, berichten mehrere österreichische Medien, darunter salzburg.orf.at. Eine Skitourengeherin wurde von einem Schneebrett erfasst und verschüttet. Ihr Ehemann musste hilflos zusehen, wie die Lawine seine Frau mit sich riss. Er alarmierte sofort die Rettungskräfte. Trotz schneller Hilfe durch den Rettungshubschrauber „Martin 6“, die Hundestaffel der Bergrettung und das Kriseninterventionsteam blieben alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Die Frau konnte nur noch tot geborgen werden.
Sieben Tourengeher wurden von Lawine erwischt – vier kamen ums Leben
Nur eineinhalb Stunden später, gegen 14.00 Uhr, schlug das Unglück erneut zu, berichtet eine Sprecherin der Bergrettung Salzburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Am Finsterkopf im Großarltal auf 2.152 Metern löste sich eine weitere Lawine. Sieben Tourengeher wurden von den Schneemassen erfasst. Vier Personen starben, eine wurde schwer verletzt, eine weitere leicht verletzt. Eine Person blieb unverletzt. Die Bergrettungen aus Bad Hofgastein, Bad Gastein, Dorfgastein, Großarl und Hüttschlag rückten mit einem Großaufgebot aus. Vier Rettungshubschrauber, Hundestaffeln und sechs Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams waren im Einsatz.
Zur Mittagszeit lösten Wintersportler zusätzlich Lawinen am Plattenkogel in Hüttschlag und am Frauenkogel in Großarl aus. Diese verliefen glimpflich – niemand wurde verletzt. Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, zeigt sich erschüttert: „Trotz klarer und mehrfacher Warnungen kam es heute erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang“, zitiert ihn salzburg.orf.at. „Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist.“ In den Alpen hatte es kürzlich mehrere Tote durch Lawinen-Unglücke gegeben.
Oberhalb von 2.000 Metern muss mit steigender Lawinengefahr gerechnet werden
Oberhalb von 2.000 Metern herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 3 (“erheblich“) mit steigender Tendenz. Insgesamt waren 90 Bergretterinnen und Bergretter sowie sechs Hundeführer im Einsatz. Die Bergrettung appelliert eindringlich an alle Wintersportler, die aktuellen Warnungen ernst zu nehmen und auf Skitouren im freien Gelände zu verzichten.
Auch der Lawinenwarndienst Bayern hatte erst vor wenigen Tagen die erhöhte Lawinenwarnstufe ausgerufen. Ein Hauptproblem in den höheren Lagen soll vor allem der Triebschnee sein, der sich durch den starken Wind angehäuft hat. Schneebrett-Lawinen können sich in den eingewehten Bereichen demnach bereits bei geringer Zusatzbelastung lösen. Je höher die Lage, desto höher sei die Gefahr, heißt es. Dies gelte insbesondere in den östlichen Allgäuer Alpen sowie jenseits der österreichischen Grenze. (Quellen: Salzburg.orf.at, dpa, Lawinenwarndienst Bayern) (rd)
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