In den nächsten Tagen steht für große Teile Deutschlands ein „Schnee-Chaos“ bevor, das eine Gefahr für Verkehr und Infrastruktur ist. So bereiten Sie sich vor.
Ein massiver Wintereinbruch mit starkem Schneefall und Sturm droht in den kommenden Tagen große Teile Deutschlands lahmzulegen. Meteorologen warnen bereits vor einem erheblichen Chaospotenzial für Verkehr und Infrastruktur. Auch erinnern sich viele noch an das überraschende Schnee-Chaos vom Dezember 2023, als nur die Wenigsten auf extreme Schneemassen vorbereitet waren. Damit Sie diesmal sicher und entspannt durch das Winterwetter kommen, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie Sie sich auf die Schneelage vorbereiten können.
Bei Schnee sollten Sie den Weg zur Arbeit frühzeitig planen und vorsorgen
Wer trotz Schneefalls zur Arbeit muss, sollte den Arbeitsweg frühzeitig planen und deutlich mehr Zeit einplanen. Grundsätzlich gilt im Arbeitsrecht das Wegerisiko: Arbeitnehmer sind verpflichtet, pünktlich im Büro zu erscheinen – auch bei Schnee und Eis. Einen generellen Anspruch auf „schneefrei“ gibt es nicht. Verspätungen oder Ausfälle wegen gesperrter Straßen oder ausfallender Verkehrsmittel muss der Arbeitgeber in der Regel nicht bezahlen.
Daher empfiehlt es sich, früher loszufahren, um Staus oder Behinderungen abzufangen, und regelmäßig die Verkehrsmeldungen im Radio oder per App zu prüfen. Auch eine alternative Route oder Transportmöglichkeit sollte im Hinterkopf behalten werden, falls der übliche Weg unpassierbar ist. Wer diese Vorsichtsmaßnahmen trifft, reduziert das Risiko, im morgendlichen Verkehrschaos steckenzubleiben, erheblich.
Öffentliche Verkehrsmittel: Bei starkem Schneefall kommt es oft zu Ausfällen
Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, sollte mit Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Bei heftigen Schneefällen kann es zu streckenweisen Sperrungen, Weichenstörungen oder Verspätungen kommen. Informieren Sie sich vorab über aktuelle Fahrplanänderungen – etwa via Apps der Deutschen Bahn oder Ihres lokalen Verkehrsverbunds – und planen Sie genügend Wartezeit ein.
Denken Sie daran, warme Kleidung zu tragen, falls Sie länger an Haltestellen oder Bahnhöfen stehen müssen. Nutzen Sie frühere Verbindungen, falls verfügbar, um Pufferzeiten zu haben. In früheren Extremwetterlagen haben Verkehrsunternehmen bereits Kulanz gezeigt: So erstattete die Deutsche Bahn bei einem Wintersturm in Norddeutschland Fahrkarten für das betroffene Wochenende. Zögern Sie also nicht, bei offiziellen Unwetterwarnungen Reisen zu verschieben oder sich nach Erstattungs- und Umbuchungsmöglichkeiten zu erkundigen. Im Zweifel ist es besser, eine Verbindung ausfallen zu lassen, als unterwegs stecken zu bleiben.
Autofahren bei Schneefall: Winterfit unterwegs
Wer mit dem Auto pendelt, sollte sein Fahrzeug jetzt winterfest machen und besonders vorsichtig agieren. Überlegen Sie zuerst, ob die Fahrt wirklich nötig ist – bei extremen Bedingungen raten Experten, das Auto, wenn möglich, stehen zu lassen. Ist das Autofahren unvermeidbar, nur mit Winterreifen fahren (bei Schnee und Glätte sind diese in Deutschland Pflicht) und die Fahrweise den Verhältnissen anpassen. Machen Sie Ihr Auto startklar: Überprüfen Sie Batterie, Kühlwasser-Frostschutz und Scheibenwischanlage. Alle Scheiben, Spiegel und Lichter müssen vor Fahrtantritt vollständig vom Eis und Schnee befreit sein, da das Fahren mit vereisten Scheiben nicht nur gefährlich ist, sondern Bußgelder und Versicherungsprobleme nach sich ziehen kann.
Parken Sie Ihren Wagen möglichst in einer Garage oder zumindest mit Abstand zu Bäumen, um Schäden durch herabfallende Äste oder Schneelasten zu vermeiden. Beim Abstellen lohnt es sich, die Scheibenwischer hochzuklappen, damit sie nicht auf der Scheibe festfrieren. Ausrüstungs-Tipp: Legen Sie sich ein Winter-Notfallkit ins Auto. Dazu gehören Eiskratzer, Handfeger, Enteisungsspray und warme Handschuhe, um das Fahrzeug jederzeit schnell von Schnee befreien zu können.
Für längere Fahrten oder extreme Bedingungen sind zusätzliche Utensilien wie eine warme Decke, Starthilfekabel, Abschleppseil und eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien sinnvoll. So sind Sie gegen Pannen und längere Staus bei Minusgraden gewappnet.
Wenn möglich Home-Office als Alternative nutzen
Falls die Wetterlage tatsächlich eskaliert, prüfen Sie die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Ein Recht auf Home-Office gibt es zwar nicht automatisch – es muss mit dem Arbeitgeber vereinbart sein – doch viele Firmen zeigen sich bei Unwetterwarnungen flexibel. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Vorgesetzten, ob Sie an extremen Schneetagen ins Home-Office wechseln können.
Wird von Behörden oder Wetterdiensten sogar ausdrücklich geraten, das Haus nicht zu verlassen, sollten Sie umgehend Ihren Arbeitgeber informieren und gemeinsam eine Lösung finden. Oft lässt sich durch Remote-Arbeit oder das Nachholen der Arbeitszeit ein sicherer Kompromiss schließen. Gerade für ältere oder gehbehinderte Mitarbeiter kann es sinnvoll sein, unnötige Wege zu vermeiden. Wichtig ist, solche Absprachen proaktiv zu treffen, bevor der Schneesturm einsetzt – so zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein und schützen sich und andere vor unnötigem Risiko.
Lebensmitteleinkauf: Vorräte für einige Tage, aber keine Panikkäufe
Auch an den Lebensmitteleinkauf sollte gedacht werden. Wenn draußen Schneeverwehungen toben, möchte niemand dringend zum Supermarkt müssen. Daher lohnt es sich, rechtzeitig die Vorratskammer aufzufüllen. Kaufen Sie haltbare Lebensmittel und Getränke ein, die Sie und Ihre Familie einige Tage versorgen können – im Winter bieten sich z.B. Brot, Nudeln, Konserven, haltbare Milch und genügend Trinkwasser an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für Notfälle sogar Vorräte für mindestens zehn Tage vorzuhalten. So weit muss man für ein paar Schneetage nicht unbedingt gehen, aber ein Grundstock schadet nicht.
Denken Sie auch an besondere Bedürfnisse: ausreichend benötigte Medikamente, Babynahrung oder Tierfutter besorgen, damit nichts Wesentliches fehlt. Verfallen Sie jedoch nicht in Panikkäufe – die Versorgung bricht in der Regel nicht völlig zusammen, und andere wollen ebenfalls noch einkaufen können. Planen Sie lieber klug: gehen Sie frühzeitig einkaufen, bevor der starke Schneefall beginnt, oder nutzen Sie Lieferdienste mit genügend Vorlauf (wobei auch diese bei Schnee Verzögerung haben können). Mit gefülltem Kühlschrank können Sie entspannt abwarten, bis die Straßen geräumt sind.
Kleidung und Schuhe: rutschfest und warm bei Schnee und Eis
Im Winterwetter ist die richtige Kleidung entscheidend – besonders robuste Schuhe mit gutem Profil. Verzichten Sie auf glatte Ledersohlen oder hohe Absätze, wenn draußen Schnee und Eis liegen. Orthopäden raten: Im Winter nur Schuhe mit rutschfester Sohle tragen; wer im Beruf elegante Schuhe benötigt, sollte diese erst im Büro anziehen. Für extra Halt auf glatten Wegen gibt es Schuh-Spikes (Anti-Rutsch-Ketten für Schuhe), die man leicht überziehen kann und die Ausrutschen wirkungsvoll verhindern.
Gerade ältere Menschen oder jene mit unsicherem Gang sollten solche Hilfsmittel nutzen – für Gehhilfen und Spazierstöcke gibt es ebenfalls Eis-Pick-Aufsätze. Achten Sie darauf, sich warm im Zwiebelprinzip zu kleiden: Also mehrere Schichten, die isolieren und bei Bedarf ausgezogen werden können. Mütze, Schal und Handschuhe sind bei Schnee und Wind ein Muss, um Auskühlung zu vermeiden. Sollte diese alte Bauernregel recht behalten, dann wird es mit Eis und Schnee weitergehen.
Auch das richtige Gehen will gelernt sein: Bei Glatteis helfen kleine, vorsichtige Schritte und eine leicht nach vorn geneigte Körperhaltung – der sogenannte Pinguin-Gang. Dabei wird der Körperschwerpunkt über das vordere Bein verlagert, der Fuß setzt mit der ganzen Sohle (leicht nach außen gedreht) auf und man „schiebt“ sich langsam vorwärts. Diese Technik erhöht die Stabilität und senkt die Sturzgefahr deutlich. Halten Sie im Zweifel unterwegs Ausschau nach Geländern oder stützen Sie sich bei Begleitpersonen ab. Wer sehr unsicher auf den Beinen ist, sollte an besonders glatten Tagen lieber zu Hause bleiben – Sicherheit geht vor.
Schneeräumen nicht vergessen – Hauseigentümer und Mieter haben Räumpflicht
Hauseigentümer und Mieter sollten unbedingt ihre Räumpflicht ernst nehmen. Sobald es schneit, heißt es Schippe in die Hand – denn üblicherweise müssen Gehwege werktags bis etwa 7 Uhr morgens und bis in die Abendstunden von Schnee und Eis befreit sein (an Sonn- und Feiertagen etwas später). Achten Sie dringend darauf, dass der Gehweg vor Ihrem Grundstück wirklich schneefrei ist, da sonst hohe Bußgelder drohen – abgesehen davon, dass Passanten stürzen und sich verletzen könnten.
Schneeschippen will allerdings gelernt sein: Experten raten, den Schnee eher zu schieben statt schwer zu heben, um den Rücken zu schonen. Gehen Sie in die Knie und halten Sie den Rücken möglichst gerade, falls Sie doch heben müssen – so vermeiden Sie Überlastungen. Planen Sie bei anhaltendem Schneefall mehrere Räumrunden am Tag ein, statt abzuwarten, bis sich Berge auftürmen. Legen Sie sich am besten schon jetzt ausreichend Streumaterial zurecht – in vielen Gemeinden ist Streusalz zwar erlaubt und sehr effektiv gegen Eisglätte, doch mancherorts aus Umweltschutzgründen verboten. Erkundigen Sie sich nach den Regeln vor Ort. Als Alternativen eignen sich Sand oder Splitt, um Wege rutschfest zu machen.
Eine gute Schneeschaufel sollte ebenfalls bereitstehen. Falls Sie noch keine besitzen, besorgen Sie sie frühzeitig, da Schneeschieber bei akutem Wintereinbruch schnell ausverkauft sein können. Und nicht zuletzt: Wohin mit dem Schnee? Nach Möglichkeit auf dem eigenen Grundstück auftürmen oder an den Rand, ohne den Verkehr zu behindern. Straßenabläufe (Gullys) sollten frei bleiben, damit Tauwasser abfließen kann. Wer diese Pflichten beachtet, sorgt für Sicherheit vor der eigenen Tür und erspart sich Ärger mit Nachbarn oder Behörden.
Haus und Garten vorbereiten, wenn starker Schneefall bevorsteht
Denken Sie auch an Ihr Zuhause: Starker Schneefall kann zu kleineren Notfällen führen, wenn man unvorbereitet ist. Prüfen Sie daher rechtzeitig Ihre Heizung – läuft sie einwandfrei? Falls Sie einen Kamin oder Ofen haben, legen Sie sich ausreichend Holz oder Briketts bereit. So haben Sie im Zweifel eine alternative Wärmequelle, falls es zu Stromausfällen kommt. Bei starkem Schneefall und Eis kann es nämlich vorkommen, dass Äste Leitungen beschädigen und temporär der Strom wegfällt. Das BBK empfiehlt, für solche Fälle eine Notbeleuchtung griffbereit zu haben: Taschenlampen, Kerzen und genügend Batterien sollten im Haushalt vorhanden sein. Auch ein batteriebetriebenes Radio oder eine Powerbank fürs Handy sind sinnvoll, um informiert und erreichbar zu bleiben.
Wasserrohre in ungeheizten Bereichen (zum Beispiel im Garten oder in der Garage) gilt es vor Frost zu schützen – drehen Sie Außenwasserhähne ab und lassen Sie Restwasser aus den Leitungen, damit nichts platzt. Rund ums Haus ist es außerdem ratsam, lose Gegenstände zu sichern: Bringen Sie Gartenmöbel, Blumentöpfe und Mülltonnen in Sicherheit, bevor sie vom Schnee begraben oder vom Wind verweht werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät, solche Objekte am besten wegzuschließen oder ins Haus zu holen.
Denken Sie auch an Ihr Dach: Bei angekündigtem Schneesturm sollten Dachziegel – falls möglich – mit Sturmhaken gesichert und Antennen sowie Satellitenschüsseln auf ihre Stabilität geprüft werden. So minimieren Sie die Gefahr von Sturmschäden. Wenn Sie in einer Region wohnen, die regelmäßig viel Schnee abbekommt, kann es sich lohnen, Schneefanggitter am Dach anzubringen, damit abrutschende Schneebretter keine Personen oder Gegenstände treffen. Alles in allem gilt: Bei dem kommenden Wintereinbruch und der Gefahr eines Schneesturms ist Vorsorge besser als Nachsorge. Lieber heute ein paar Vorkehrungen treffen, als morgen im Kalten oder Dunkeln zu sitzen.