Deutschland erlebt diese Tage einen ungewöhnlich kalten und schneereichen Winter. Dadurch könnte sich nun eine uralte Bauernregel erfüllen.
Der 8. Januar 2026 bestätigt eine alte Bauernregel: „Wenn es dem Severin gefällt, bringt er mit die große Kält‘.“ Pünktlich zum Gedenktag des heiligen Severin von Noricum herrschen in Deutschland eisige Temperaturen. Besonders Hamburg, München und Berlin erleben einen strengen Wintereinbruch mit Minusgraden, die zum zweiten Januar-Wochenende noch weiter fallen sollen. Auch Köln und Frankfurt verzeichnen frostige Temperaturen, wenn auch nicht ganz so extrem.
Die jahrhundertealte Wetterweisheit scheint 2026 perfekt zu funktionieren. Während die Temperaturen vielerorts deutlich unter den Gefrierpunkt sinken, erinnern sich Wetterinteressierte an die traditionelle Bauernregel zum Severintag. Der 8. Januar galt früher als wichtiger Lostag für die Winterprognose, an dem Landwirte und Bauern das weitere Wetter zu deuten suchten. Die aktuelle Kältewelle bestätigt zumindest für dieses Jahr die alte Volksweisheit eindrucksvoll.
Bauernregeln haben heute kaum noch Aussagekraft
Trotz des zufälligen Zusammentreffens sollten Bauernregeln nicht überbewertet werden. Die moderne Meteorologie mit Satellitentechnik, Computermodellen und weltweiten Messstationen liefert deutlich präzisere Wettervorhersagen als die traditionellen Lostage. Wissenschaftliche Wetterprognosen basieren auf komplexen atmosphärischen Daten und können das Wetter mehrere Tage im Voraus zuverlässig vorhersagen, während Bauernregeln oft auf zufälligen Beobachtungen beruhen.
Besonders widersprüchlich wird es, wenn verschiedene Bauernregeln für denselben Tag gegensätzliche Aussagen treffen. So besagt eine andere Regel zum 8. Januar: „Sankt Erhard mit der Hack‘ steckt die Wintertage in den Sack.“ Diese Weisheit prophezeit das genaue Gegenteil und deutet auf ein baldiges Ende des Winters hin. Solche Widersprüche zeigen, dass Bauernregeln regional entstanden und nicht universell anwendbar sind. Streusalz adé: Die beste Alternative für eisfreie Straßen haben Sie schon zu Hause.
Die heutigen Wetterdienste können dank modernster Technik Temperaturverläufe, Niederschlagsmengen und Windrichtungen mit hoher Genauigkeit berechnen. Langfristige Klimatrends werden durch jahrzehntelange Datensammlung und statistische Auswertungen ermittelt. Bauernregeln mögen kulturhistorisch interessant sein und gelegentlich zutreffen, für verlässliche Wetterprognosen sind sie jedoch ungeeignet. Die aktuelle Kältewelle ist daher eher ein meteorologischer Zufall als ein Beweis für die Gültigkeit alter Wetterweisheiten.
Der heilige Severin von Noricum lebte im 5. Jahrhundert und wirkte als Mönch und Missionar im heutigen Österreich. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft half er der Bevölkerung durch schwere Zeiten und gründete mehrere Klöster. Severin starb am 8. Januar 482 und wurde später heiliggesprochen. Sein Gedenktag fällt traditionell in die kälteste Winterzeit, was zur Entstehung der Bauernregel beigetragen haben könnte. Schnee zum Jahresstart: Bauernregeln geben erste Prognose für den Sommer 2026.